• 15.08.2012
      04:30 Uhr
      Die Wehrmacht - Eine Bilanz (2/5) Wende des Krieges | phoenix
       

      Die Propaganda-These, mit einem Präventivschlag einem Angriff der Sowjetunion auf Deutschland zuvorzukommen, wurde von vielen Soldaten nicht angezweifelt. Dennoch waren die meisten überrascht, viele auch bestürzt, als am 22. Juni 1941 der bislang geheime Plan zum Überfall auf die Sowjetunion Wirklichkeit wurde. Doch die Vorstellung eines Blitzkrieges erwies sich schnell als Illusion. Als der Winter einbrach, waren die deutschen Truppen den eisigen Temperaturen ohne Winterausrüstung ausgesetzt.

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 15.08.12
      04:30 - 05:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Die Propaganda-These, mit einem Präventivschlag einem Angriff der Sowjetunion auf Deutschland zuvorzukommen, wurde von vielen Soldaten nicht angezweifelt. Dennoch waren die meisten überrascht, viele auch bestürzt, als am 22. Juni 1941 der bislang geheime Plan zum Überfall auf die Sowjetunion Wirklichkeit wurde. Doch die Vorstellung eines Blitzkrieges erwies sich schnell als Illusion. Als der Winter einbrach, waren die deutschen Truppen den eisigen Temperaturen ohne Winterausrüstung ausgesetzt.

       

      Von Anfang an hatte Hitler den Vernichtungskrieg um Lebensraum im Osten verfochten. Geschah dies gegen den Willen der Generäle? Für den Historiker Sönke Neitzel, der die Abhörprotokolle des britischen Geheimdienstes entdeckt und veröffentlicht hat, sind die Indizien eindeutig: "Wenn wir in andere Quellen schauen, dann erkennen wir ganz deutlich, dass dieser Krieg in Russland auch und gerade der Krieg der deutschen Generalität gewesen ist, und dass Hitler sie nicht in diesen Krieg treiben musste, dass sie selbst diesen Krieg wollten - und zwar, so wie er geführt worden ist."

      Fatal wirkte sich aus, dass die schnellen Siege der ersten Wochen scheinbar nahtlos an die Feldzüge gegen Polen und Frankreich anknüpften. Tatsächlich sind die Verluste an Menschenleben von Anfang an immens - auf beiden Seiten. Der deutsche Vormarsch brachte die Rote Armee an den Rand des Zusammenbruchs. In gewaltigen Kesselschlachten gerieten Millionen sowjetische Soldaten in Gefangenschaft, fielen der Wehrmacht Unmengen russischen Kriegsmaterials in die Hände.

      "Die Sowjetunion verlor insgesamt sechzig Millionen Menschen und etwa zwei Drittel ihrer Industrie- und Rohstoffbasis. Die allermeisten Staaten hätten in einer derartigen Lage kapituliert", sagt Professor Richard Overy, der eine maßgebliche Studie zum "Russlandfeldzug" vorgelegt hat. "Was Hitler jedoch falsch eingeschätzt hatte, war die Tatsache, dass das sowjetische Volk und das sowjetische Regime einfach nicht aufgeben wollten."

      Im Dezember 1941 wurde der Krieg zum Weltkrieg: Der Angriff auf Moskau scheiterte, die USA waren nun der mächtigste Gegner des NS-Regimes. Die Schwächen der Wehrmacht wurden offenbar: Weil Hitler und die Heeresleitung angenommen hatten, der Feldzug sei vor Einbruch des Winters zu gewinnen, waren die Truppen den eisigen Temperaturen ohne Winterausrüstung ausgesetzt.

      Immer mehr griff Hitler jetzt selbst ins Geschehen ein. Die meisten Generäle ließen es geschehen - manche aus Überzeugung, viele aus Furcht vor den Wutausbrüchen des Diktators. Einer der wenigen, die in dieser Situation Zivilcourage bewiesen, war General Walther von Seydlitz.Kurzbach. Er forderte im November 1942 während der Schlacht um Stalingrad offen zum Ungehorsam gegen Hitler auf.

      Wird geladen...
      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 15.08.12
      04:30 - 05:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 28.07.2021