• 04.09.2017
      23:40 Uhr
      Die Liebe der Jeanne Ney Stummfilm Deutschland 1927 - Thema: 100 Jahre UFA - Ganz großes Kino! | arte
       

      „Die Liebe der Jeanne Ney“ erzählt eine Liebesgeschichte in politisch bewegten Zeiten und gehört zu den interessantesten Filmen des Weimarer Kinos. Der Film entstand nach Ilja Ehrenburgs gleichnamigem populären Roman und ist in seiner unverhohlenen Sympathie für den Sozialismus kein typischer UFA-Film. Regisseur Georg Wilhelm Pabst unterlief mit seiner revolutionären Schnitt-Technik jede gefällige Unterhaltungsästhetik und schuf mit „Die Liebe der Jeanne Ney“ ein hochmodernes Filmdrama. Mit der aktuellen Restaurierung und neuen Orchestrierung liegt dieser Filmklassiker endlich in einer guten Fassung vor.

      Montag, 04.09.17
      23:40 - 01:30 Uhr (110 Min.)
      110 Min.
      Stereo HD-TV

      „Die Liebe der Jeanne Ney“ erzählt eine Liebesgeschichte in politisch bewegten Zeiten und gehört zu den interessantesten Filmen des Weimarer Kinos. Der Film entstand nach Ilja Ehrenburgs gleichnamigem populären Roman und ist in seiner unverhohlenen Sympathie für den Sozialismus kein typischer UFA-Film. Regisseur Georg Wilhelm Pabst unterlief mit seiner revolutionären Schnitt-Technik jede gefällige Unterhaltungsästhetik und schuf mit „Die Liebe der Jeanne Ney“ ein hochmodernes Filmdrama. Mit der aktuellen Restaurierung und neuen Orchestrierung liegt dieser Filmklassiker endlich in einer guten Fassung vor.

       

      Halb Politthriller, halb Melodram, erzählt „Die Liebe der Jeanne Ney“ eine Geschichte nach der Oktoberrevolution. Als die Rote Armee die Krim besetzt, wird der französische Agent und Journalist Alfred Ney erschossen.
      Seine Tochter Jeanne hat sich in den jungen Bolschewiken Andreas verliebt, muss aber das Land verlassen. Sie kommt bei ihrem Onkel unter, der in Paris eine Privatdetektei betreibt. Zwar kann Andreas in kommunistischer Mission nach Paris kommen und Jeanne wiederfinden, doch das Liebesglück währt nicht lange. Auch der schmierige Chalybieff, Spitzel der Weißgardisten, hat ein Auge auf Jeanne geworfen und sie in Paris wiederentdeckt. Er belästigt sie und ist hinter dem Vermögen ihres Onkels her. Chalybieff schreckt vor keinem Mittel zurück, um seine Ziele zu erreichen und seinen Konkurrenten Andreas auszuschalten ...

      Der österreichische Regisseur G.W. Pabst (1885-1967) gelangte über das Theater zum Film, wo er mit "Der Schatz" 1923 sein Regiedebüt gab. Seinen Welterfolg hatte er als Entdecker von Louise Brooks, mit der er "Die Büchse der Pandora" und "Tagebuch einer Verlorenen" inszenierte. 1930 drehte Pabst seinen ersten Tonfilm "Westfront 1918". Mit den folgenden Filmen "Die 3-Groschen-Oper" und dem die Völkerverständigung propagierenden "Kameradschaft" verortete Pabst sein Werk politisch noch fester im linken Spektrum. Die NS-Zeit überlebte Pabst in Frankreich und in Hollywood, dann kehrte er nach Deutschland zurück.

      Quellmaterial der aktuellen Restaurierung ist eine Kopie, die das New Yorker Museum of Modern Art in den 30er Jahren vom Reichsfilmarchiv angekauft hat. Diese Kopie dürfte der deutschen Originalfassung entsprechen und stammt vom sogenannten B-Negativ, das sich nicht erhalten hat. Bei der Restaurierung wurden die englischen Zwischentitel gegen die deutschen Texte laut Zensurkarte ausgetauscht. Zu dem Film existiert in der Musiksammlung des MoMA eine historische Klavierkompilation, die vermutlich in den 30er Jahren entstand, als die damalige Kuratorin Iris Barry im Berliner Reichsfilmarchiv die Kopie des Films erwarb. Die Klavierkompilation wurde zur restaurierten Fassung eingerichtet und von Bernd Thewes für das Funkhausorchester neu instrumentiert.

      Thema: 100 Jahre UFA - Ganz großes Kino!
      Bis heute steht der Name UFA für deutsches Kino in guten wie in schlechten Zeiten. Die UFA hat alles produziert: visionäres Kino ebenso wie perfide Propaganda, in ihren Produktionen spiegelt sich die deutsche Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wider. ARTE zeigt anlässlich des 100. Gründungsjubiläums der UFA ab Ende August 2017 eine repräsentative Filmreihe, die den großen Bogen von der Stummfilmzeit bis heute schlägt.

      Die UFA-Retrospektive, die ARTE in Zusammenarbeit mit dem ZDF im Fernsehen präsentiert, umfasst rund 20 Spielfilme und zwei neu produzierte Dokumentarfilme. In drei Sendestaffeln, im August, September und Dezember, dazu begleitend auf der Homepage von ARTE, stellt sie die wichtigsten Regisseure der UFA vor: Georg Wilhelm Pabst, Friedrich Wilhelm Murnau, Detlef Sierck, Josef von Sternberg, Robert Siodmak oder Veit Harlan. Filme mit den größten Stars der UFA zeigen die ganze Vielfalt. Alle Genres sind vertreten: Kostümfilm und Komödie, Krimi und Melodram, Kulturfilm - aber auch ein Propagandafilm; alle Filme sind in aktuellen Restaurierungen der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung zu sehen. Ein begleitender Online-Auftritt dokumentiert die wichtigsten Ereignisse des UFA-Jubiläumsjahres mit Ausstellungen und Vorträgen und sieht die Live-Übertragung des von Bertelsmann und UFA organisierten Stummfilmfestivals "UFA-Filmnächte" auf der Berliner Museumsinsel im August 2017 vor.

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      Montag, 04.09.17
      23:40 - 01:30 Uhr (110 Min.)
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