• 14.03.2012
      05:15 Uhr
      Tauchfahrt in die Vergangenheit Kollision im Nebel: Das Ende der Andrea Doria - Thema: Schiffbruch | phoenix
       

      Als die "Andrea Doria" am Abend des 25. Juli 1956 den Hafen von New York ansteuert, ahnen weder Kapitän Piero Calamai und seine Crew noch die 1.134 Passagiere, dass sich eine Katastrophe anbahnt. Im dichten Nebel kollidiert das Schiff mit dem schwedischen Oceanliner "Stockholm". Noch 50 Jahre nach dem tragischen Ereignis sorgt die Angelegenheit für Aufsehen, denn die Schuldfrage wurde nie geklärt.

      Mittwoch, 14.03.12
      05:15 - 06:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Als die "Andrea Doria" am Abend des 25. Juli 1956 den Hafen von New York ansteuert, ahnen weder Kapitän Piero Calamai und seine Crew noch die 1.134 Passagiere, dass sich eine Katastrophe anbahnt. Im dichten Nebel kollidiert das Schiff mit dem schwedischen Oceanliner "Stockholm". Noch 50 Jahre nach dem tragischen Ereignis sorgt die Angelegenheit für Aufsehen, denn die Schuldfrage wurde nie geklärt.

       

      Planmäßig pflügt die "Andrea Doria" durch die ruhige See. Die dichte Nebelbank, die seit dem Nachmittag die Sicht behindert, bereitet der Mannschaft keine Sorgen. Schließlich verfügt die "Andrea Doria" über modernes Radar, das größere Hindernisse umgehend anzeigt. Kapitän Calamai, der seit vier Jahrzehnten die Meere befährt, lässt das Gerät auf 20 Seemeilen einstellen. Auch das Nebelhorn wird aktiviert und schickt alle 100 Sekunden eine Warnung aus. Die Geschwindigkeit jedoch reduziert der erfahrene Seemann nur minimal auf knapp 22 Knoten.

      Um 22.45 Uhr geschieht das Unfassbare: Wie aus dem Nichts taucht plötzlich auf dem Radar die "Stockholm" auf - in 17 Seemeilen Entfernung etwa vier Grad Steuerbord voraus. Das schwedische Passagierschiff kommt der "Andrea Doria" entgegen. Auf der Brücke steht der erst 26-jährige Offizier Johan-Ernst Carstens-Johanssen. Trotz seiner Jugend blickt er schon auf zehn erfolgreiche Berufsjahre zurück. Plötzlich laufen die Luxusliner mit 18 gegen 22 Knoten unaufhaltsam aufeinander zu, und kurze Zeit später bohrt sich die "Stockholm" in den stählernen Rumpf der "Andrea Doria". Die Kollision fordert insgesamt 51 Opfer.

      Die Überlebenden können in einer der größten Bergungsaktionen seit Kriegsende ausnahmslos gerettet werden. Noch 50 Jahre nach dem Ereignis sorgt die Angelegenheit für Aufsehen, denn die Schuldfrage wurde nie geklärt. Die Untersuchungen der Versicherungsgesellschaften und der Seegerichte basieren auf dem Vorwurf, Kapitän Calamai trage für das schreckliche Unglück die alleinige Verantwortung.

      Schließlich führt ein Konsortium von Anwälten einen außergerichtlichen Vergleich herbei, da eindeutige Beweise für die Schuld des Italieners fehlten. Der offizielle Abschlussbericht der Behörden aber steht noch immer aus, so dass Piero Calamai zu Lebzeiten offiziell nie rehabilitiert wurde. Er starb als gebrochener Mann. Doch jetzt dürfen seine Erben auf eine endgültige Klärung hoffen.

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      05:15 - 06:00 Uhr (45 Min.)
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