• 14.11.2010
      02:50 Uhr
      Jäger verlorener Schätze Des Kaisers Diamant | phoenix
       

      In der Schatzkammer der Wiener Hofburg hüten die Habsburger die Insignien ihrer Macht, die Kronjuwelen des ältesten Herrschergeschlechts Europas. Und inmitten dieser unermesslichen Schätze strahlt bis 1918 auch der "Florentiner".

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 14.11.10
      02:50 - 03:30 Uhr (40 Min.)
      40 Min.
      Stereo

      In der Schatzkammer der Wiener Hofburg hüten die Habsburger die Insignien ihrer Macht, die Kronjuwelen des ältesten Herrschergeschlechts Europas. Und inmitten dieser unermesslichen Schätze strahlt bis 1918 auch der "Florentiner".

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Christian Twente

      Erneut wird er Zeuge von Krieg und Untergang.
      Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger löst 1914 den Ersten Weltkrieg aus. Der jahrelange Stellungskrieg wird zum Sprengsatz für den Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn.

      Nach vier Jahren andauernder Kämpfe wollen die Menschen endlich Frieden - und das Ende der Habsburger Herrschaft. Am 21. November 1916 stirbt Kaiser Franz Joseph nach 68 Jahren Regentschaft. Ihm folgt der 27-jährige Erzherzog Karl auf den Thron. Doch der kann die vielen Völker seines Reiches nicht mehr zusammenhalten. Im Herbst 1918 zerfällt die k.u.k. Monarchie in souveräne Einzelstaaten. Auch in Österreich gleiten Karl die Zügel immer mehr aus der Hand. Die Massen auf den Straßen Wiens fordern die Abdankung des Kaisers.

      Ohne seine Mitwirkung ist bereits eine provisorische Regierung zusammengetreten, die am 12. November 1918 die Republik ausruft. Während das Volk auf den Straßen Wiens feiert, betreten zwei Männer im Schutze der Dunkelheit die Schatzkammer der Wiener Hofburg.

      Der Oberkämmerer des Kaisers und der Direktor der Schatzkammer wissen, was sie suchen. Ohne einen Blick auf die heiligen Reichsinsignien zu werfen, begeben sie sich zielstrebig zu einer einzigen Vitrine. Die Nummer XIII.

      In ihr befinden sich die Kronjuwelen der Habsburger. Ohne Eile verstauen die beiden Männer die Kostbarkeiten in ihrem Koffer. Ein riesiger Edelstein entfacht selbst im fahlen Licht der Handlampe sein weiches Feuer: Der "Florentiner" - das Prunkstück des Habsburger Privatschatzes. Der Oberkämmerer handelt auf allerhöchsten Befehl in geheimer Mission. Der Kaiser selbst gab ihm den Auftrag, die Kronjuwelen in Sicherheit zu bringen. Die Rettung der Juwelen vor den "sozialistischen Horden" ist für den Oberkämmerer eine Frage der Ehre: Er bringt sie sicher zum Kaiserpaar nach Schloss Schönbrunn.

      Im November 1918 befindet sich die kaiserliche Familie noch auf Schloss Schönbrunn. Doch ihre Sicherheit kann hier niemand mehr gewährleisten.
      Als sogar Karls Leibgarde davonläuft, willigt der Kaiser widerstrebend ein, Wien zu verlassen und nach Schloss Eckartsau zu ziehen. Zuflucht auf österreichischem Boden, denn die Abreise soll nicht als Aufbruch ins Exil verstanden werden. Eine Abdankung lehnt er jedoch kategorisch ab. Ohne Verständnis für die politische Lage glaubt er noch immer, dass die Mehrheit des Volkes hinter ihm steht. Der nächtliche Beutezug des Oberkämmerers ist noch unentdeckt geblieben. Die Juwelen aus der Schatzkammer sind längst auf dem Weg in die Schweiz. In Zürich deponiert er seine wertvolle Fracht in einem Safe der Schweizer Nationalbank. Hier wird das letzte Kapitel in der wechselvollen Geschichte des "Florentiners" geschrieben.

      Während Karl im Landschloss Eckartsau Zuflucht sucht, fordert in Wien die Öffentlichkeit lautstark seine Enteignung. Dr. Renner, der Kanzler der jungen Republik, bietet an, auf die Beschlagnahmung des Vermögens zu verzichten, wenn der Kaiser endlich abdanken würde. Doch stur entgegnet Karl, seine Krone sei nicht käuflich. Am 23. März 1919 besteigt die kaiserliche Familie einen Sonderzug, der sie ins Schweizer Exil bringt. Die Herrschaft der Habsburger ist endgültig zu Ende.

      Der Zug hat kaum die Grenze passiert, da beschlagnahmt die österreichische Regierung das gesamte Vermögen. Karl hatte stets abgelehnt, Teile seines Privatvermögens ins Ausland zu schaffen. Alles, was die kaiserliche Familie jetzt noch besitzt, liegt in einem Safe: der Schmuck aus Vitrine XIII. In Wien wird das Verschwinden der Kronjuwelen entdeckt und ein Sturm der Empörung bricht los. Die Republik fühlt sich vom Kaiser bestohlen...

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 14.11.10
      02:50 - 03:30 Uhr (40 Min.)
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