• 25.04.2021
      23:05 Uhr
      ttt - titel thesen temperamente Moderation: Siham El-Maimouni | Das Erste
       

      Themen:

      • Von Gender*sternchen, alten weißen Männern und Cancel Culture - "ttt" über die Debatte zur Identitätspolitik
      • Roadtrip mit Haftbefehl - Der Rap-Superstar über Kindheit, Kokain und seine Heimat Offenbach
      • Wem gehört die Stadt?
      • "Der Rausch" eine Tragikomödie über ein zunächst beflügelndes Experiment

      Sonntag, 25.04.21
      23:05 - 23:35 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Von Gender*sternchen, alten weißen Männern und Cancel Culture - "ttt" über die Debatte zur Identitätspolitik
      • Roadtrip mit Haftbefehl - Der Rap-Superstar über Kindheit, Kokain und seine Heimat Offenbach
      • Wem gehört die Stadt?
      • "Der Rausch" eine Tragikomödie über ein zunächst beflügelndes Experiment

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Siham El-Maimouni
      • Von Gender*sternchen, alten weißen Männern und Cancel Culture - "ttt" über die Debatte zur Identitätspolitik

      Ob in der Politik, den Universitäten oder auf Instagram: Kaum eine gesellschaftliche Debatte in den vergangenen Jahren wurde so hart, so unerbittlich geführt wie die, um die sogenannte Identitätspolitik. Auf der einen Seite stehen radikale Verteidiger der Political Correctness, die die deutsche Sprache verändern, ihre Gegner niederbrüllen oder mit Shitstorms zum Schweigen bringen wollen. Auf der anderen Seite: Alte weiße Männer, ewig gestrige Nostalgiker einer vergangenen BRD, die in jedem Gender*sternchen ein Zeichen für den Untergang des Abendlandes sehen und um ihre Privilegien als alte, als weiße, als Männer fürchten. Was ist da los? Worum geht es eigentlich bei dem Streit um die Identitätspolitik? Und ist er vielleicht doch wichtig und muss gerade deshalb anders geführt werden? Tatsächlich treten die Verteidiger der Identitätspolitik zunehmend wütender, und auch dogmatischer auf. So wird mitunter gefordert, dass Menschen, die nicht selbst von Diskriminierung betroffen sind, gar nicht mehr mitreden sollen bei Diskussionen über Rassismus. Oder, wer nicht gendern möchte, solle keine Stimme mehr haben im feministischen Diskurs. Also Ausgrenzung als legitimes Kampfmittel? Man könnte auch sagen: An die Stelle eines demokratischen Streits um Argumente sind mehr und mehr die persönlichen Erlebnisberichte Betroffener getreten. Entstanden ist eine Art "Opferolympiade". Beenden die Streiter der Identitätspolitik nicht damit das Gespräch, dass sie eigentlich starten wollten? Und: Sorgen sie mit ihrer Konzentration auf Partikularinteressen der um Identitäten herum organisierten Gruppen, nicht noch für eine tiefere Spaltung der Gesellschaft, die sie eigentlich solidarischer machen wollten? Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Gegner der Identitätspolitik ebenfalls immer hysterischer reagieren. Sie - es sind meist die älteren - verwehren der Gegenseite - es sind fast immer die jüngeren - die Anerkennung ihrer berechtigten Wut. Lieber raunen diese Kritiker der Identitätspolitik vom Ende der Meinungsfreiheit. Dieser unaufhörliche Sturm der Entrüstung auf allen Seiten verdeckt, wie wichtig das ursprüngliche identitätspolitische Anliegen war: all denen Stimme und Gehör zu geben, die zuvor marginalisiert wurden, seien sie nun schwarz, transgender oder weiblich. Und er verhindert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Schwachstellen der Identitätspolitik: Dass in einer Demokratie am Ende das Argument zählt und nicht die Identität.
      "ttt" hat führende Stimmen der Identitätsdebatte dazu befragt: die Politologin Emilia Roig, die Schriftstellerin Jagoda Marinic, die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal, den Literaturkritiker Ijoma Mangold und Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank.

      ttt wird im wöchentlichen Wechsel von sechs Redaktionen der ARD Landesrundfunkanstalten verantwortet: BR, HR, MDR, NDR, RBB und WDR.

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