• 20.05.2018
      02:30 Uhr
      Alles für die Tonne Film von Kersten Schüßler | PHOENIX
       

      Seit 1991 hat sich die Menge der Kunststoffverpackungen nahezu verdoppelt. Selbst Müllriese Remondis klagt über immer schlechter verwertbare Verpackungen aus immer neuen Materialmischungen - designed vor allem für das Produkt-Marketing, nicht für das Recycling.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 20.05.18
      02:30 - 03:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      VPS 02:29
      Stereo

      Seit 1991 hat sich die Menge der Kunststoffverpackungen nahezu verdoppelt. Selbst Müllriese Remondis klagt über immer schlechter verwertbare Verpackungen aus immer neuen Materialmischungen - designed vor allem für das Produkt-Marketing, nicht für das Recycling.

       

      Was nicht oder nur mit großem Aufwand recycelt werden kann, landet in der Müllverbrennung. Und die boomt in Deutschland, seit 2005 das Deponieverbot erlassen wurde. Das liefert den Müllverbrennungsanlagen verlässlich neue Müllmengen an, von geschlossenen Müllverbrennungsanlagen redet dort niemand: "Solange die Konjunktur brummt, ist an Rückbau nicht zu denken", formuliert Kai Störkel, Chef der Müllverbrennungsanlage Göppingen, im Interview mit "ZDFzoom"-Autor Kersten Schüßler. Doch stehen eigentlich Abfallvermeidung, Wiederverwertung und Recycling ganz oben in der Recycling-Hierarchie. Auf europäischer Ebene macht nun Vize-Kommissionspräsident Frans Timmermans Druck, fordert nicht weniger als eine Plastik-Revolution: "Unsere ganze Wirtschaft muss umgestaltet werden. Wir wollen dafür sorgen, dass alle Verpackungen in Europa im Jahr 2030 recyclingfähig sind", sagt Timmermans im "ZDFzoom"-Interview. Dazu aber muss sich Plastik wirklich recyceln lassen. Dabei könnte Deutschland voranschreiten. Für den Chemiker und Verpackungstechniker Michael Braungart würde etwa ein Plastikpfand Produzenten dazu bringen, wirkliche Kreislauf-Verpackungen zu gestalten. Doch die Plastik-Lobby lehnt solche Vorschläge, Gesetze und Quoten rundweg ab: "Wir sind prinzipiell keine Freunde von Quoten. Mit Quoten zementiert man bestimmte Situationen. Damit verhindern wir Innovationen", so Rüdiger Baunemann vom Lobby-Verband PlasticsEurope.
      Auch im Bundesumweltministerium will man lieber kleine Schritte gehen als große Strategien verfolgen. Gutes Recycling müsse ja kein Kreislauf für die gesamte Müllmenge sein: "Ob man wirklich 100 Prozent erreichen muss und ob alles wieder in Verpackungen umgewandelt werden muss - das wird schwierig", so Helge Wendenburg, Abteilungsleiter Ressourcenschutz im Bundesumweltministerium.

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