• 25.02.2012
      02:15 Uhr
      Das Spiel mit dem Tod Das Häftlingsrodeo von Louisiana - THEMA: USA | phoenix
       

      "Angola" heißt das Staatsgefängnis von Louisiana. Fast 90 Prozent der Insassen sind zu lebenslang verurteilt. Louisiana ist der einzige Bundesstaat der USA, der kein Recht auf Bewährung kennt.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 25.02.12
      02:15 - 03:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      "Angola" heißt das Staatsgefängnis von Louisiana. Fast 90 Prozent der Insassen sind zu lebenslang verurteilt. Louisiana ist der einzige Bundesstaat der USA, der kein Recht auf Bewährung kennt.

       

      Und da man sowieso nichts zu verlieren hat, nehmen am Häftlingsrodeo völlig wehr- und schutzlose Häftlinge teil. Sie selbst bezeichnen sich als die letzten Gladiatoren unserer Tage.

      Sie werden durch die Luft geschleudert und von riesigen Bullen niedergetrampelt und eigens für das Rodeo in alte schwarz-weiß gestreifte Häftlingskleidung gesteckt. Im normalen Strafvollzug wurden diese Uniformen schon in den 50er Jahren abgeschafft. "So wollen die da oben klar machen, dass wir keine Menschen sind, dass wir außerhalb der Gesellschaft stehen," sagt einer der Häftlinge.

      In der Regel sterben die Häftlinge auch im Knast. Nach einem Jahr Verhandlungen mit der Gefängnisleitung erhielt das Team der ARD die Drehgenehmigung im größten Hochsicherheitsgefängnis der USA. Hier sitzen mehr als 5.000 Mörder, Vergewaltiger und Drogenhändler ihre Strafe ab.

      Reporter Thomas Berbner begleitet Häftlinge mit der Kamera auch in ihrem Gefängnisalltag. Zwei Cent pro Stunde gibt es für die Arbeit auf den Feldern der ehemaligen Sklavenplantage. Beim Rodeo können die Gefangenen bis zu 1.000 Dollar pro Wettbewerb gewinnen. An Freiwilligen für die Veranstaltung gibt es keinen Mangel. "Ich habe zweimal lebenslänglich, warum sollte ich nicht mitmachen?", sagt einer der Teilnehmer. Ein begeisterter Zuschauer meint: "Genau darum komme ich, diese Jungs haben absolut nichts zu verlieren, ich würde sogar das Doppelte bezahlen, um das zu sehen."

      Die "wildeste Show der Südstaaten" ist bewusst so angelegt, dass die untrainierten Häftlinge kaum eine Chance haben, mit heiler Haut davonzukommen. In Angola kommt es regelmäßig zu schweren Verletzungen.

      Die Reportage des Teams aus dem ARD-Studio Washington zeigt, warum die Gefangenen dennoch jedes Jahr an dem fragwürdigen Schauspiel teil nehmen. "Wir tun es für Geld," sagt einer der Häftlinge und fügt hinzu: "Das Rodeo ist für uns so etwas wie ein Tag in Freiheit."

      Ein Film von Thomas Bebner

      Wird geladen...
      Nacht von Freitag auf Samstag, 25.02.12
      02:15 - 03:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 22.09.2021