• 06.11.2020
      20:15 Uhr
      Akte Grüninger Fernsehfilm Schweiz 2013 | 3sat
       

      Im August 1938 schließt die Schweiz ihre Grenze für Flüchtlinge - eine lebensgefährliche Katastrophe für Juden aus Deutschland und Österreich. Doch nicht alle Beamten halten sich an die unmenschliche Weisung. Im Kanton Sankt Gallen nutzt der Kommandant der Schweizer Grenzpolizei Paul Grüninger bürokratische Lücken und setzt aus moralischer Überzeugung alles aufs Spiel. Der historische Paul Grüninger (1891-1972) ging zu Recht als "Oskar Schindler" des Grenzgebiets zwischen Deutschland und der Schweiz in die Geschichte ein: Er rettete Hunderten Menschen das Leben.

      Freitag, 06.11.20
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

      Im August 1938 schließt die Schweiz ihre Grenze für Flüchtlinge - eine lebensgefährliche Katastrophe für Juden aus Deutschland und Österreich. Doch nicht alle Beamten halten sich an die unmenschliche Weisung. Im Kanton Sankt Gallen nutzt der Kommandant der Schweizer Grenzpolizei Paul Grüninger bürokratische Lücken und setzt aus moralischer Überzeugung alles aufs Spiel. Der historische Paul Grüninger (1891-1972) ging zu Recht als "Oskar Schindler" des Grenzgebiets zwischen Deutschland und der Schweiz in die Geschichte ein: Er rettete Hunderten Menschen das Leben.

       

      "Akte Grüninger" erzählt die Geschichte des St. Galler Polizeikommandanten Paul Grüninger (1891-1972), der kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges Hunderten Juden die Flucht ermöglichte.

      Februar 1939: Obwohl die Schweizer Grenze seit rund einem halben Jahr für Flüchtlinge geschlossen ist, gelangen weiterhin Hunderte von Menschen ohne gültiges Visum ins Land, namentlich im Grenzgebiet zu Deutschland und dem von Hitler "heimgeholten" Österreich.

      Zur Abklärung der Hintergründe dieser offensichtlich illegalen Einreisen leitet der Chef der Eidgenössischen Fremdenpolizei, Heinrich Rothmund, eine Untersuchung ein.

      Polizeiinspektor Robert Frei, ein junger, ehrgeiziger und autoritätsgläubiger Beamter, wird in den Kanton St. Gallen beordert. Dort kommt er im Rheintal einem Hilfssystem auf die Spur, das von breiten Teilen der Bevölkerung getragen und vom St. Galler Kantonspolizei-Kommandanten Paul Grüninger nicht nur stillschweigend geduldet, sondern aktiv unterstützt wird. Im Laufe der Ermittlungen erhärtet sich Freis Verdacht.

      Grüninger lässt Flüchtlinge ohne gültige Visa herein. Indem er zahllose Registrierungen vor den 19. August 1938 - den Tag des Grenzschließungserlasses - datiert, legalisiert er viele Emigranten als anerkannte Flüchtlinge. Der Polizeikommandant streitet gegenüber Frei auch gar nicht ab, dass er laufend gegen das Gesetz verstößt. Aber er tue dies aus reiner Menschlichkeit; er könne schlicht nicht anders. Frei ist irritiert.

      Alain Gsponers "Akte Grüninger" entfaltet packend die wahre Geschichte eines Beamten, der sich in schwersten Zeiten gegen die Gesetze stellt, sich der Menschlichkeit verpflichtet und dabei Stellung, Ehre, Freundschaften und das Wohl der eigenen Familie aufs Spiel setzt. Nach seiner Amtsenthebung und fristlosen Entlassung 1939 lebte Paul Grüninger mit seiner Familie bis zu seinem Tod 1972 in ärmlichen Verhältnissen. Erst auf Grüningers juristische Rehabilitierung 1995 durch das Bezirksgericht Sankt Gallen folgte 1998 eine finanzielle Wiedergutmachung, mit der seine Nachfahren die Paul Grüninger Stiftung gründeten. Bereits 1971 zählte ihn die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zu den "Gerechten unter den Völkern".

      Nach dem Fernsehfilm "Rose" (2005) und seiner ersten Kinoproduktion "Das wahre Leben" (2006) folgte 2009 mit "Lila, Lila" Alain Gsponers zweiter Kinofilm. "Akte Grüninger" entfachte 2014 in der Schweiz eine Polemik, die belegte, wie aktuell die Diskussion um die Bewertung der restriktiven Flüchtlingspolitik dort geführt wurde.

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      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 27.11.2020