• 06.07.2011
      18:00 Uhr
      Hooligans und Rockerbanden Die Welt der Täter | phoenix
       

      Oft liest man Schlagzeilen von Massenschlägereien am Rande von Fußballspielen, brutalen Übergriffen bei Demonstrationen, Schießereien, Erpressung und Racheakten im Milieu organisierter Kriminalität. Wer sind die Täter, was sind ihre Motive?

      Mittwoch, 06.07.11
      18:00 - 18:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Oft liest man Schlagzeilen von Massenschlägereien am Rande von Fußballspielen, brutalen Übergriffen bei Demonstrationen, Schießereien, Erpressung und Racheakten im Milieu organisierter Kriminalität. Wer sind die Täter, was sind ihre Motive?

       

      Gewalt, Stärke, die Macht der Gruppe - das lockt viele in die Reihen der Fußballschläger. Hooligans haben einen ganz speziellen Wochenendsport entwickelt: Sie treffen sich mit Schlägern eines gegnerischen Fußballvereins auf Industriebrachen oder in abgelegenen Regionen und liefern sich ein sogenanntes Match. Dabei prügeln die beiden Gruppen so lange aufeinander ein, bis ein "Team" am Boden liegt. Doch diese Matches sind nur ein Vorspiel für das ganz große Match. Denn erst am Rande und während der Fußballspiele, vor den Augen hunderter Polizeibeamter, wird es richtig ernst.
      Schon der Auftritt als lautstarke Masse im Zug, auf dem Bahnhof und dem Weg ins Stadion, verschafft den Hooligans ein gewaltiges Selbstbewusstsein für die bevorstehenden Schlägereien mit verfeindeten Fans und Polizisten. Vor Bundesliga-Stadien sind solche Exzesse eher selten, weil die Konzentration von Sicherheitskräften dort abschreckt. Doch in den unteren Ligen kann die Polizei nicht überall sein. Nach Expertenangaben gibt es in Deutschland rund 12.000 gewaltbereite Hooligans. Die Polizeieinsätze, die sie auslösen, kosten jährlich rund 100 Millionen Euro. Beim sächsischen Landeskriminalamt in Dresden glaubt man nicht, das eine Besserung der Lage in Sicht ist. Lange Zeit galten Hooligans als wenig organisiert. Doch inzwischen werden über Telefonketten und Mail-Verteiler größere Straßenschlachten und Angriffe auf Polizisten abgesprochen.

      Der Mythos der Rockergangs strahlt eine gewisse Faszination aus. Die Zahl ihrer Mitglieder in Deutschland wird auf 6.000 geschätzt, Tendenz steigend. Starke Muskeln, schwere Motorräder, Lederjacken, dazu ein martialisches Auftreten. Doch das Gefühl von Freiheit und Abenteuer reicht den Rockern nicht mehr. Die innere Struktur ist streng hierarchisch. An der Spitze steht der Präsident, unten stehen die Anwärter auf Mitgliedschaft. Sie sind für die Drecksarbeit zuständig, was Straftaten einschließt, sagen Aussteiger. Ermittler gehen davon aus, dass die Clubs ihr Geld mit Zuhälterei, Drogen-, Menschen- und Waffenhandel verdienen. Wenn eine Gang ihre Geschäftsinteressen bedroht sieht, wehrt sie sich mit allen Mitteln. Gewaltakte, die Schlagzeilen machen, stärken den Ruf im Milieu und verschaffen Machtzuwachs.

      Der 1. Mai in Berlin, Hamburg oder Leipzig ist alljährlich der Termin für ein Gewaltritual. Die jugendlichen Täter kommen aus der linksextremen Szene. Sie haben ein klares Feindbild: die Polizei. Es ist Hass auf die bürgerliche Ordnung, der sie antreibt. Deren Wertmaßstäbe und Regeln lehnen sie ab. Wer zu äußerster Gewalt bereit ist, findet sich im so genannten Schwarzen Block zusammen. Ein Begriff für Krawall-Aktivisten, die sich deutschlandweit zu Gruppen formieren, untereinander vernetzt sind und in der ganzen Bundesrepublik agieren. Auf etwa 7.000 wird die Zahl der gewaltbereiten Links-Autonomen geschätzt. Ihre Angriffe auf die öffentliche Ordnung nahmen 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent zu. Doch die Taktik des Schwarzen Blocks ist flexibel geworden. Die Krawallmacher mischen sich unter die friedlichen Demonstranten und fallen ihnen mit Gewalttaten in den Rücken.

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      Mittwoch, 06.07.11
      18:00 - 18:30 Uhr (30 Min.)
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