• 27.05.2018
      14:00 Uhr
      Historische Ereignisse Frauen, die Geschichte machten | phoenix
       

      Diese vier Frauen schrieben zwar als Regentinnen keine Geschichte, doch hinterließen sie historische Spuren. Die Filme erzählen von ihren politischen und sozialen Einflüssen, ihren Aufstiegen und Niederlagen.
      "Historische Ereignisse" blickt zurück auf berühmte Frauen der vergangenen Jahrhunderte und untersucht Mythos und Wirklichkeit.

      Sonntag, 27.05.18
      14:00 - 17:00 Uhr (180 Min.)
      180 Min.
      Stereo

      Diese vier Frauen schrieben zwar als Regentinnen keine Geschichte, doch hinterließen sie historische Spuren. Die Filme erzählen von ihren politischen und sozialen Einflüssen, ihren Aufstiegen und Niederlagen.
      "Historische Ereignisse" blickt zurück auf berühmte Frauen der vergangenen Jahrhunderte und untersucht Mythos und Wirklichkeit.

       
      • Königin Luise

      Film von Christian Twente, Stefan Brauburger, Cristina Trebbi und Michael Löseke

      Über politische und militärische Macht verfügte die Königin nicht, gewann aber Einfluss auf Männer, die zu entscheiden hatten, etwa ihren königlichen Gemahl Friedrich Wilhelm III. Die Monarchin bewies Stärke, als dem Monarchen in entscheidenden Momenten die Entschlusskraft fehlte. Sie und nicht er trat dem mächtigsten Kriegsherrn ihrer Zeit entgegen, nahm es mit Napoleon Bonaparte auf, versuchte ihm "mit den Waffen einer Frau" Paroli zu bieten. Luise und nicht ihr Ehemann hatte das Format, als Symbolfigur in Erinnerung zu bleiben. Wie konnte aus der lieblichen Mecklenburger Prinzessin die "preußische Madonna" werden? Warum überstrahlte sie König Friedrich Wilhelm III. in fast jeder Hinsicht? Und was machte sie zur Ikone für nachfolgende Generationen?

      Mythos und Wirklichkeit
      Die Luise-Legende bot und bietet Raum für Projektionen. Immer wieder sollte sie auch in den kommenden Generationen in Erscheinung treten, in unterschiedlicher Gestalt: Mal als preußische Venus, als Muse oder Top-Model, mal als Amazone, Übermutter oder Märtyrerin und nicht zuletzt als Wegbereiterin der deutschen Nation. Dabei sind Mythos und Wirklichkeit nach zwei Jahrhunderten der Verklärung kaum zu unterscheiden. Mit der Vereinigung Deutschlands hat das Interesse wieder zugenommen, zu erfahren, wer sie wirklich war.

      • Sophie Scholl

      Film von Anja Greulich und Georg Gaffe
      Den Platz in den Geschichtsbüchern erhielt Sophie Scholl nicht, weil sie in ihrer Zeit etwas bewegte, sondern weil sie, von der Welt weitgehend unbeachtet, Stellung bezog und für ihre Haltung in den Tod ging. Dadurch wurde sie posthum zum Vorbild und zur moralischen Instanz.

      Sophie Scholl ist neben Claus Schenk Graf von Stauffenberg sicher die populärste Figur des Widerstands gegen Hitler. Das hängt nicht nur mit ihrer Biografie, den Texten und Äußerungen zusammen, die von ihr überliefert sind, sondern auch mit den Fotos, die wir von ihr kennen. Sie zeigen das jugendliche, beinahe kindliche Gesicht einer Zwanzigjährigen, das nicht nur bewegt, weil wir ihr Schicksal kennen, sondern weil es in merkwürdigem Gegensatz zu ihrer mutigen, unbeugsamen Haltung beim Verhör und vor Gericht steht. Es hat sich in das kollektive Gedächtnis unserer Nation eingeschrieben. Wie aber war Sophie Scholl zum Widerstand gegen das NS-Regime gekommen? Warum riskierte sie ihr Leben für Flugblätter, von denen damals nur wenige Zeitgenossen überhaupt Kenntnis nahmen?

