• 11.11.2018
      14:45 Uhr
      phoenix history Vor 100 Jahren: Ende des Ersten Weltkrieges | phoenix
       

      Entstanden anlässlich des 100. Jahrestages des Endes des Ersten Weltkriegs zeichnet die 4-teilige Reihe "14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs" ein neues Bild der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Zum ersten Mal erzählt eine Dokureihe den Krieg aus einer multinationalen Perspektive.

      • 14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs (1/4): Der Aufbruch
      • 14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs (2/4): Die Front
      • 14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs (3/4): Die Heimat
      • 14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs (4/4): Die Entscheidung

      Sonntag, 11.11.18
      14:45 - 17:45 Uhr (180 Min.)
      180 Min.
      VPS 14:00
      Stereo

      Entstanden anlässlich des 100. Jahrestages des Endes des Ersten Weltkriegs zeichnet die 4-teilige Reihe "14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs" ein neues Bild der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Zum ersten Mal erzählt eine Dokureihe den Krieg aus einer multinationalen Perspektive.

      • 14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs (1/4): Der Aufbruch
      • 14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs (2/4): Die Front
      • 14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs (3/4): Die Heimat
      • 14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs (4/4): Die Entscheidung

       
      • 14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs (1/4): Der Aufbruch

      Film von Jan Peter und Yury Winterberg

      Als in Sarajewo der österreichische Thronfolger und dessen Frau ermordet werden, ist Europa ein hochgerüsteter und von Spannungen gezeichneter Kontinent. Scheinbar unaufhaltsam treibt alles auf einen Krieg zu. Die Menschen aller Nationen sind überzeugt, angegriffen zu werden. Sie empfinden es als ihre heilige Pflicht, für das Vaterland in den Krieg zu ziehen. Diese Sicht eint die Menschen und wird als neues, überragendes Gemeinschaftsgefühl empfunden. Viele haben jedoch auch einfach Angst und sorgen sich um die Zukunft. Propaganda-Meldungen über den raschen Vormarsch der Truppen und die ersten militärischen Erfolge befördern die Hoffnung auf einen schnellen Sieg - in vielen Ländern. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Nach nur drei Monaten sind bereits hunderttausende Soldaten gefallen.
      Marina Yurlova ist 14 Jahre alt, als sie den Beginn des Krieges in ihrem kleinen Heimatdorf im Süden Russlands erlebt. Die Glocken läuten und melden den Kriegsausbruch. Die Kosaken, zu denen Marina gehört, sind ein kriegerisches Volk und dem Zaren treu ergeben. Ihr Vater, ein Oberst der Kuban-Kosaken, zieht in den Krieg und lässt sie zurück. Marina schlägt sich auf eigene Faust bis zur Front durch, um ihren Vater zu suchen.
      Käthe Kollwitz ist Sozialdemokratin und Kriegsgegnerin. Bei Kriegsbeginn muss sie sich mit ihrem 18 Jahre alten Sohn Peter auseinandersetzen, der sich freiwillig für den Kriegseinsatz melden will. Sie ist hin- und hergerissen zwischen patriotischer Aufbruchsstimmung, Pflichtgefühl und der Angst um ihren Sohn. Schließlich gibt sie Peter die Erlaubnis, in den Krieg zu ziehen. Mit großer Anteilnahme verfolgt sie seinen Einsatz in Belgien - bis zu dem Tag, an dem ein Brief des Generalstabs eingeht.
      Die zwölfjährige Elfriede Kuhr erlebt den Beginn des Krieges in Schneidemühl, unweit der Grenze zu Russland. In der Schule lernt sie, dass der Gebrauch von französischen und englischen Worten jetzt verboten ist. Es soll nur noch deutsch gesprochen werden. Zuerst freut sie sich über den Krieg, denn nach deutschen Siegen fällt die Schule aus. Aber Elfriede hat auch Angst. Es gibt Gerüchte, dass die Russen ihre Feinde lebend an Scheunentore nageln und die Front ist nicht weit entfernt. Ihre Großmutter beruhigt sie: "Die Deutschen haben noch nie einen Krieg verloren".
      Karl Kasser ist 1889 im niederösterreichischen Kilb geboren. Seine Eltern sind Bauern. Wie vielen Bauern- und Arbeitersöhnen widerstrebt es ihm, in den Krieg zu ziehen. Trotz einer Handverletzung wird er tauglich geschrieben und muss wenige Monate nach Kriegsbeginn einrücken. Österreich-Ungarn ist ein Vielvölkerstaat, seine Truppen bestehen aus Angehörigen vieler verschiedener Völker, die zum Teil sogar unterschiedliche Sprachen sprechen. Unter ihnen fühlt sich Kasser einsam und verloren. Er soll an der Ostfront eingesetzt werden.
      Yves Congar ist bei Kriegsbeginn 10 Jahre alt. Er lebt im französischen Sedan und ist überzeugt von der Überlegenheit der Franzosen und ihrer Waffen. Doch dann muss er erleben, wie sich dieses Bild als Trugbild der Propaganda erweist. Die Deutschen marschieren in seine Heimatstadt Sedan ein. Auch das Haus der Congars wird besetzt. Deutsche Soldaten werden in ihrer Wohnung einquartiert. Jetzt muss Yves Tür an Tür mit den verhassten "Hunnen" leben.

