• 27.01.2018
      09:00 Uhr
      Sehen statt Hören Der Holocaust-Gedenktag | BR Fernsehen
       

      Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz durch die sowjetischen Truppen befreit. 51 Jahre später - 1996 - wird dieses Datum vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum bundesweiten Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus auserwählt. An die 1.500 gehörlose Menschen waren unter den Opfern.

      Samstag, 27.01.18
      09:00 - 09:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz durch die sowjetischen Truppen befreit. 51 Jahre später - 1996 - wird dieses Datum vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum bundesweiten Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus auserwählt. An die 1.500 gehörlose Menschen waren unter den Opfern.

       

      Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz durch die sowjetischen Truppen befreit. 51 Jahre später - 1996 - wird dieses Datum vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum bundesweiten Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus auserwählt. An die 1.500 gehörlose Menschen waren unter den Opfern.

      In der Zeit des Nationalsozialismus war Ausschwitz das größte Tötungs- und Vernichtungslager. Allein in Ausschwitz sind rund 1,1 Millionen Menschen ums Leben gekommen. Ungefähr eine Millionen davon waren Juden. Aber nicht nur jüdische Menschen, sondern jeder, der dem Menschenbild der Nationalsozialisten nicht entsprach, war betroffen. Die "nordische Herrenrasse" - blaue Augen, helle Haut, blonde Haare und von kräftiger Statur - wurde als "höherwertige" angesehen. Zur "minderwertigen" Rasse gehörten unter anderem behinderte Menschen, Sinti und Roma, Kranke - und damit auch Gehörlose. An die 1.400 bis 1.500 gehörlose Menschen wurden getötet. Hinzu kommen noch 15- bis 16.000 Gehörlose, die von Zwangssterilisierung betroffen waren.

      Sehen statt Hören hat in den letzten Jahren immer wieder überlebende Zeitzeugen getroffen. Einer davon war David Ludwig Bloch. Er wurde im November 1938 ins KZ Dachau verschleppt. Er erinnerte sich genau an diesen Tag: Die erste Nacht verbrachte er auf dem Boden, bevor er morgens aufgerufen wurde. Die Köpfe wurden kahl geschoren, die Kleider ausgezogen. Nackt waren sie der Kälte ausgesetzt, mussten sinnlos marschieren.

      So eine Flucht gelang oftmals nur denjenigen, die Verwandte im Ausland hatten. Viele Juden flohen nach Israel, ins "Gelobte Land". Auch hier konnte Sehen statt Hören mit einigen Überlebenden sprechen. Ihre Geschichten sind unvorstellbar grauenvoll: Sie wurden von ihren Familien getrennt, haben Familienmitglieder sterben sehen, wurden auf engstem Raum und unter schlimmsten Umständen transportiert, in jeder Form aufs grausamste misshandelt und gedemütigt. Viele kamen zu der Zeit nur mit dem Leben davon, weil es im Verborgenen unbekannte Helden gab, die ihnen geholfen haben.

      Einige haben das KZ überlebt. Aber die Bilder, das Erlebte, das Grauen hat wohl keiner je vergessen können. Genauso wenig wie die vielen Toten, die Familie die ermordet wurde, die Freunde. Und viele von ihnen konnten der deutschen Bevölkerung nicht vergeben, die sich damals diesem Unrecht unterworfen hat.

      Eine lebendige Erinnerungskultur ist gerade in Zeiten wie diesen wichtiger denn je. Auch heute werden noch Menschen verfolgt, unterdrückt, gedemütigt, ausgegrenzt, gar inhaftiert, oder ermordet. Weil sie fremd aussehen, eine andere Meinung haben, oder weil sie homosexuell sind. Heute sollte niemand mehr um sein Leben fürchten müssen, nur weil er anders ist oder anders denkt!

      Willkommen bei "Sehen statt Hören" - der einzigen Sendereihe in der deutschen Fernsehlandschaft, die im Bild sichtbar macht, was man sonst nur im Ton hört! Nicht im "Off", sondern im "On" werden hier die Inhalte präsentiert - mit den visuellen Mitteln des Fernsehens, Gebärdensprache und offenen Untertiteln.
      Zielpublikum sind vor allem die etwa 300.000 gehörlosen, spätertaubten oder hochgradig schwerhörigen Zuschauerinnen und Zuschauern in der Bundesrepublik, die ein solches Programm benötigen, das ihren Kommunikationsbedürfnissen entspricht und ihnen optimale Verständlichkeit ermöglicht, aber auch alle anderen, die sich von den Themen und der ungewöhnlichen Machart angesprochen fühlen.

      In wöchentlich 30 Minuten bringt das vom BR produzierte und in allen Dritten Programmen ausgestrahlte Magazin Informationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, von Arbeitswelt, Familie, Freizeit, Sport über Kunst, Kultur, Bildung, Geschichte bis hin zu politischen, sozialen, rechtlichen und behindertenspezifischen Themen.

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