• 07.07.2011
      06:25 Uhr
      Die sieben Leben des... Nelson Mandela | phoenix
       

      Ein Revolutionär mit strahlendem Charisma und eine natürliche Respektperson, Gentleman und Kämpfer. Nelson Mandela, der erste schwarze Staatspräsident Südafrikas, ist eine lebende Legende.

      Donnerstag, 07.07.11
      06:25 - 07:15 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

      Ein Revolutionär mit strahlendem Charisma und eine natürliche Respektperson, Gentleman und Kämpfer. Nelson Mandela, der erste schwarze Staatspräsident Südafrikas, ist eine lebende Legende.

       

      Nelson Mandela ist eine politische Ikone. Er war Anwalt, Freiheitskämpfer, politischer Gefangener und der erste schwarze Präsident Südafrikas. Mit ihm überwand das Land am Kap der guten Hoffnung sein rassistisches und brutales Apartheidsystem, das es an den Rand des Bürgerkriegs und des Bankrotts getrieben hatte. Mit ihm war sogar eine Versöhnung zwischen schwarz und weiß möglich. Doch wer ist der Mensch Nelson Mandela? Was trieb seinen Freiheitswillen auch nach 27 Jahren Gefängnis an? Und welche persönlichen Auswirkungen hat sein außergewöhnliches Leben?

      Die DISCOVERY Geschichte-Dokumentation "Nelson Mandela - Ein Leben für die Freiheit" zeichnet ein intimes und faszinierendes Portrait eines der berühmtesten Männer des 20. Jahrhunderts. Familienmitglieder, Freunde, Mitstreiter und sogar ehemalige Feinde kommen zu Wort. Kombiniert mit historischem Material wird diese Dokumentation zu einem bewegenden, inspirierenden und überraschenden Erlebnis.

      Nelson Mandela war 76 Jahre alt, als er Präsident von Südafrika wurde und hatte ein Leben hinter sich, das dem Kampf gegen die Apartheid gewidmet war. Doch jetzt begann die eigentliche Herausforderung. Mandela musste ein durch Gewalt und Armut zerrissenes Land einen und eine Vision für die Zukunft entwickeln. Doch ein Visionär war er schon immer. Am 18.07.1918 geboren trat er 1941 dem African National Congress (ANC) bei und gründete zusammen mit seinem Mentor Walter Sisulu den Jugendflügel des ANC, um radikaler gegen den Rassismus im Land zu kämpfen. Dennoch musste Mandela zusehen, wie 1948 von der regierenden burischen Nationalen Partei das Apartheidsystem eingeführt wurde. Schwarze und Farbige waren schon immer benachteiligt gewesen, aber jetzt wurde die strikte Trennung von weißem und schwarzem Leben in Südafrika auf allen Ebenen per Gesetz geregelt.

      Der ANC wurde verboten und Mandela radikaler. 1952 eröffnete er die erste schwarze Anwaltskanzlei in Südafrika. 1961 gründete er den bewaffneten Arm des ANC und ging in den Untergrund. Nach blutigen Auseinandersetzungen wurde er 1963 verhaftet und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Doch auch aus dem Gefängnis kämpfte er gegen die Apartheid und wurde zum berühmtesten politischen Gefangenen der Welt. Mit seinem Gefängniswärter Christo Brand verbindet ihn bis heute eine Freundschaft. Das unmenschliche System brachte das Land an den Rand des Bürgerkriegs und des Bankrotts. Die seit 1948 regierenden Buren mussten nachgeben. 1990 ließ Präsident F.W. de Klerk Mandela frei, das Verbot des ANC wurde aufgehoben.

      Jetzt kamen Mandelas politische Fähigkeiten und seine Erfahrungen im Gefängnis zum Tragen. Er war ein milderer Mann geworden und rief zur Versöhnung statt zur Rache auf. 1993 wurde ihm zusammen mit de Klerk der Friedensnobelpreis verliehen. Am 09. Mai 1994 wurde er zum ersten schwarzen Präsidenten von Südafrika gewählt. Er wollte sich nicht von Wut und Zorn beherrschen lassen und wurde dadurch zum wahren Friedensstifter für das Land am Kap der guten Hoffnung.

