• 05.04.2013
      15:00 Uhr
      Fiat Die ungewöhnliche Sozialgeschichte einer Autofabrik | PHOENIX
       

      Was gut ist für Fiat, ist auch gut für Italien. Diesen Leitsatz haben alle Regierungen Italiens irgendwann akzeptieren müssen, denn der Agnelli-Clan, dem bis heute die Mehrheit am Unternehmen Fiat gehört, liebte nichts so sehr wie seine Unabhängigkeit. Der Film von Michael Busse und Maria-Rosa Bobbi beschreibt hundert Jahre eines industriellen und sozialen Abenteuers, in dessen Mittelpunkt die Familie Agnelli steht, die mit ihrem Glamour und ihrer Machtfülle lange Jahre wie eine inoffizielle Königsfamilie wirkte.

      Freitag, 05.04.13
      15:00 - 15:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Was gut ist für Fiat, ist auch gut für Italien. Diesen Leitsatz haben alle Regierungen Italiens irgendwann akzeptieren müssen, denn der Agnelli-Clan, dem bis heute die Mehrheit am Unternehmen Fiat gehört, liebte nichts so sehr wie seine Unabhängigkeit. Der Film von Michael Busse und Maria-Rosa Bobbi beschreibt hundert Jahre eines industriellen und sozialen Abenteuers, in dessen Mittelpunkt die Familie Agnelli steht, die mit ihrem Glamour und ihrer Machtfülle lange Jahre wie eine inoffizielle Königsfamilie wirkte.

       

      Die Dokumentation stellt auch die Frage, ob die Zeit der großen Familiendynastien nicht abgelaufen ist, ob sich nicht auch Fiat nach gut hundert Jahren Unabhängigkeit nun dem zu Großfusionen drängenden Börsenkapitalismus beugen muss.

      Der italienische Diktator Mussolini musste als Erster erfahren, wie groß der Wille nach Unabhängigkeit der Agnellis ist. Mit einer betrieblichen Sozialpolitik hielt Giovanni Agnelli, Mitbegründer von Fiat und seit 1920 Fiat-Präsident, die faschistische Gewerkschaft auf Distanz. Agnelli engagierte sogar von Mussolini verfolgte Juden als Privatlehrer seiner Kinder. Außerdem flirtete er mit den "Revolutionären" der jungen Sowjetunion, denen er Traktoren verkaufte. Später, im Krieg, verriet Fiat den Amerikanern, welche Panzer man aus Turin an Hitler-Deutschland liefern musste, und der Enkel Giovanni engagierte sich als Soldat an der Seite der Amerikaner. Doch in den frühen fünfziger Jahren erkaltete die transatlantische Liebe rasch. Während des Korea-Kriegs geriet die Turiner Autofabrik ins Visier der USA. Fiat sei ein Bollwerk der Kommunisten, erklärten sie, und verlangten die Entlassung aller in Linksparteien eingeschriebenen Arbeiter, sonst könne Italien nicht mehr mit Militäraufträgen aus den USA rechnen. Doch sie konnten ihre Vorstellungen genauso wenig durchsetzen wie Antonio Gramsci, der Gründer der kommunistischen Partei, der in Fiat die Keimzelle eines sozialistischen Italien sah. In den sechziger Jahren gewannen linksextreme Gruppen im "sozialen Labor" Fiat an Einfluss - Eine zehnjährige Auseinandersetzung begann. Sie brachte Fiat an den Rand des wirtschaftlichen Untergangs. Es war die Zeit, in der der Enkel des Firmengründers, Giovanni Agnelli, der vor allem als Playboy bekannt war, die Leitung der Fiatwerke übernahm. Die kommunistische Tageszeitung L'Unità kommentierte das Ereignis mit einem bemerkenswerten Leitartikel: "Er hat von seinem Großvater nur den Namen und das Geld geerbt. Er ist ein lauer Prinz mit einer Vorliebe für Langeweile, besessen von attraktiven Adelstiteln. Er vermittelt den Eindruck eines faulen Königs mit einer Neigung zum Dolce Vita und ohne jegliche Berufung zum Unternehmer." Bald schon stellte sich dies als Irrtum heraus.

      Aus der Reihe "WDR dok" - Ein Film von Michael Busse und Maria-Rosa Bobbi.

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      Freitag, 05.04.13
      15:00 - 15:45 Uhr (45 Min.)
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