• 26.08.2012
      06:45 Uhr
      Goodbye DDR (3/4) Kati und der schöne Schein | phoenix
       

      Sie war das "Schmuckstück" der DDR, das "schönste Gesicht des Sozialismus": Eisläuferin Katarina Witt wurde sechs Mal Europameisterin, vier Mal Weltmeisterin und gewann zwei Mal olympisches Gold. Ihren Erfolg heftete sich das marode System DDR an die Fahne - zum Prestigegewinn im In- und Ausland.

      Sonntag, 26.08.12
      06:45 - 07:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Sie war das "Schmuckstück" der DDR, das "schönste Gesicht des Sozialismus": Eisläuferin Katarina Witt wurde sechs Mal Europameisterin, vier Mal Weltmeisterin und gewann zwei Mal olympisches Gold. Ihren Erfolg heftete sich das marode System DDR an die Fahne - zum Prestigegewinn im In- und Ausland.

       

      Mit glänzenden Leistungen im Sport wurden manche Schattenseiten des Regimes überstrahlt. Doch Athleten, die politisch nicht auf Linie waren, erhielten Startverbot. Die Sprinterin Ines Schmidt musste ihre Laufschuhe abgeben, als ihre Liebe zu einem Westsportler und ihr Kontakt zu Oppositionsgruppen bekannt wurde. Diskuswerfer Wolfgang Schmidt, der bei Olympia in Montreal Silber gewonnen hatte, wanderte nach einem Fluchtversuch ins Gefängnis.

      Doch nicht nur im Sport trog der schöne Schein, sondern überall dort, wo es um Kunst, Kultur und Musik ging. Während die "Puhdys" im Westen auftreten durften, wurde die bei vielen DDR-Jugendlichen beliebte Rockgruppe "Renft" verboten, weil manche ihrer Songs auch von "Wehrdienstverweigerung" und "Republikflucht" handelten. Der Selbstbetrug wurde am Ende denen zum Verhängnis, die ihn angeordnet hatten.

      Als Erich Honecker gemeinsam mit Bundeskanzler Helmut Schmidt die mecklenburgische Kleinstadt Güstrow besuchte, wurden die Bürger der Stadt in ihre Häuser verbannt. Statt dessen jubelten bestellte Mitarbeiter der Staatssicherheit ihrem "Erich" zu. Honecker schien am Ende selbst zu glauben, dass es das Volk war, das ihn liebte. Wie sehr die Fassade bröckelte, darüber sahen die Mächtigen gern hinweg.

      Die Zeit eilte dem Regime davon. Längst plante Katarina Witt ihre Karriere im Westen - sie ließ sich nicht gängeln, avancierte vom DDR- zum Weltstar. Der Film spiegelt ihren Werdegang mit den Lebensgeschichten anderer Sportler und Künstler. Prominente Zeitzeugen wie Wolfgang Lippert, Wolfgang Schmidt und Katrin Saß legen dar, wie sie Schein und Sein in der DDR erlebten. "Kati" beschreibt offen wie nie zuvor, was es bedeutete: ihr Leben zwischen Karl-Marx-Stadt und "Holiday on Ice".

      Wird geladen...
      Sonntag, 26.08.12
      06:45 - 07:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 27.07.2021