• 24.02.2012
      16:15 Uhr
      MAYBRIT ILLNER "Merkels Super-Gauck: Gut fürs Volk, schlecht für die Regierung?" | phoenix
       

      Gäste u.a.:

      • Rainer Brüderle, FDP, Fraktionsvorsitzender im Bundestag
      • Jürgen Trittin, Bündnis 90/Die Grünen, Fraktionsvorsitzender im Bundestag
      • Gesine Lötzsch, Die Linke, Parteivorsitzende

      Freitag, 24.02.12
      16:15 - 17:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Gäste u.a.:

      • Rainer Brüderle, FDP, Fraktionsvorsitzender im Bundestag
      • Jürgen Trittin, Bündnis 90/Die Grünen, Fraktionsvorsitzender im Bundestag
      • Gesine Lötzsch, Die Linke, Parteivorsitzende

       
      • Markus Söder, CSU, Bayerischer Staatsminister der Finanzen

      Er ist der Super-Gauck: Die Union, die SPD, die Grünen und die Liberalen - sie alle wollen den Ex-Chef der Stasi-Unterlagen-Behörde in dreieinhalb Wochen zum neuen Bundespräsidenten wählen. So viel Einigkeit unter den Parteien war selten. Und auch die Bürger, die Gauck schon vor zwei Jahren zum "Präsidenten der Herzen" erkoren hatten, freuen sich: Fast 70 Prozent begrüßen seine Nominierung, nur 15 Prozent sind gegen ihn. Joachim Gauck sei ein Versöhner und Einheitsstifter - diese ehrenvollen Begriffe hatte Angela Merkel schon vor zwei Jahren, bei seinem 70. Geburtstag, für den Pfarrer aus Mecklenburg gefunden. Doch in ihrer eigenen Regierung muss die Kanzlerin Einheit und Versöhnung erst noch wiederherstellen.

      Merkel und die Union waren gegen Gauck, wurden von den Liberalen zur Zustimmung erpresst. Am Sonntag schien es ein paar Stunden lang so, als könnte Super-Gauck zum Super-GAU für Schwarz-Gelb werden. Am Ende siegte David gegen Goliath, Rösler gegen Merkel - doch solche Niederlagen haben in der Politik meist nachhaltige Folgen.

      Dem Kandidaten Gauck wird nun intensiv auf den Zahn gefühlt. Hat er genug Sinn für die wichtigsten Probleme unserer Zeit: soziale Gerechtigkeit - die Krise des Kapitalismus - Integration? Ist er zu nah bei einem wie Sarrazin? Ist sein Lebensthema, die Freiheit, zwar eine gute Antwort auf die DDR-Diktatur, aber nicht auf die Fragen der Zukunft?

      Es gärt in allen Parteien nach der raschen Einigung auf Joachim Gauck. So richtig sauer sind vor allem die Linke. Gauck, den ehemaligen Bürgerrechtler und Stasi-Jäger, empfinden viele von ihnen als Provokation. Und von der Kanzlerin wurde die Partei demonstrativ von der gemeinsamen Kandidaten-Findung ausgeschlossen.

      Was bedeutet die Wahl von Joachim Gauck zum Bundespräsidenten für unser Land? Was dürfen wir von ihm erhoffen, was nicht? Wie zerrüttet ist Schwarz-Gelb? Die Regierung hat - in der Euro-Krise, bei der Energie-Wende - ohnehin schwere Zeiten vor sich. Wird die Union Rache nehmen am vorlauten kleinen Partner? Oder wird sich der Ärger innerparteilich an der Kanzlerin entladen, die ihren konservativen Mitgliedern eine Menge zumutet: Die zwei wichtigsten Staatsämter in der Hand von ostdeutschen Protestanten, von denen der eine auch noch in "wilder Ehe" lebt.

      Wird die Präsidentenwahl - wie schon oft in der Geschichte der Bundesrepublik - zum Vorboten einer neuen Machtkonstellation, einer Großen Koalition? Über diese und andere Fragen diskutiert Maybrit Illner mit ihren Gästen. "maybrit illner" mit dem Thema: "Merkels Super-Gauck: Gut fürs Volk, schlecht für die Regierung?"

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      Freitag, 24.02.12
      16:15 - 17:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

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