      In der ganzen Welt steht sein Name für Freiheit, Gerechtigkeit und die Bereitschaft zur Versöhnung. 27 Jahre saß er im Gefängnis für seine Überzeugung, dass alle Menschen gleich viel wert sind. Für die Weißen war er der Staatsfeind Nr. 1, Terrorist und Aufwiegler. Für die Schwarzen Südafrikas war er die Hoffnung auf ein besseres Leben.

      Aufgewachsen ist Mandela in der Transkei, einem Reservat 1.000 Kilometer weit weg von Johannesburg, in einer der ärmsten Gegenden des Landes. Der kleine Nelson wird am 'Hof des Königs' großgezogen. Dort machen die Stammesältesten Politik. Mandela lernt 'afrikanische Demokratie' und in den christlichen Missionsschulen viel über die Kultur und Geschichte Englands. Als er im Alter von 22 Jahren das College abschließt, will ihn sein Vormund verheiraten. Aber er lehnt sich gegen diese Tradition auf und flieht nach Johannesburg.

      In Johannesburg, der 'goldenen' Stadt, wird Mandela Mitglied im ANC, dem Afrikanischen Nationalkongress, der für die Rechte der Schwarzen kämpft. Als sich die Buren 1948 von der britischen Vorherrschaft befreien, verschärfen sie die Trennung der Rassen. Ihre neuen Gesetze machen die Weißen zum gesetzlich geschützten Herrenvolk, die Schwarzen zu 'Minderwertigen' und Fremden im eigenen Land. Mandela studiert Jura, legt das Anwaltsexamen ab und eröffnet die erste schwarze Kanzlei Südafrikas. Der ANC startet Kampagnen gegen die 'weißen' Gesetze. Mandela engagiert sich, wird zum Agitator. Als der ANC verboten wird, taucht Mandela unter. Aus dem Untergrund ruft er zum Streik auf, zu Sabotage und bewaffnetem Kampf. Doch schon nach kurzer Zeit wird er verhaftet und wenig später zusammen mit der gesamten ANC-Führung in einem Schauprozess abgeurteilt.

      Nelson Mandela ist 46 Jahre alt, als er im Zuchthaus von Robben Island, einer Insel vor Kapstadt, weggesperrt wird - 27 Jahre ist er im Gefängnis. Was ihn aufrecht hält, ist das Bewusstsein, für eine gerechte Sache zu kämpfen und der Kontakt zu den Freunden. Seine große Stütze in dieser Zeit ist Winnie Mandela, seine Frau. In den 80er Jahren überbringt sie Botschaften und hält die Erinnerung aufrecht an die ANC-Führer in Robben Island. Durch sie wird die Welt auf Nelson Mandela aufmerksam. Er wird zum Märtyrer. Der Ruf 'Freiheit für Mandela' wird zur Parole der Anti-Apartheid-Bewegung und steht bald für den Kampf der Schwarzen um Gerechtigkeit. Am 11. Februar 1990 kommt Nelson Mandela frei. Viele Faktoren haben zu seiner Freilassung beigetragen: die internationale Solidarität, der Wirtschaftsboykott gegen den Rassenstaat, der bewaffnete Guerilla-Kampf und das Ende des Kalten Krieges.
      Schnell zeigt sich, dass aus dem zornigen jungen Kämpfer im Gefängnis ein besonnener Streiter für die Rechte der Schwarzen geworden ist - der Versöhnung will statt Rache. In seiner ersten Rede in Freiheit sagt er: 'Wir müssen vergeben.

      Wenn wir den Weißen nicht vergeben, bleibt das Gefühl von Bitterkeit und Hass.' Diese Politik hält er gegen alle Widerstände durch. So erkämpft Mandela das Wahlrecht für alle und wird der erste schwarze Staatspräsident Südafrikas. Seine Haltung gilt bis heute als historisch einzigartig und bringt ihm, zusammen mit dem damaligen weißen Staatschef de Klerk, der seine Freilassung erwirkt hatte, den Friedensnobelpreis ein.

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      Donnerstag, 07.07.11
      06:25 - 07:15 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

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