• 25.11.2016
      20:15 Uhr
      Der gekaufte Patient? Wie Pharmakonzerne Verbände benutzen | 3sat
       

      Pharmakonzerne spenden Milliarden an Patientenverbände, vor allem vor und während der Einführung neuer Medikamente. Welche Ziele verfolgen sie damit? In der Dokumentation sucht Autor Klaus Balzer nach Verbindungen und Einflüssen, spricht mit Patienten, Ärzten und Experten aus dem Gesundheitswesen. Was ist der richtige Weg? Können und sollen Patienten mit Pharmaunternehmen zusammenarbeiten?

      Freitag, 25.11.16
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo HD-TV

      Pharmakonzerne spenden Milliarden an Patientenverbände, vor allem vor und während der Einführung neuer Medikamente. Welche Ziele verfolgen sie damit? In der Dokumentation sucht Autor Klaus Balzer nach Verbindungen und Einflüssen, spricht mit Patienten, Ärzten und Experten aus dem Gesundheitswesen. Was ist der richtige Weg? Können und sollen Patienten mit Pharmaunternehmen zusammenarbeiten?

       

      Pharmakonzerne spenden Milliarden an Patientenverbände, vor allem vor und während der Einführung neuer Medikamente. Welche Ziele verfolgen sie damit?

      In der Dokumentation sucht Autor Klaus Balzer nach Verbindungen und Einflüssen, spricht mit Patienten, Ärzten und Experten aus dem Gesundheitswesen. Was ist der richtige Weg? Können und sollen Patienten mit Pharmaunternehmen zusammenarbeiten?

      2013 bringt der Pharmakonzern Sanofi ein neues Medikament gegen Multiple Sklerose auf den Markt. Das Medikament Lemtrada ist extrem teuer: Zwölf Milligramm kosten mehr als 10 000 Euro. Gleichzeitig schnellen die Spenden des Konzerns an den Patientenverband Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft in den Jahren 2013 und 2014 in die Höhe. Ein Zusammenhang?

      Klaus Koch vom Institut für Qualitätssicherung und Management im Gesundheitswesen bejaht das. Spenden gehörten zur Marketingstrategie von Pharmaunternehmen. Mehr als fünf Millionen Euro spendeten Pharmaunternehmen in den vergangenen Jahren an Patientenverbände pro Jahr. Es ist schwer einen direkten Zusammenhang zur Einführung neuer Medikamente nachzuweisen.

      Aber die Pharmaunternehmen verfolgen noch andere Ziele. "Es geht um die Gewinnung von Teilnehmern an Medikamentenstudien der Industrie", sagt Hilde Schulte, Ehrenvorsitzende der "Frauenselbsthilfe nach Krebs". Diese Selbsthilfe-Initiative hat schon vor Jahren die Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie eingestellt, weil, so Hilde Schulte, Profitstreben und Patientengesundheit nicht zusammen passten. Dagegen setzt der Verband "Mamazone - Frauen und Forschung gegen Brustkrebs" auf die Zusammenarbeit mit Pharmaunternehmen. "Wir wollen unsere Bedürfnisse in die Konzerne hineintragen", sagt Petra Stieber, Vorsitzende des Vereins, der immerhin mehr als 70 000 Euro jährlich von verschiedenen Pharmaunternehmen bekommt.

      Immerhin investiert die Industrie mittlerweile auch auf Europäischer Ebene Millionenbeträge in den Versuch, Einfluss auf Patientenverbände zu bekommen, indem sie die sogenannte "Europäische Patienten Akademie" (Eupati) gründete.

      Film von Klaus Balzer aus der Reihe "Die Story im Ersten"

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