• 07.11.2019
      23:50 Uhr
      Stilles Land Spielfilm Deutschland 1992 | NDR Fernsehen
       

      In einer kleinen Stadt irgendwo im flachen Norden der DDR gibt es ein Theater mit einer winzigen Bühne, mittelmäßigen Schauspielern und großen Träumen, die hier begraben wurden. An diesen Ort verschlägt es den jungen Regisseur Kai. Während er um die Durchsetzung seiner Ideen kämpft, beginnt sich die Welt zu verändern: Irgendwo in der fernen Hauptstadt wird Revolution gemacht, denn es ist Herbst 1989. Sehnsüchte scheinen greifbar nah und auch in der nördlichen Stadt keimen Hoffnungen.

      Donnerstag, 07.11.19
      23:50 - 01:25 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      VPS 23:40
      Stereo

      In einer kleinen Stadt irgendwo im flachen Norden der DDR gibt es ein Theater mit einer winzigen Bühne, mittelmäßigen Schauspielern und großen Träumen, die hier begraben wurden. An diesen Ort verschlägt es den jungen Regisseur Kai. Während er um die Durchsetzung seiner Ideen kämpft, beginnt sich die Welt zu verändern: Irgendwo in der fernen Hauptstadt wird Revolution gemacht, denn es ist Herbst 1989. Sehnsüchte scheinen greifbar nah und auch in der nördlichen Stadt keimen Hoffnungen.

       

      Ein Provinztheater in der DDR. Die Zuschauer sind rar, an Talente glaubt hier niemand. Der Running Gag lautet: „Wir sehen uns dann in Hollywood!“ Kai, der neue Regisseur, ist über die Zustände in der Kleinstadt und am Theater zunächst erschrocken. Seine Wohnung wurde zuvor von Katzen bewohnt und ist verwahrlost, in der Dorfkneipe begeht er den Fehler, einen Tee zu bestellen, und wird daraufhin verprügelt. Doch Kai ist nicht der einzige hier Gestrandete. Claudia hat sich an sämtlichen Theatern beworben und wurde nur hier genommen.

      Kai macht sich an eine Inszenierung von „Warten auf Godot“ und versucht, das Theater umzukrempeln. Verbissen tut er alles dafür, das Theater zu modernisieren, es vom Kleinstadt-Mief zu befreien. Doch er hat nicht mit den Schauspielern und anderen Theatermachern gerechnet, für die dieses Theater den Lebensmittelpunkt darstellt und die auf Kais bestimmende Art eher trotzig reagieren. Auch als Claudia und Kai sich näherkommen, hat er für sie nicht viel übrig. Zu sehr ist er mit seinem Stück und vor allem mit sich selbst beschäftigt.

      Während im Theater also alle auf Godot warten, wartet der Rest der Bevölkerung darauf, dass etwas passiert. „Das Land ist still!“, klagt einer der Schauspieler an. Der Direktor solle endlich einmal von etwas Relevantem sprechen, über Ungarn, über die Prager Botschaft! Die Theatertruppe macht sich daran, eine Petition an Honecker zu verfassen, in der sie Demokratie fordern. Sie organisieren eine Montagsdemonstration, besorgen sich eine Antenne, um westdeutsches Fernsehen zu empfangen, und versuchen nach Berlin zu gelangen, als die Mauer fällt. Nur Claudia gelingt es, per Anhalter in die Hauptstadt zu kommen.

      Andreas Dresens Debütfilm „Stilles Land“ erhielt unter anderem den Crystal Globe beim Karlovy Vary Filmfestival. Zuvor lief sein Abschlussfilm „So schnell es geht nach Istanbul“ 1991 auf der Berlinale und erhielt 1992 den Prix Europa. Seitdem liefen drei weitere Filme Dresens auf der Berlinale: „Nachtgestalten“ (1999), „Halbe Treppe“ (2002) und „Als wir träumten“ (2015). Sein Film „Timm Thaler oder das verkaufte Lachen“ (2017) war beim Deutschen Filmpreis in drei Kategorien nominiert sowie für den Preis der deutschen Filmkritik als bester Kinderfilm. Sein aktueller Film „Gundermann“ (2018) erzählt das Leben des DDR-Liedermachers Gerhard Gundermann.

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