• 09.05.2013
      17:15 Uhr
      Bikini Trauminseln im Sperrgebiet | phoenix
       

      Gewaltige atomare Explosionen erschütterten 1946 das Bikini-Atoll im Pazifik. Die amerikanischen Streitkräfte hatten sich diesen abgelegenen Platz ausgesucht, um bis 1958 dort insgesamt 23 Atombomben zu zünden.

      Donnerstag, 09.05.13
      17:15 - 18:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Gewaltige atomare Explosionen erschütterten 1946 das Bikini-Atoll im Pazifik. Die amerikanischen Streitkräfte hatten sich diesen abgelegenen Platz ausgesucht, um bis 1958 dort insgesamt 23 Atombomben zu zünden.

       

      Aus dieser Testserie resultierte eine gewaltige Naturkatastrophe. Heute, mehr als 50 Jahre später, ist längst wieder Ruhe eingekehrt im Atoll. Doch konnte sich die Natur erholen?

      Damals wurde eine gewaltige Flotte ausgedienter Kriegsschiffe zusammengezogen, um sie möglichst Aufsehen erregend zu versenken. Nicht bloß die Zerstörungskraft der Bomben sollte getestet werden, es ging den Amerikanern auch darum, im beginnenden Kalten Krieg mit der Sowjetunion Eindruck zu machen. Bei der Operation Crossroads im Juli 1946 versenkten zwei Atombomben diese Geisterflotte von 84 Schiffen, zerstörten dabei die Natur der Inseln über und unter Wasser und verseuchten Teile des riesigen Atollrings nachhaltig.

      Bis heute müssen Lebensmittel auf die Inseln gebracht werden, Versuche, die damals zwangsevakuierte Urbevölkerung wieder anzusiedeln, scheiterten in den 70er Jahren. Zu hoch war damals noch die Reststrahlung der insgesamt 23 Atombomben, die auf Bikini bis 1958 gezündet wurden. Die Militärs haben die Inseln längst verlassen. Die Natur hat viele der angerichteten Schäden reparieren können, wenn auch nicht alle. Der Krater der Wasserstoffbombe Bravo von 1954 sieht heute noch aus wie eine unterseeische Mondlandschaft, in der nur mühsam neue Korallen siedeln können.

      Andere Riffe im ehemaligen Sperrgebiet dagegen konnten sich über Dekaden ungestört entwickeln. Selbst die Haie des Atolls konnten sich hier vor asiatischen Fangflotten sicher fühlen. Die Tierwelt hat sich ihr Reich zurückerobert und aus gigantischen Wracks wie dem Flugzeugträger USS Saratoga oder dem japanischen Schlachtschiff Nagato riesige künstliche Riffe geschaffen. Refugien für unzählige Fische, Korallen und andere Tiere. Die Wracks der Geisterflotte sind inzwischen ein exklusives Traumziel für viele Taucher geworden.

      THEMA: Wunderwelt der Natur

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