• 26.08.2012
      13:00 Uhr
      Nachtstudio "Was heißt Aufklärung heute?" | phoenix
       

      Volker Panzer im Gespräch mit:

      • Manfred Geier (Literaturwissenschaftler)
      • Heiner Geißler (Bundesminister a.D. und Vermittler im Konflikt um das Bahnprojekt Stuttgart 21)
      • Sybille Krämer (Philosophieprofessorin)

      Sonntag, 26.08.12
      13:00 - 14:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Volker Panzer im Gespräch mit:

      • Manfred Geier (Literaturwissenschaftler)
      • Heiner Geißler (Bundesminister a.D. und Vermittler im Konflikt um das Bahnprojekt Stuttgart 21)
      • Sybille Krämer (Philosophieprofessorin)

       

      "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit" . Dieses berühmte Zitat des Königsberger Philosophen Immanuel Kant aus dem Jahr 1784 steht emblematisch für das große "Projekt Aufklärung", das vor dreihundert Jahren in Europa seinen Anfang hatte. Als Epochenbegriff umfasst die Europäische Aufklärung etwa den Zeitraum zwischen der "Glorious Revolution" in England 1688 und der Französischen Revolution 1798.

      Das jedoch der Kampf um Aufklärung und Menscherechte, der Gegensatz Glauben gegen Wissen nicht an Aktualität verloren hat, erleben wir jeden Tag. Klerikaler Absolutismus, islamischer Fundamentalismus, autoritäre Politik und ein entfesselter Kapitalismus bedrohen den denkenden Menschen. Wie lässt sich Vernunft und Toleranz heute durchsetzen? Was ist in der geschichtlichen Entwicklung durch die Gedanken der Aufklärung positiv verändert worden, wo gab es Rückschläge? An welchen Fronten und mit welchen Mitteln wird heute der Kampf um Vernunft und Toleranz geführt? Gibt es die Möglichkeit einer Parallelgesellschaft in der sowohl die Aufklärung als auch anti-aufklärerische Gedanken gemeinsam existieren können?

      Diese und andere Fragen diskutiert Volker Panzer mit seinen Gästen: Der Literaturwissenschaftler Manfred Geier spannt in seinem Buch "Aufklärung - Das europäischen Projekt" den Bogen von den Begründern - John Locke, Immanuel Kant, Jean-Jacques Rousseau und Denis Diderot bis in unsere Zeit und beschreibt die Wirkmacht dieser Programmidee: "Aufklärung legitimiert sich nicht durch Verweis auf stabilisierte und anerkannte Vormächte, sondern durch eine Begründung, der jeder mündige Mensch mit seinem Verstand zu folgen in der Lage ist."

      Der Titel des neuen Buches von Heiner Geißler ist programmatisch: "Sapere aude!" (Lat: Wage zu denken!) ruft er, Kant zitierend, sich und seinen Lesern zu und fordert eine neue Aufklärung. Dabei sind dem Schlichter von Stuttgart 21 die "Wutbürger" die richtigen Weggefährten: "Sie befreien sich endlich aus ihrer Unmündigkeit. Und sie beweisen die nötige Entschlusskraft und den Mut, sich ihres neu erworbenen Verstandes öffentlich zu bedienen."

      Die Philosophieprofessorin Sybille Krämer beschreibt, wie die Aufklärung immer einher geht mit einem Wandel der Medien. Zur Methodik des aufgeklärten Denkens stellt sie fest: "Mittel zur Erkenntnis ist nicht nur das Wissen, sondern vor allem der Zweifel".

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      Sonntag, 26.08.12
      13:00 - 14:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

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