• 26.08.2012
      18:00 Uhr
      Fünf Tonnen Heiligkeit Die Jungfrau von Viterbo | phoenix
       

      Fast jede Stadt in Italien hat ihren eigenen Heiligen. Eine Schutzpatronin feiern und lieben die Italiener aber im ganzen Land: die Stadtheilige von Viterbo, die berühmte Santa Rosa. Der Grund: In der beschaulichen mittelalterlichen Stadt rund einhundert Kilometer nördlich von Rom findet alljährlich eine atemberaubende Prozession statt, in der die Einwohner ihre Heilige zum ehrenvollen Gedenken ganz besonders feiern.

      Sonntag, 26.08.12
      18:00 - 18:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Fast jede Stadt in Italien hat ihren eigenen Heiligen. Eine Schutzpatronin feiern und lieben die Italiener aber im ganzen Land: die Stadtheilige von Viterbo, die berühmte Santa Rosa. Der Grund: In der beschaulichen mittelalterlichen Stadt rund einhundert Kilometer nördlich von Rom findet alljährlich eine atemberaubende Prozession statt, in der die Einwohner ihre Heilige zum ehrenvollen Gedenken ganz besonders feiern.

       

      Mehr als nur ein Kunstwerk
      Auf ihrem Weg erleuchtet die "Macchina" das Dunkel der Nacht, das Innere der Häuser und die Herzen der Menschen. Für die Menschen der Stadt ist sie weit mehr als ein großartiges Werk menschlicher Kreativität und Schaffenskraft, sie ist in erster Linie Ausdruck religiöser Verehrung.

      Auch als Kunstwerk weiß die "Macchina" zu beeindrucken. Die Bögen öffnen sich wie die Blüten einer Blume, als wolle die Heilige den Betrachter umarmen. Rund 800 Kerzen erhellen den Turm, gekrönt an der Spitze von einer drei Meter hohen Statue der Heiligen.

      Im Innern trägt die Säule einen versteckten Stromgenerator mit, der von einem Techniker bedient wird und die tausend künstlichen Lichter mit Strom speist.

      Die Auserwählten
      Ein "Facchino", ein Träger der "Macchina" zu sein, ist in Viterbo eine besondere Ehre. Nicht jeder darf die rote Schärpe anlegen. Das Auswahlverfahren lässt nur die stärksten Söhne der Stadt für diese Aufgabe zu. Bei einer Prüfung muss jeder Aspirant ein 150 Kilo schweres Gerät auf seinen Schultern tragen. Die Stadtväter wollen sicher sein, dass die Auserwählten physisch in der Lage sind, den heiligen Turm durch die Straßen zu tragen, denn bei diesem Transport muss sich jeder auf den anderen verlassen können und gewagte Manöver mit dem Schwergewicht sind keine Seltenheit.

      Am Tag der Tage empfangen die Facchini zunächst das Sakrament der letzten Ölung, bevor sie ihre genau markierten Positionen an den Balken unter der Macchina einnehmen, traditionell auf Befehl des obersten Facchino. Die Strecke misst dabei 1,5 Kilometer. An fünf Punkten stoppt die Prozession und die Statue wird, einem festen Ritual folgend, gedreht und gewendet. Die Haltepunkte sind eng mit dem Lebensweg, etwa dem Geburtshaus der Heiligen Rosa verknüpft.

      Entscheidung auf den letzten Metern
      Der schwierigste Moment erwartet die Facchini kurz vor dem Ziel: Ein Anstieg von nur 15 Metern, doch die haben es in sich. Neben den Facchini ziehen Männer vorne an Seilen, andere hieven von hinten die Last über die letzte Klippe.

      Erreicht die Macchina ihren Bestimmungsort, wird sie aufgebockt, ein unbändiger Jubel bricht aus. Die Facchini werden wie Helden gefeiert, dem Triumph der Heiligen Rosa folgt der Triumphmarsch der Heldenträger.

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      Sonntag, 26.08.12
      18:00 - 18:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

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