• 19.10.2018
      17:15 Uhr
      mein ausland Doppelpass in dünner Luft - Frauenfußball in Peru | phoenix
       

      Gloria Bara muss alle drei Lagen ihres traditionellen Rocks mit beiden Armen anheben, um mit dem abgeschabten Lederball zu dribbeln. Über Grasnarben und Löcher hinweg rennt die Quechua-Frau in der dünnen Höhenluft von Perus Anden. Immer dem unkontrollierbar scheinenden Ball hinterher. Marias Frauenmannschaft aus dem Dorf Ayllamaca spielt jeden Donnerstag gegen die Frauenteams der Nachbardörfer in der Gemeinde Chinchero.

      ARD-Korrespondent Matthias Ebert aus dem Studio Rio de Janeiro wirft einen Blick in die exotische Welt des peruanischen Frauenfußballs.

      Freitag, 19.10.18
      17:15 - 17:30 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

      Gloria Bara muss alle drei Lagen ihres traditionellen Rocks mit beiden Armen anheben, um mit dem abgeschabten Lederball zu dribbeln. Über Grasnarben und Löcher hinweg rennt die Quechua-Frau in der dünnen Höhenluft von Perus Anden. Immer dem unkontrollierbar scheinenden Ball hinterher. Marias Frauenmannschaft aus dem Dorf Ayllamaca spielt jeden Donnerstag gegen die Frauenteams der Nachbardörfer in der Gemeinde Chinchero.

      ARD-Korrespondent Matthias Ebert aus dem Studio Rio de Janeiro wirft einen Blick in die exotische Welt des peruanischen Frauenfußballs.

       

      Gloria Bara muss alle drei Lagen ihres traditionellen Rocks mit beiden Armen anheben, um mit dem abgeschabten Lederball zu dribbeln. Über Grasnarben und Löcher hinweg rennt die Quechua-Frau in der dünnen Höhenluft von Perus Anden. Immer dem unkontrollierbar scheinenden Ball hinterher. Marias Frauenmannschaft aus dem Dorf Ayllamaca spielt jeden Donnerstag gegen die Frauenteams der Nachbardörfer in der Gemeinde Chinchero. Asphaltierte Straßen gibt es keine, Alpakas stehen herum und die Wolken scheinen hier die Erde zu kratzen. Marias Gesicht ist gerötet.

      Für Gloria ist Fußball mehr als ein Spiel. Sie kommt dadurch mit anderen Frauen in Kontakt und fühlt sich gleichberechtigt. Denn sonst arbeitet Gloria auf dem Feld und züchtet Meerschweinchen. In Perus Anden wird fast alles händisch gemacht; Traktoren und Maschinen gibt es nicht. Bei der Kartoffelernte wird jede einzelne Knolle gebückt aus der Erde geholt.

      Trotz der dünnen Luft auf 3.800 Meter Höhe haben die Cholitas kein spezielles Konditionstraining. Auch das Spiel verläuft völlig chaotisch. Es gibt keine Tore, keine Markierungen, keinen Rasen: Gespielt wird auf Grasnarben. Mittlerweile akzeptieren auch die Männer den Frauenfußball. Denn die Frauen haben sich Rechte erkämpft – im Alltag und auf dem Fußballfeld.

      Davon ist auch María Angélica Ramos überzeugt. Sie ist seit 49 Jahren Fußballtrainerin. Man nennt sie in Lima, Perus Hauptstadt, nur „La Vieja“, „die alte Dame“. Die 92-Jährige trainiert den Fußballnachwuchs im América Mini Sporting Club in Lima – ehrenamtlich und ohne einen Cent Gehalt. Fußball ist ihre Leidenschaft – aber auch eine Art Therapie. Denn Maria Angelica lebt allein, hat keine Kinder und keine Angehörigen. Ihre Familie sind die mehr als 1.000 Kinder, die bis dato von ihr ausgebildet wurden. „Ich möchte auf dem Fußballfeld sterben“, sagt die alte Dame allen Ernstes. „Nur Gott weiß wo, aber ich spüre, dass es auf einem Fußballfeld sein wird.“

      ARD-Korrespondent Matthias Ebert aus dem Studio Rio de Janeiro wirft einen Blick in die exotische Welt des peruanischen Frauenfußballs.

      Gloria Bara muss alle drei Lagen ihres traditionellen Rocks mit beiden Armen anheben, um mit dem abgeschabten Lederball zu dribbeln. Über Grasnarben und Löcher hinweg rennt die Quechua-Frau in der dünnen Höhenluft von Perus Anden. Immer dem unkontrollierbar scheinenden Ball hinterher. Marias Frauenmannschaft aus dem Dorf Ayllamaca spielt jeden Donnerstag gegen die Frauenteams der Nachbardörfer in der Gemeinde Chinchero. Asphaltierte Straßen gibt es keine, Alpakas stehen herum und die Wolken scheinen hier die Erde zu kratzen. Marias Gesicht ist gerötet.

      Für Gloria ist Fußball mehr als ein Spiel. Sie kommt dadurch mit anderen Frauen in Kontakt und fühlt sich gleichberechtigt. Denn sonst arbeitet Gloria auf dem Feld und züchtet Meerschweinchen. In Perus Anden wird fast alles händisch gemacht; Traktoren und Maschinen gibt es nicht. Bei der Kartoffelernte wird jede einzelne Knolle gebückt aus der Erde geholt.

      Trotz der dünnen Luft auf 3.800 Meter Höhe haben die Cholitas kein spezielles Konditionstraining. Auch das Spiel verläuft völlig chaotisch. Es gibt keine Tore, keine Markierungen, keinen Rasen: Gespielt wird auf Grasnarben. Mittlerweile akzeptieren auch die Männer den Frauenfußball. Denn die Frauen haben sich Rechte erkämpft – im Alltag und auf dem Fußballfeld.

      Davon ist auch María Angélica Ramos überzeugt. Sie ist seit 49 Jahren Fußballtrainerin. Man nennt sie in Lima, Perus Hauptstadt, nur „La Vieja“, „die alte Dame“. Die 92-Jährige trainiert den Fußballnachwuchs im América Mini Sporting Club in Lima – ehrenamtlich und ohne einen Cent Gehalt. Fußball ist ihre Leidenschaft – aber auch eine Art Therapie. Denn Maria Angelica lebt allein, hat keine Kinder und keine Angehörigen. Ihre Familie sind die mehr als 1.000 Kinder, die bis dato von ihr ausgebildet wurden. „Ich möchte auf dem Fußballfeld sterben“, sagt die alte Dame allen Ernstes. „Nur Gott weiß wo, aber ich spüre, dass es auf einem Fußballfeld sein wird.“

      ARD-Korrespondent Matthias Ebert aus dem Studio Rio de Janeiro wirft einen Blick in die exotische Welt des peruanischen Frauenfußballs.

      Reportage von Matthias Ebert

      Reportage von Matthias Ebert

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      Freitag, 19.10.18
      17:15 - 17:30 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

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