      • 14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs (2/4): Die Front

      Film von Jan Peter und Yury Winterberg

      Fast alle haben mit einem schnellen Ende des Kriegs gerechnet, bis Weihnachten, so ihre Überzeugung, sei alles überstanden. Stattdessen wird aus dem europäischen Konflikt ein Weltkrieg, in dem mehr als 60 Millionen Soldaten kämpfen. Aus dem Bewegungs- wird ein Stellungskrieg. Neue Artilleriegeschütze, Maschinengewehre und Giftgas fordern immer mehr Opfer. Nicht mehr Tapferkeit und Mut, sondern allein der Zufall bestimmt, ob der Einzelne überlebt oder nicht. Trotzdem wird weiter gekämpft. So viele Menschen sind gestorben, dass deren Opfer nicht vergeblich sein darf. Nur der Sieg kann sie rechtfertigen. Verständigung und Frieden sind vor diesem Hintergrund unmöglich geworden.
      Sarah Macnaughtan stammt aus einer wohlhabenden britischen Familie und hat bereits im Südafrika-Krieg Erfahrung als Krankenschwester gesammelt. Mit dem Zug macht sie sich auf in den Südosten Russlands. Dort will sie in einem Hospital arbeiten, das mit Spendengeldern eingerichtet wurde. Doch Misswirtschaft und Gleichgültigkeit verhindern ihre Mission. Bei Jerewan wird sie Zeugin des Völkermords an den Armeniern.
      Der Österreicher Karl Kasser erlebt die schweren Kämpfe an der Ostfront. Einziger Trost für ihn sind die Feldpostbriefe aus der Heimat. Bei einem Angriff wird ein Kamerad schwer verwundet. Er fleht Kasser an, bei ihm zu bleiben. Aber um nicht selbst zu sterben, muss er ihn liegenlassen. Kurz darauf wird auch er von einer Kugel getroffen.
      Nach Tagen im Zug erreicht Marina Yurlova die russische Front und wird dort zur Kindersoldatin. Bereits mit 16 Jahren ist sie Trägerin des Georgs-Kreuzes, der höchsten militärischen Auszeichnung, die das Zarenreich vergibt. Als Sanitäterin erlebt sie einen Gasangriff und wird bei einer Granatenexplosion verschüttet.
      Auf einer Patrouille im Niemandsland verliert Ernst Jünger die Orientierung und wird von Soldaten seines Zuges gerettet. Doch dann gerät er in einen Angriff, der mit massivem Artilleriefeuer eingeleitet wird. Sieben Tage und Nächte dauert der Beschuss und zermürbt die deutschen Soldaten.
      Louis Barthas ist Gewerkschafter und überzeugter Pazifist, dennoch wird er an die deutsch-französische Front eingezogen. Dort erlebt er die Schrecken des modernen Krieges. Bei einem einzigen Angriff sterben fast alle seiner Kameraden.

