• 24.11.2011
      03:30 Uhr
      Afrikas Schätze (1/2) Safari und Savanne - THEMA: Ressourcen | phoenix
       

      So reich und doch so arm. Wer profitiert von Afrikas Schätzen? Dieser Frage geht Marietta Slomka in der 2-teiligen Dokumentation nach. Im ersten Teil konzentriert sich die Journalistin auf die Frage: Was macht Afrika aus seinen Naturschätzen?

      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 24.11.11
      03:30 - 04:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      VPS 02:29
      Stereo

      So reich und doch so arm. Wer profitiert von Afrikas Schätzen? Dieser Frage geht Marietta Slomka in der 2-teiligen Dokumentation nach. Im ersten Teil konzentriert sich die Journalistin auf die Frage: Was macht Afrika aus seinen Naturschätzen?

       

      Mehrere Wochen reiste Marietta Slomka durch Afrika. Der vielfältigste Kontinent unseres Planeten ist gesegnet mit einer faszinierenden Tierwelt, atemberaubend schönen Landschaften, fast unerschöpflichen Rohstoffvorkommen und fruchtbaren Böden, die weit mehr als nur die eine Milliarde Bewohner Afrikas gut ernähren könnten. Könnten. Denn Afrika ist ein Kontinent der Gegensätze. Der Reichtum des Kontinents könnte eine Quelle des Wohlstands sein, und trotzdem müssen 40 Prozent der Menschen südlich der Sahara mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen.

      Was macht Afrika aus seinen Naturschätzen? Der Tourismus bekommt in vielen Ländern zwar eine immer größere Bedeutung, hinter den Bildern vom Safari-Urlaub verbergen sich aber auch ganz andere Seiten Afrikas, die kaum bekannt sind: Der Tourismus wird als Wirtschaftsmotor gepriesen, doch im Land schafft er meist nur Hilfsjobs. Die Einnahmen fließen vor allem an Investoren im Ausland. Und da Afrikas Bevölkerung rasant wächst - nach Schätzungen werden bis 2050 doppelt so viel Menschen auf dem Kontinent leben wie heute - kommen sich Mensch und Tier immer mehr in die Quere. Der Verteilungskampf zwischen Mensch, Tier und Tourismusindustrie hat längst begonnen.

      "Safiri Salama!" heißt auf Kiswahili: gute Reise! Und in Afrika beginnt so eine Reise meist früh. An diesem Tag um fünf Uhr morgens. Die mächtigen Vulkanberge Ruandas sind noch in Nebelschwaden eingehüllt, als Reporterin und Kamerateam ihren Aufstieg zu den letzten noch lebenden Berggorillas beginnen. Gerade als der Führer zu seiner Einweisung in gorillagerechtes Menschenverhalten anhebt, macht der Regenwald seinem Namen alle Ehre: Es beginnt wie aus Eimern zu schütten. Aus den berühmten "Gorillas im Nebel" werden heute wohl Gorillas im Regen. Den aber mögen auch Gorillas nicht und suchen Unterschlupf in dichtem Gehölz, erklärt der Führer.

      Nach mehrstündigem Marsch durch strömenden Regen macht sich der Kameramann weniger Sorgen darüber, ob er die wasserscheuen Riesenaffen vor die Linse bekommt, sondern mehr darüber, wie lange seine Kamera-Elektronik noch durchhält. Doch dann sind sie plötzlich da, unsere wilden Verwandten, und der Guide fragt den 200-Kilo-Silberrücken erst mal in Gorillasprache, ob ihm der Besuch der deutschen ZDF-Menschen genehm ist.

      Ruanda - das Land der tausend Hügel im Herzen Ostafrikas hütet einen seltenen Schatz: Die Berggorillas sind die touristische Hauptattraktion des kleinen Landes. Heute gibt es weltweit nur noch rund 700 dieser Tiere. Etwa die Hälfte lebt in dem Gebiet um die Virunga Vulkane, in den Bergwäldern zwischen Ruanda, Uganda und dem Kongo. Ein Schatz, den auch der autoritäre Präsident Paul Kagame für seine Zwecke nutzt. Er will Ruanda, das Land des Völkermords, zur Schweiz Afrikas machen: ein sauberes, sicheres, umweltfreundliches El Dorado für ausländische Investoren. Seine Methoden sind fragwürdig, aber erfolgreich.

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      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 24.11.11
      03:30 - 04:15 Uhr (45 Min.)
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