• 29.05.2021
      00:20 Uhr
      Frenzy Spielfilm Großbritannien 1972 | BR Fernsehen
       

      Ein "Krawatten-Mörder", der es auf alleinstehende Frauen abgesehen hat, versetzt London in Angst und Schrecken. Als der sadistische Sexualmörder ein neues Opfer findet, gerät der geschiedene Mann der Ermordeten in dringenden Tatverdacht. Von der Polizei verfolgt und schließlich verhaftet, wird er aufgrund scheinbar unwiderlegbarer Indizien verurteilt. Erst als er - von Rachsucht getrieben - aus dem Gefängnis ausbricht, gelingt es, ihm den tatsächlichen Mörder zu fassen.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 29.05.21
      00:20 - 02:10 Uhr (110 Min.)
      110 Min.
      Stereo

      Ein "Krawatten-Mörder", der es auf alleinstehende Frauen abgesehen hat, versetzt London in Angst und Schrecken. Als der sadistische Sexualmörder ein neues Opfer findet, gerät der geschiedene Mann der Ermordeten in dringenden Tatverdacht. Von der Polizei verfolgt und schließlich verhaftet, wird er aufgrund scheinbar unwiderlegbarer Indizien verurteilt. Erst als er - von Rachsucht getrieben - aus dem Gefängnis ausbricht, gelingt es, ihm den tatsächlichen Mörder zu fassen.

       

      Stab und Besetzung

      Richard Blaney Jon Finch
      Robert Rusk Barry Foster
      Brenda Blaney Barbara Leigh-Hunt
      Babs Milligan Anna Massey
      ChiefInspector Oxford Alec McCowen
      Mrs. Oxford Vivien Merchant
      Hetty Porter Billie Whitelaw
      Johnny Porter Clive Swift
      Felix Forsythe Bernard Cribbins
      Sergeant Spearman Michael Bates
      Schnitt John Jympson
      Produzent Alfred Hitchcock, William Hill
      Regie Alfred Hitchcock
      Drehbuch Anthony Shaffer
      Kamera Gilbert Taylor
      Gilbert Taylor
      Musik Ron Goodwin

      Als ein Londoner Lokalpolitiker am Ufer der Themse selbstbewusst verkündet, der Verschmutzung des Flusses werde Einhalt geboten, unterbricht ihn ein Schrei des Entsetzens: Im schlammigen Wasser sehen seine Zuhörer eine Frauenleiche treiben. Der unheimliche "Krawatten-Mörder", ein sadistischer Psychopath, hat ein neues Opfer gefunden. Zur gleichen Zeit verliert Richard Blaney, einst Staffelkommandant bei der Royal Air Force, jetzt zum Bierzapfer abgestiegen, seinen Job. Robert Rusk, ein befreundeter Gemüsehändler in Covent Garden, bietet ihm Hilfe an.

      Blaney ist an diesem Tag jedoch nicht nur vom Pech verfolgt: Er hat auch bald die Polizei auf den Fersen, als seine geschiedene Frau Brenda mit einer Krawatte stranguliert aufgefunden wird und verschiedene Indizien gegen ihn sprechen. Er taucht mit seiner Freundin Babs unter, die zu ihm hält, wenig später jedoch auch zum Opfer des "Krawatten-Mörders" wird. Der hilfsbereit scheinende Rusk bietet dem verzweifelten Blaney an, er könne sich in seiner Wohnung verstecken, liefert ihn jedoch sogleich an Scotland Yard aus.

      Blaney wird aufgrund der erdrückenden Last der Beweise zu lebenslanger Haft verurteilt. Er weiß jetzt jedoch, wer der wirkliche Mörder ist und schwört Rache. Blaney bricht aus dem Gefängnis aus und macht sich auf den Weg zum wahren Mörder. Doch sein Gegenspieler war wieder einmal schlauer als er: Als Blaney auf den vermeintlichen schlafenden "Krawatten-Mörder" einschlägt, entpuppt sich dieser unter der Decke als frisch stranguliertes Frauenopfer.

      Mit einem Schlagstock in der Hand wird Blaney neben der Leiche vom eintreffenden Kriminalinspektor vorgefunden. Doch der Scotland-Yard-Chief sorgt für eine Überraschung, hat er doch inzwischen selbst entdeckt, wer der wahre Mörder sein muss. "Frenzy" (zu Deutsch "Wahnsinn", "Raserei") ist vielleicht Hitchcocks bösester Film und zeigt einmal mehr, was ein Filmemacher seiner Klasse aus einer an sich trivialen Geschichte zu machen vermag. Hitchcock braucht kein kriminalistisches Ratespiel - der wahre Täter ist früh erkennbar -, um bis zum furiosen Schluss immense Spannung zu erzeugen.

      Optisch fasziniert "Frenzy" durch Einstellungen, die Filmgeschichte gemacht haben. Raffiniert wahrte Hitchcock die Balance zwischen Komik und Grauen, etwa bei der aberwitzigen nächtlichen Fahrt des Mörders mit der Leiche auf einem Lkw samt einer Ladung Kartoffeln. Mit diesem Film enden die Hitchcock-Wochen im SWR Fernsehen.

      Alfred Hitchcock bewies mit dem Thriller "Frenzy", seinem vorletzten Film, ungebrochene Meisterschaft.

      "Frenzy" ist der erste Film seit 1950, den der legendäre Meister des Suspense wieder in seiner Heimat England gedreht hat. Der Schauplatz London wird gebührend mit einer langen Kamerafahrt über die Tower Bridge eingeführt und mit seinen sinnlich anmutenden Szenen auf dem Obst- und Gemüsemarkt weiter profiliert. Auch lässt Alfred Hitchcock seiner Vorliebe für angelsächsische Ironie freien Lauf, etwa bei der aberwitzigen nächtlichen Fahrt des Mörders mit der Leiche auf einem Lkw samt einer Ladung Kartoffeln oder bei den gering geschätzten französischen Kochkünsten der Gattin des Inspektors Oxford.

      Zum ersten Mal in einem Hitchcock-Film kommen außerdem Nacktszenen vor und die Bilder der Gewalt fallen ungewohnt drastisch aus. "Frenzy" (zu Deutsch "Wahnsinn", "Raserei") ist vielleicht Hitchcocks makaberster Film und zeigt einmal mehr, was ein Regisseur seiner Klasse aus einer an sich trivialen Geschichte zu machen vermag: Er braucht kein kriminalistisches Ratespiel - der wahre Täter ist früh erkennbar -, um bis zum furiosen Schluss immense Spannung zu erzeugen. Vielmehr ist es die atemlose Erwartung, welche Wende der Regisseur der Geschichte geben wird, um den wahren Mörder zu entlarven, die für Spannung sorgt. Weiter kommt Nervenkitzel auf, wenn sich die Schlinge um den Hals des Unschuldigen immer weiter zusammenzieht. Dabei wird ein altes Grundmotiv von Hitchcock wieder aufgegriffen - die "philosophische" Sicht auf die Fehlschläge der Vernunft und die stets drohende Allmacht des Absurden. Auch steht bei der Geschichte von "Frenzy" wieder ein Mensch im Vordergrund, der seine "Identität" verliert und für jemand gehalten wird, der er nicht ist - ein Motiv das Hitchcock zeit seines Lebens faszinierte. Hitchcock gelingt in "Frenzy" ein Balanceakt zwischen tragischer Grausamkeit und makaberer Komik.

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 29.05.21
      00:20 - 02:10 Uhr (110 Min.)
      110 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 13.06.2021