• 24.02.2012
      06:45 Uhr
      Geheimnis Mensch (2/2) Die Herren der Eiszeit | phoenix
       

      Der französische Regisseur Jacques Malaterre erzählt im zweiten Teil eine mögliche Version der Geschichte von Neandertaler und Homo sapiens. Seine Inszenierung stützt sich auf die Thesen namhafter Wissenschaftler.

      Freitag, 24.02.12
      06:45 - 07:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Der französische Regisseur Jacques Malaterre erzählt im zweiten Teil eine mögliche Version der Geschichte von Neandertaler und Homo sapiens. Seine Inszenierung stützt sich auf die Thesen namhafter Wissenschaftler.

       

      Für die Umsetzung gelang es Malaterre ein erfahrenes Team zusammen zu stellen, das schon bei dem berühmten Spielfilm "Am Anfang war das Feuer" von Jean Jacques Annaud mitgewirkt hatte. Auch die 1981 für das Kinospektakel entwickelte Neandertal-Sprache konnte für die Produktion erworben und weiter entwickelt werden.

      Es geschah an einem heißen Sommertag. Die See hatte sich zurück gezogen und die kleine Neandertalergruppe war gekommen, um angeschwemmte Muscheln zu suchen. Eisauge entdeckte zuerst die Spuren der Fremden. In höchster Alarmbereitschaft schickte er seine Familie zurück zur Bärenhöhle.
      Nur dort hatten sie eine Chance, sich zu verteidigen. Sein Clan bestand aus zehn Männern und nur zwei Frauen. Kinder waren schon seit langer Zeit nicht mehr geboren worden. Auch in anderen Clans fehlten Frauen und so waren Überfälle größerer Gruppen nicht selten. Dann entdeckte Eisauge die Fremden. Nie zuvor hatte er etwas ähnliches gesehen. Sie waren Menschen, sahen aber ganz anders aus als er. Ihre Kleidung war fremdartig, ihre Hautfarbe, ihre Waffen und sie hatten zahlreiche Frauen und Kinder dabei! Eisauge hatte noch niemals so seltsame Menschen gesehen. Woher waren sie gekommen? Was wollten sie hier? Sicher kamen sie aus einer anderen Welt, um ihn und seinen Clan zu töten.

      Was die Neandertaler tatsächlich angesichts der ersten modernen Menschen gedacht und empfunden haben, können wir heute nur erahnen. Fakt ist, dass sich der moderne Mensch überall auf dem Globus ausbreitete und die anderen Nachkommen seines Vorfahren Erectus verdrängte. Obwohl die Neandertaler körperlich weit überlegen waren und im Schnitt sogar über ein größeres Gehirn verfügten als Homo sapiens, verschwanden die letzten ihrer Art vor rund 25.000 Jahren. Ihr Aussterben birgt eines der größten Rätsel der Menschheitsgeschichte. War Homo sapiens als Eroberer gekommen und hatte seinen entfernten Vettereinfach niedergemetzelt? Hatten die neuen Menschen Krankheiten aus Afrika mitgebracht, denen das Immunsystem des nördlichen Verwandten nichts entgegen zu setzen hatte? Oder war die Geburtenrate unserer Vorfahren einfach höher als die des Neandertalers?

      Die Dokumentation möchte vor allem der Evolution des menschlichen Bewusstseins und der menschlichen Gefühlswelt auf die Spur zu kommen. Vor acht Millionen Jahren erhoben sich die ersten großen Affen auf ihre wackeligen Beine. Sie fristeten mehr schlecht als recht ihr Dasein in einer dürren Savanne.

      Ihre Vorfahren hatten als Waldbewohner gelebt, bis eine gewaltige Naturkatastrophe - die Bildung des ostafrikanischen Grabenbruchs - ihre Umwelt drastisch veränderte. Die üppigen Urwälder waren verschwunden, die Clans hatten sich auf die wenigen Bauminseln einer riesigen Graslandschaft verteilt. Die Bäume boten zwar Deckung und Schlafplätze, aber nicht genug Nahrung. Die Jungen, die zu dieser Zeit geboren wurden, hatten kaum eine Überlebenschance. Schließlich machte sich einer von ihnen, Orrorin, mit seinem Clan auf, um in der Savanne nach Futter zu suchen. Angst war der ständige Begleiter der Gruppe. Die nur 1,20 Meter großen Primaten waren weder stark, noch besonders schnell - für die immer hungrigen Säbelzahntiger eine leichte Beute. Andere Tiere, die zunächst allein durch ihre Größe Furcht erregend wirkten, lernten Orrorin und seine Gefährten als harmlose Zeitgenossen kennen - zum Beispiel das eigentümliche Chalicotherium, ein zweieinhalb Meter großer Pflanzenfresser, der auf seinen Fingerknöcheln ging.

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      Freitag, 24.02.12
      06:45 - 07:30 Uhr (45 Min.)
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