      Sophie Scholl kam aus einem liebevollen Elternhaus, das Mädchen die gleichen Rechte einräumte wie Jungen. Sie wuchs zu einer selbstbewussten jungen Frau heran, die rauchte, gerne Auto fuhr und sich mit ihrem Freund als Ehepaar ausgab, um gemeinsam in einem Hotelzimmer übernachten zu können. Freiheiten, die in der NS-Diktatur keinesfalls selbstverständlich waren. Eine politische Meinung entwickelte Sophie Scholl früh – zeitweise im Widerspruch zu Vater und Mutter. Sie übte Kritiik an der gängigen Meinung, dass sich eine Frau aus der Politik heraushalten soll: "Sie soll ihre weiblichen Gefühle bestimmen lassen über ihr Denken. Vor allem das Mitleid. Ich aber finde, dass zuerst das Denken kommt und dass Gefühle oft irreleiten“, schrieb sie einmal.

      • Leni Riefenstahl - Die Diva und die Stasi

      Film von Annette Baumeister
      Leni Riefenstahl ist die gefeierte Filmregisseurin im Dritten Reich. Ein Weltstar. Für Adolf Hitler erschafft sie Bilder einer Herrenrasse, Bilder eines Erlösers, der seinem gigantischen Reich Heil bringen wird.Ihrer Karriere opfert sie alles, auch ihre Moral. Der Pakt mit Hitler wird Riefenstahl nach dem Krieg zum Verhängnis. Dem beispiellosen Höhenflug folgt ein grenzenloser Fall.
      In der Nachkriegszeit wird sie von ihren Kollegen und alten Freunden gemieden. Auch die Besatzungmächte verfolgen argwöhnisch ihr Tun. Im Westen soll sie vor Spruchkammern ihre Unschuld beweisen. Im Osten kommen ihre Bilder auf den Index und bereits vor der Gründung der DDR sammelt ein Vorläufer der Staatssicherheit Unterlagen über sie. Wertvolles Material, um sie später zu belasten. Bis zur ihrem Tod kämpft Riefenstahl vor Gerichten und in den Medien um Anerkennung, Ruhm, Geld und Ehre. Andere erfolgreiche Nazi-Filmkünstler wie Heinz Rühmann oder Veit Harlan fassen nach 1945 rasch wieder Fuß. Doch Riefenstahl wird die Ausgestoßene der Bundesrepublik. Ist sie der Sündenbock, der stellvertretend für die Deutschen Verantwortung übernehmen soll? Der Konsens des Schweigens und des Wegschauens, auf den Millionen Deutsche ihre Zukunft bauen, gilt nicht für Leni Riefenstahl.

      • Margot Honecker und die verbotene Liebe

      Film von Steffen Jindra
      Stark, hart und unnahbar. Verehrt von den einen, gefürchtet von den anderen: Margot Honecker. ZK-Mitglied, Ministerin für Volksbildung und Gattin des Generalsekretärs. In den 1970er und 1980er Jahren ohne Zweifel die mächtigste Frau der DDR. Eine Frau mit sozialistischer Bilderbuchkarriere. Intelligent und attraktiv. Eine Frau, die der Partei treu ergeben ist und sich strikt an deren Regeln hält. Mit einer Ausnahme: ihrer Liebe zu Erich Honecker. Einer verbotenen Liebe, die ihr nicht nur den Hass ihrer Konkurrentin einbringt, sondern auch den Zorn vieler Genossen. Einer Liebe, die ihre Karriere fast schon beendet, bevor sie richtig beginnt.
      "Ich bin sicher, dass Du nie von meiner Seite weichen wirst - auch wenn ich notfalls wieder als Dachdecker arbeiten müsste." Das schrieb Erich Honecker Anfang der 1950er Jahre in einem Brief an seine Geliebte Margot Feist, die damals anderthalb Jahre zum Studium in Moskau weilte.

      Offiziell eine Auszeichnung für die Genossin Feist, diente der Aufenthalt in der Sowjetunion eigentlich dazu, den verheirateten Erich Honecker und seine Geliebte voneinander zu trennen. Erich kümmert sich derweil um die wenige Monate alte Tochter. Und er sollte mit diesen Zeilen Recht behalten - bis zu seinem Tod im chilenischen Exil steht Margot treu an seiner Seite.

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      Sonntag, 27.05.18
      14:00 - 17:00 Uhr (180 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 12.11.2019