      • 14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs (3/4): Die Heimat

      Film von Jan Peter und Yury Winterberg

      Für die Soldaten an der Front ist die Heimat ein Sehnsuchtsort. Heimat steht für Sicherheit, Geborgenheit, Frieden. Viele hält nur der Gedanke an die Rückkehr zu den Lieben und an die intakte Heimat aufrecht. Doch weil dort jetzt auch Waffen für die Front produziert werden, wird die Heimat selbst zum Ziel.
      Flugzeuge und Zeppeline werfen ihre Bomben nicht mehr nur auf feindliche Soldaten ab, sondern auch auf Zivilisten, Frauen und Kinder in den Städten. Durch Blockaden und den Seekrieg soll die gegnerische Bevölkerung ausgehungert und vernichtet werden. Zerstörung und Tod, Verzweiflung, Hunger und Einsamkeit gibt es jetzt nicht mehr nur an der Front, sondern auch in der Heimat. Der Krieg hat das romantische Bild der intakten Heimat zerstört. Heimat und Front sind eins geworden – der Krieg ist überall.

      • 14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs (4/4): Die Entscheidung

      Film von Jan Peter und Yury Winterberg

      Im Frühjahr 1918 will die deutsche Heeresleitung durch eine letzte große Offensive die Entscheidung herbeiführen. Doch auch dieser Angriff scheitert. Die deutschen Truppen sind am Ende ihrer Kräfte. Der deutsche Erste Generalquartiermeister Ludendorff fordert einen sofortigen Waffenstillstand.

      Als Ende Oktober 1918 die deutsche Flotte dennoch zu einem letzten Gefecht auslaufen soll, meutern die Matrosen in Kiel und entwaffnen ihre Offiziere. Der Aufstand breitet sich über das ganze Land aus. Der Kaiser dankt ab. Zivile Politiker unterschreiben schließlich einen Waffenstillstand. Der E

      rste Weltkrieg hinterlässt Millionen Tote – und einen zerstörten Kontinent. Es gelingt nicht, mit dem Versailler Friedensvertrag das Fundament für einen dauerhaften Frieden zu legen. Gefühle von Rache und Trauer bleiben und werden bald zu einem weiteren Weltkrieg führen.

      Entstanden anlässlich des 100. Jahrestages des Endes des Ersten Weltkriegs zeichnet die 4-teilige Reihe "14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs" ein neues Bild der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Sie erzählt die Geschichte des Ersten Weltkriegs aus der Perspektive von Zeitzeugen, die ihre Erlebnisse in Tagebüchern, Aufzeichnungen und Feldpostbriefen festgehalten haben. Zum ersten Mal erzählt eine Dokureihe den Krieg aus einer multinationalen Perspektive. In den Filmen kommen Menschen vieler Völker und Nationen zu Wort – mit teils ähnlichen, aber auch ganz unterschiedlichen Kriegserfahrungen. Ihre Erlebnisse sind in aufwendigen Dramaszenen nachgestellt. Inszeniert wurde ausschließlich, was die Erzähler in ihren Tagebüchern und Briefen festgehalten haben. Diese persönlichen Schicksale sind in dokumentarische Filmsequenzen eingebettet, die vor allem aus zeitgenössischem Film- und Fotomaterial bestehen.

      Um die unterschiedlichen nationalen Erlebniswelten so glaubhaft wie möglich zu inszenieren, standen deutsche, britische, russische, italienische, französische und österreichische Schauspielerinnen und Schauspieler vor der Kamera. Sie alle spielen in ihrer Muttersprache. Gedreht wurde im Elsass und im kanadischen Quebec.

      Das spektakuläre zeitgenössische Film- und Fotomaterial für die Produktion stammt aus Archiven in der ganzen Welt und ist zum Teil noch nie gezeigt worden. Es wurde in HD-Auflösung neu digitalisiert und aufwendig restauriert. Als Fachberater haben namhafte Historiker an der Serie mitgewirkt, darunter Peter Englund, Sekretär der Schwedischen Akademie der Wissenschaften, der deutsche Historiker Oliver Janz und der französische Historiker Emmanuel Saint Fuscien.

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      Sonntag, 11.11.18
      14:45 - 17:45 Uhr (180 Min.)
      180 Min.
      VPS 14:00
      Stereo

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