• 19.12.2016
      03:30 Uhr
      Triumph der Tomate Dokumentation Österreich 2014 | arte
       

      Vor rund 500 Jahren begann die Tomate, sich in Europa zu etablieren. Heute werden jährlich weltweit etwa 120 Tonnen der roten Frucht verzehrt. Doch dieser Boom brachte auch Nachteile mit sich: Wegen der großen Nachfrage werden viele Tomaten heute in Agrarfabriken mit Hilfe von Nährlösungen gezogen. Dadurch bleibt allerdings oft ihr Aroma auf der Strecke. Maria Magdalena Koller erzählt in ihrem Dokumentarfilm vom Siegeszug des Paradiesapfels, zeigt die neuesten Entwicklungen und Forschungen zum Thema und besucht Tomatenliebhaber und -züchter.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 19.12.16
      03:30 - 04:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo HD-TV

      Vor rund 500 Jahren begann die Tomate, sich in Europa zu etablieren. Heute werden jährlich weltweit etwa 120 Tonnen der roten Frucht verzehrt. Doch dieser Boom brachte auch Nachteile mit sich: Wegen der großen Nachfrage werden viele Tomaten heute in Agrarfabriken mit Hilfe von Nährlösungen gezogen. Dadurch bleibt allerdings oft ihr Aroma auf der Strecke. Maria Magdalena Koller erzählt in ihrem Dokumentarfilm vom Siegeszug des Paradiesapfels, zeigt die neuesten Entwicklungen und Forschungen zum Thema und besucht Tomatenliebhaber und -züchter.

       

      Es ist eine Erfolgsstory, die vor rund 500 Jahren ihren Anfang nahm, als die etwas blässliche Tomate von Südamerika nach Europa gelangte und sich rasch in exotischen Gärten, aber nur langsam in der europäischen Küche etablierte.

      Fremd klingende Namen wie Tschio-Tschio-San, Trèfle du Togo, Russian Rose und Striped German bezeugen das bewegte Leben dieser köstlichen Frucht, die ihren ersten großen Triumph auf dem europäischen Kontinent einem königlichen Dinner im Neapel des ausgehenden 19. Jahrhunderts verdankt: Ein verspieltes Mahl des Königspaares sei - so heißt es - die Geburtsstunde der "Pizza Margherita" gewesen und damit der erste große Auftritt der sinnlich-roten Frucht.

      Die Tomate hat es aber auch tatsächlich in sich: Sie ist kalorienarm, dabei aber reich an Karotin und Vitaminen; dazu kommen das "Glückshormon" Serotonin und rund 500 weitere chemische Substanzen, die auf geheimnisvolle Weise die Geschmacksbildung steuern. So ist es kein Wunder, dass die Paradiesfrucht mit diesem genetischen Potenzial auf der Liste der beliebtesten Nahrungsmittel weit vorne steht. Immerhin werden heute jährlich weltweit 120 Millionen Tonnen Tomaten verzehrt.

      Hinter dieser Erfolgsstory steht aber auch ein gekonnter Flirt zwischen Mensch und Pflanze, dem diese Hommage an den Paradiesapfel auf der Spur ist. Ihr knallig leuchtendes Farbkleid, ihre pralle Form, ihr starker Duft und der vielfältige Geschmack: Das Geheimnis des Siegeszugs der Tomate ist neben ihrer Vielseitigkeit ihre Kunst der Verführung, ihr sinnliches Spiel mit unseren Gaumen. Doch wer dabei wen und vor allem wie überlistet, ist nach wie vor ein spannendes Rätsel.

      Der Tomatenboom brachte die Frucht mit den vielfältigen Geschmacksrichtungen aber auch in schwere Bedrängnis. Denn seit sie in Agrarfabriken per Zeitschaltung mit Nährlösung auf Ertragsmaximierung, perfekte Form und Reife getrimmt wird, bleibt ihr vielfältiges Aroma auf der Strecke. Eine Imagekorrektur ist längst im Gange - und dabei kommt der Bioboom im Supermarktregal und Hausgarten auch der Tomate zugute.

      In spektakulären Bildern dokumentiert Regisseurin Maria Magdalena Koller die Reise der schmackhaften Kulturpflanze von ihren Ursprüngen in den Anden durch ganz Europa und halb Asien bis weit in den Osten Chinas. Der Film entstand als Koproduktion von ORF, MR-Film, ARTE, CCTV9 und das österreichische Bundesministerium für Bildung und Frauen mit Unterstützung durch den Fernsehfonds Austria, den Filmfonds Wien, Niederösterreich-Kultur und mit Beratung durch Agrarmarkt Austria Marketing.

      Film von Maria Magdalena Koller

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