• 13.11.2010
      20:15 Uhr
      Operation Piramesse - Ramses verschollene Megacity Dokumentation von Mark Everest | phoenix
       

      Über Jahrtausende rankten sich Legenden um die Metropole Piramesse im östlichen Nildelta, die sogar in der biblischen Moses-Geschichte erwähnt wird.

      Samstag, 13.11.10
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Neu im Programm
      Stereo

      Über Jahrtausende rankten sich Legenden um die Metropole Piramesse im östlichen Nildelta, die sogar in der biblischen Moses-Geschichte erwähnt wird.

       

      Das Haus von Ramses
      Fest steht: Schon Sethos I. hatte mit dem Bau begonnen, sein Sohn Ramses II. vollendete das Mammutwerk und machte Piramesse, "das Haus von Ramses", 1269 v.Chr. zum Regierungssitz. Etwa 300.000 Einwohner lebten dort auf einer Fläche von mehr als 30 Quadratkilometern. Wie konnte so eine Mega-City spurlos verschwinden? Als der französische Ägyptologe Pierre Montet in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts mit Ausgrabungen in Tanis im Nildelta begann, fand er mehr als hundert gigantische Statuen des berühmten Pharaos, die allesamt dessen Namenskartusche trugen. Von den Fundamenten der Monumente, von Tempeln und Gebäuden aus der Zeit des ägyptischen Regenten fehlte allerdings jede Spur.

      Der Befund machte einige Zeitgenossen Montets stutzig, weist er doch darauf hin, dass Piramesse nicht mit Tanis identisch sein konnte. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts gelang es Wissenschaftlern, das Rätsel zu lösen. Der österreichische Archäologe Manfred Bietak erforschte den wechselnden Verlauf der Nilarme und stieß 30 Kilometer von Tanis entfernt auf die Ruinen der Ramses-Residenz. Zusammen mit seinem deutschen Kollegen Edgar Pusch gräbt er seither in dem riesigen Areal.

      Eine lebendige Handels- und mächtige Garnisonsstadt
      Die systematische Freilegung von Piramesse brachte die Überreste von großen Tempeln, Palästen und Wohngebäuden aus Lehmziegeln zu Tage. Stallungen für viele hundert Pferde, Werkstätten sowie Trensen aus Bronze und Einzelteile von Kampfwagen belegen, das die Streitwagen- garnison des Pharaos keine Erfindung des Alten Testaments ist. Von dort aus konnte das Heer rasch nach Palästina ziehen, um Aufstände niederzuschlagen. Mindestens zwei Häfen gaben der Stadt zudem enorme Bedeutung für den Handel. Bis lange nach dem Tod Ramses' des Großen war die Stadt bewohnt, dann versandete der Pelusische Nilarm allmählich. Ohne genügend Wasser fehlte der Hafenmetropole die Lebensgrundlage. So errichtete die nachfolgende Dynastie der Bubastiden an einem anderen Nilarm, nämlich in Tanis, ihr Machtzentrum.

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