• 04.04.2016
      06:10 Uhr
      Die Könige von Kusch Entdeckungen im Sudan | PHOENIX
       

      Lange Zeit herrschten in Nordafrika Schwarze Pharaonen über ein mächtiges Imperium. Fast vergessen scheinen die zahlreichen Ruinen der einst prachtvollen Tempel und Pyramiden. Zeugnisse der alten afrikanischen Hochkultur ragen abseits der Touristenströme aus dem Wüstensand. Archäologen arbeiten fieberhaft daran, mehr zu erfahren über die geheimnisvollen Königinnen und Könige von Kusch.

      Montag, 04.04.16
      06:10 - 06:50 Uhr (40 Min.)
      40 Min.
      Stereo

      Lange Zeit herrschten in Nordafrika Schwarze Pharaonen über ein mächtiges Imperium. Fast vergessen scheinen die zahlreichen Ruinen der einst prachtvollen Tempel und Pyramiden. Zeugnisse der alten afrikanischen Hochkultur ragen abseits der Touristenströme aus dem Wüstensand. Archäologen arbeiten fieberhaft daran, mehr zu erfahren über die geheimnisvollen Königinnen und Könige von Kusch.

       

      Lange Zeit herrschten in Nordafrika Schwarze Pharaonen über ein mächtiges Imperium. Fast vergessen scheinen die zahlreichen Ruinen der einst prachtvollen Tempel und Pyramiden. Zeugnisse der alten afrikanischen Hochkultur ragen abseits der Touristenströme aus dem Wüstensand. Archäologen arbeiten fieberhaft daran, mehr zu erfahren über die geheimnisvollen Königinnen und Könige von Kusch.

      Um 2500 vor Christus entstand südlich des ersten Nil-Katarakts das nubische Reich. Sein Zentrum lag im heutigen Sudan. Über viele Jahrhunderte beeinflussten sich die nubische und ägyptische Kultur gegenseitig. Zeitweise waren sie Freunde, dann wieder Rivalen und auch Feinde. Die Ägypter schürften in den Wüsten Nubiens nach Gold und brachten es in den Palast ihres Pharao. Die Nubier übernahmen von den Ägyptern neben der Schrift auch die Sitte, Pyramiden zu bauen. Im Sudan stehen mehr von den eindrucksvollen Grabanlagen als beim nördlichen Nachbarn.

      Nach einer etwa 1800-jährigen Vorherrschaft der Ägypter entwickelten sich die Nubier zu ernsten Gegnern. Fast ein Jahrhundert lang, von 750 bis 660 vor Christus, hatten die "Schwarzen Pharaonen" das ägyptische Reich beherrscht, bis sie schließlich von den Assyrern besiegt wurden. Danach wurden sie systematisch aus der Geschichte Ägyptens verbannt. Die Nubier entwickelten über drei Jahrtausende keine eigene Schrift. Erst im 3. Jahrhundert vor Christus ersetzten sie die 800 ägyptischen Hieroglyphen durch 23 Buchstaben. Die Sprache dahinter aber gibt den Forschern noch immer Rätsel auf. Die Schriftzeichen konnten bis heute erst in Ansätzen entziffert werden. Daher stammt das meiste Wissen über die Schwarzen Pharaonen und ihr Volk von den Assyrern, Griechen oder Ägyptern. Lange in Vergessenheit geraten, rücken die Zeugnisse der antiken schwarzafrikanischen Hochkultur zunehmend ins Visier der Archäologen. Mittlerweile arbeiten 25 internationale Forscherteams mit Unterstützung des sudanesischen Staates an den bedeutsamen Relikten der antiken Dynastien.

      Die Arbeit der Wissenschaftler in dem nordafrikanischen Land gleicht einer Abenteuer-Expedition. In Kerma, der viereinhalb Jahrtausende alten Geburtsstätte der schwarzafrikanischen Supermacht, entdecken Archäologen einen Friedhof mit mehr als 30.000 Gräbern. Die Relikte aus ferner Vergangenheit erlauben neue Einblicke in die Zeit der Schwarzen Pharaonen.

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