• 13.06.2018
      06:45 Uhr
      Deutschlands Supergrabungen (2/2) Ein Film von Andreas Sawall | PHOENIX
       

      Was macht eine Grabung zu einer Supergrabung? Ist es die Größe, sind es die spektakulären Funde oder vielleicht die außergewöhnlichen Methoden, mit denen Archäologen der Geschichte unserer Vorfahren auf die Spur kommen? Meist ist es eine Kombination dieser Faktoren, die bei den ausgewählten Grabungen von der Nordsee bis zu den Alpen zusammenkommen. Insbesondere aber zeigen die Forscher um den Berliner Landesarchäologen Prof. Matthias Wemhoff, dass Geschichte lebt: Denn jedes neue Detail kann unser Bild von der Vergangenheit verändern.

      Mittwoch, 13.06.18
      06:45 - 07:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Was macht eine Grabung zu einer Supergrabung? Ist es die Größe, sind es die spektakulären Funde oder vielleicht die außergewöhnlichen Methoden, mit denen Archäologen der Geschichte unserer Vorfahren auf die Spur kommen? Meist ist es eine Kombination dieser Faktoren, die bei den ausgewählten Grabungen von der Nordsee bis zu den Alpen zusammenkommen. Insbesondere aber zeigen die Forscher um den Berliner Landesarchäologen Prof. Matthias Wemhoff, dass Geschichte lebt: Denn jedes neue Detail kann unser Bild von der Vergangenheit verändern.

       

      An über 2.000 Orten wird in Deutschland gebuddelt, vermessen und freigelegt. Gemessen an der Einwohnerzahl und der Fläche unseres Landes wird nirgendwo auf der Welt mehr gegraben als hier. Einer der federführenden Archäologen ist Prof. Matthias Wemhoff, der auch im zweiten Teil der "Supergrabungen" wieder zu den archäologischen Hotspots reist. Dabei sollen die vielen kleinen Detailfunde nach und nach ein Gesamtbild des historischen Deutschlands ergeben: angefangen in der Steinzeit bis zum Fall der Berliner Mauer.

      Am Anfang von Prof. Wemhoffs Zeitreise durch das archäologische Deutschland steht ein geheimnisvoller Fund aus der Keltenzeit: ein über 2.600 Jahre altes Kammergrab einer Keltenfürstin, das Grabräubern noch nicht zum Opfer gefallen war. Um eine Beschädigung des Grabes zu vermeiden, wurde es mit Beton und Stahl ummantelt und als kompakter 80-Tonnen-Block mit einem Spezialkran auf einen Schwerlaster verladen. In einem schwäbischen Speziallabor legten Experten in monatelanger Feinarbeit die wertvollen Grabbeigaben frei, darunter goldene Halsperlen, die die Wissenschaftler auf eine spannende Spur setzten, die sie zu den Etruskern, den Vorfahren der Römer, führten.

      Prof. Wemhoffs Reise in die Vergangenheit führt zurück bis in die Steinzeit.
      Am Bodensee mit seinen weltweit berühmten Resten von Pfahlbauten ist der Berliner Archäologe auf die Erkenntnisse seiner tauchenden Kollegen ange-wiesen. Sie suchen im See nach Überresten und hoffen, anhand der Jahresringe der verbauten Stämme die Siedlungen zeitlich näher definieren zu können.
      Bis heute lässt sich nur sagen, dass für fast 5.000 Jahre das Haus mit Seeblick schwer en vogue war.
      Am Bodensee stößt Prof. Wemhoff auf eine kleine Kuriosität: den Kaugummi der Steinzeit. Eine schwarze Masse aus Birkenpech linderte nicht nur Zahn-schmerzen, sondern wurde nach Gebrauch zur Befestigung von Pfeilspitzen verwendet. "Das muss man sich mal vergegenwärtigen: Ein steinzeitlicher Jäger fährt in seinem Einbaum über den See, entdeckt ein Leck und stopft es mit seinem Kaugummi zu", meint der Berliner Archäologe lächelnd.

      Auf Wemhoffs Zeitreise durch die verschiedenen historischen Epochen Deutschlands, die alle ihre Spuren in der Erde hinterlassen haben, entdeckt der Professor nicht nur Deutschlands einzige achteckige Burg, die als Protzprojekt in der Nähe der Stadt Warburg zwei eitle Raubritter berühmt machte, sondern erzählt auch von der abenteuerlichen Ausgrabung der heute weltberühmten Himmelsscheibe von Nebra.

      Eines der spannendsten Rätsel für Archäologen ist der Mord an einer Familie vor 4.500 Jahren, deren Skelette dicht aneinandergedrängt in einem Grab in Eulau liegen - wie in einer letzten Umarmung. Wemhoff rekapituliert die Details des grausigen Fundes und erklärt, welche Schlüsse Archäologen aus den Artefakten ziehen können.

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