• 12.03.2012
      18:00 Uhr
      Senioren am Steuer Autofahren bis zum bitteren Ende? | phoenix
       

      "Rentner (82) als Geisterfahrer auf der A 14: drei Tote bei Horror-Crash", so titelte Bild.de Ende September 2011. Im Internet-Forum zum Artikel fragte dezi007: "Warum darf ein 82-Jähriger Auto fahren?". "Wann müssen endlich die Alten ab 70 zum Führerscheintest?????", stieß Serafine ins gleiche Horn und iPhoner schrieb: "Tauglichkeitsprüfungen ab dem 65. Lebensjahr - alle 2 Jahre. Dann gibt's keine Diffamierungen, weil feststeht, dass der Mann oder die Frau die Prüfung bestanden hat. Ganz einfach." Doch ist es wirklich so einfach? Dieser Frage geht "Exakt - die Story" nach.

      Montag, 12.03.12
      18:00 - 18:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      "Rentner (82) als Geisterfahrer auf der A 14: drei Tote bei Horror-Crash", so titelte Bild.de Ende September 2011. Im Internet-Forum zum Artikel fragte dezi007: "Warum darf ein 82-Jähriger Auto fahren?". "Wann müssen endlich die Alten ab 70 zum Führerscheintest?????", stieß Serafine ins gleiche Horn und iPhoner schrieb: "Tauglichkeitsprüfungen ab dem 65. Lebensjahr - alle 2 Jahre. Dann gibt's keine Diffamierungen, weil feststeht, dass der Mann oder die Frau die Prüfung bestanden hat. Ganz einfach." Doch ist es wirklich so einfach? Dieser Frage geht "Exakt - die Story" nach.

       

      Schon heute ist absehbar, dass der Anteil älterer Autofahrer steigt. In dreißig Jahren sind 18 Prozent der Bevölkerung über 80 Jahre alt. Doch was heißt das? Brauchen wir wirklich ab einem bestimmten Alter vorgeschriebene Fahrtests? Welche Bedeutung hat das Auto gerade im täglichen Leben von Senioren? Wir steigen mit der 90-jährigen Lotte S. ins Auto. Ihre Führerscheinprüfung hat die Professorin 1939 bestanden. Mit ihrem grünen Honda ist sie immer noch flott unterwegs. Ohne ihr Auto zu leben, das kann sie sich nicht vorstellen, denn der fahrbare Untersatz bedeutet selbstbestimmtes Leben im Alter.

      Statistisch steigt das Unfallrisiko zwischen 70 und 80 Jahren stark an und entspricht dem Unfallrisiko bei jungen Fahranfängern. Die meisten älteren Autofahrer, so sagen Experten, fahren verantwortungsvoll und schätzen sich richtig ein. Doch können darauf alle anderen Verkehrsteilnehmer grundsätzlich vertrauen? Herr P. ist eigentlich ein verständnisvoller Mensch. Der 84-Jährige weiß, dass er nicht mehr so fit wie früher ist. Auf den Führerschein verzichten will er deswegen aber noch lange nicht. Allerdings gibt es ein Problem: Im letzten Jahr verursachte er auf einem Parkplatz einen Unfall. Zwar nur leichter Blechschaden, doch P. fuhr weiter und bekam eine Anzeige wegen Unfallflucht.

      Die Straßenverkehrsbehörde ließ ihn begutachten und stellte fest, dass der 84-Jährige nicht mehr fahrtüchtig sei. Herr P. ging in Widerspruch. Nun ist ein Gutachter der Universität Köln seine letzte Hoffnung. Bei einer Prüfung wird er untersuchen, ob Herr Pracht wenigstens noch in seinem Wohnumfeld hinter das Steuer darf. Die eingeschränkte Fahrerlaubnis ist für alte Autofahrer eine Möglichkeit, zumindest in einem örtlich begrenzten Rahmen weiter mobil zu bleiben.

      Experten, Ärzte und Verkehrspsychologen versuchen in aufwändigen Testreihen zu erkunden, wie leistungsfähig die Ü-80-Autofahrer tatsächlich sind, wann sie durch ihr Verhalten im Straßenverkehr zum Problem für andere werden und womit man ihnen wirklich helfen kann. Brauchen wir altersgerechte Autos, halbautomatische Fahrsysteme oder eine ganz andere Verkehrswegestruktur?

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      Montag, 12.03.12
      18:00 - 18:30 Uhr (30 Min.)
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