• 29.08.2012
      00:45 Uhr
      100 Jahre - Der Countdown (2/5) Grabenkrieg | phoenix
       
      • 1914 - Das Attentat von Sarajewo
      • 1916 - Die Hölle von Verdun
      • 1917 - Die rote Revolution
      • 1918 - Es lebe die Republik!
      • 1919 - Der diktierte Frieden

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 29.08.12
      00:45 - 01:35 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo
      • 1914 - Das Attentat von Sarajewo
      • 1916 - Die Hölle von Verdun
      • 1917 - Die rote Revolution
      • 1918 - Es lebe die Republik!
      • 1919 - Der diktierte Frieden

       
      • 1914 - Das Attentat von Sarajewo

      28. Juni 1914: Österreich-Ungarns Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau sind zu Besuch in Bosniens Hauptstadt Sarajewo. Gerade waren sie im Rathaus, winken aus ihrer Kutsche fröhlich in die Menge. Plötzlich Schüsse - ein junger Mann feuert zweimal. Der Thronfolger und seine Frau sind sofort tot. In diesem Moment ahnt niemand, dass der 17-jährige Schüler mit dem Attentat den Ersten Weltkrieg entfacht. Er tat es für die Unabhängigkeit Bosniens von der Donau-Monarchie. Das brodelnde Völkergemisch auf dem Balkan ist auch am Ende des Jahrhunderts wieder Europas größter Krisenherd.

      • 1916 - Die Hölle von Verdun

      "Ich sage euch Lebewohl, meine lieben Eltern", schreibt Soldat Otto Heinebach. Es ist der 20. Februar 1916. Der Berliner Student weiß genau, was ihm bevorsteht: "Wenn ich falle, tragt es bitte mit Fassung. In Gedanken lösche ich meine Lebenslampe am Vorabend dieser furchtbaren Schlacht. Vergesst mich nicht." Am nächsten Tag bricht der Sturm auf Verdun los - Otto Heinebach stirbt in den ersten Morgenstunden im Feuerhagel. Es ist die grausamste und längste Schlacht des Ersten Weltkriegs: Monatelang gab es keinerlei Vorankommen. 300.000 deutsche und französische Soldaten sterben, weitere 770.000 werden verwundet. Am 2. September 1916 stellt das deutsche Heer die Kampfhandlungen vor Verdun ein - es steht wieder in seiner Ausgangsstellung und hat keinen Gewinn von Territorium erzielt. Bis heute steht allein das Wort "Verdun" als ewiges Symbol für die Sinnlosigkeit des Krieges.

      • 1917 - Die rote Revolution

      Petersburg, 25. Oktober 1917: Im Kabinettszimmer des Winterpalais dinieren die Minister der Regierung Kerenski. Zur gleichen Zeit stehen aufrührerische Bolschewiki am nahen Newa-Ufer. Sie überraschen die Minister beim Nachtisch: "Sie alle sind verhaftet", erklärt der Anführer der Truppe. Und Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin verkündet: "Die Geschichte verzeiht uns nie, wenn wir jetzt nicht die Macht ergreifen." Der Sturm auf das Winterpalais - ein revolutionärer Spaziergang. Lenin wurde der erste kommunistische Führer dieses Jahrhunderts. Obwohl die sozialistische Welt untergegangen ist, glauben einige "Betonköpfe" noch immer an sie - so in China und Nordkorea.

      • 1918 - Es lebe die Republik!

      9. November 1918: "Schamloser Verrat", tobt Deutschlands Kaiser Wilhelm II. im belgischen Spa. Die Nachricht über das Ende seiner Herrschaft ereilt ihn im deutschen Hauptquartier hinter der Front. "Die Monarchie ist zusammengebrochen. Es lebe die Republik!", ruft der SPD-Abgeordnete Philipp Scheidemann wenig später vom Berliner Reichstag herab. Der Umsturz entstand aus der Niederlage: Im August war das deutsche Heer geschlagen, der Erste Weltkrieg verloren. Es ist der Anfang der deutschen Demokratie - doch ihr stehen schwere Zeiten bevor: Reparationszahlungen an die Sieger, Hyperinflation, aber auch Umsturzversuche von rechts und von links. Wirklich begeistern kann sich kaum jemand für diese erste deutsche Republik: "Weimar" gilt im Rückblick als "Demokratie ohne Demokraten".

      • 1919 - Der diktierte Frieden

      28. Juni 1919: Im Versailler Prunkschloss drängeln sich Regierungschefs. "Führen Sie die Deutschen herein!" Den Worten des "Tigers" folgt unheimliche Stille. Georges Clemenceau, Frankreichs Ministerpräsident, hat wirklich etwas Raubtierhaftes. Da erscheinen sie - die Deutschen. "Die waren todblass", so ein US-Diplomat, "erschienen nicht wie brutale Militaristen." Kaum jemand kennt Außenminister Müller und Kolonialminister Bell. Sie unterschreiben bedingungslos den Friedensvertrag. Dann folgen Vertreter der 27 Staaten, gegen die das Deutsche Reich den Ersten Weltkrieg führte. Der Vertrag von Versailles wird Sinnbild für ein nationales Trauma: Deutschland hatte alles verloren.

      20 Jahre später beginnt Deutschland den fürchterlichsten aller Kriege überhaupt - den Zweiten Weltkrieg. Hitler schöpfte einen Großteil seiner Macht aus dem verletzten Stolz der Deutschen.

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      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 29.08.12
      00:45 - 01:35 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 16.04.2021