• 26.08.2010
      13:00 Uhr
      Alaskas Dalton Highway Trampelpfad zum Eismeer | phoenix
       

      Wenn Bill Sturgeon seinen Truck in Fairbanks / Alaska startet und in
      Richtung Norden fährt, dann weiß er nie genau, was ihn erwartet.

      Donnerstag, 26.08.10
      13:00 - 14:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Neu im Programm
      Stereo

      Wenn Bill Sturgeon seinen Truck in Fairbanks / Alaska startet und in
      Richtung Norden fährt, dann weiß er nie genau, was ihn erwartet.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Friedrich Bohnenkamp

      Sicher ist lediglich: Im Sommer wird er Staub schlucken, im Winter froh sein, wenn er in der permanenten Dunkelheit, im Schneetreiben die Straße erkennen kann. Doch was heißt hier schon Straße - der "James Dalton Highway" ist nichts anderes als ein "Trampelpfad zum Eismeer", fast ausschließlich Schotterpiste.

      Bill Sturgeon kennt hier jeden Stein - seit 1973 ist er Trucker auf dem nördlichsten Highway der Vereinigten Staaten, zweimal pro Woche fährt er hoch, nach Prudhoe Bay an das Eismeer. Vorbei an "Coldfoot", dem ersten und einzigen Truckstopp jenseits des Polarkreises, über den Atigun Pass, durch die Tundra. Bis er nach knapp 700 Kilometer "Deadhorse" erreicht hat. Deadhorse, das ist das Versorgungslager zur streng bewachten Ölraffinerie Prudhoe Bay, da, wo Schilder in den Blechbehausungen der Ölarbeiter vor Grizzly- und Eisbären warnen und die Temperaturen bis minus 40 Grad sinken.

      Seit über 30 Jahren wird am Rande des Eismeers Öl gefördert und in eine Pipeline gepumpt, nach Valdez, dem eisfreien Ölhafen. Knapp 1.300 Kilometer lang ist die Pipeline. Der Dalton Highway folgt ihr über seine gesamte Länge. Auf und neben ihm leben und arbeiten ein paar Dutzend Menschen. Trucker wie Bill Sturgeon, Köche wie Brett Carlson, der am Yukon River zunächst einen Bären in seinem Restaurant erschießen musste, ehe er es nach dem Winter wieder eröffnen konnte. Neulinge wie der Lehrer Carrick Legrismith, der aus Detroit mit seiner Familie nach Soldfoot zog und dort als "Mädchen für alles" sein Geld verdient. Routiniers wie Jack Reakoff, der Trapper. Mit elf Jahren hat er seinen ersten Bären erschossen, in der Nähe von Wiseman, dem alten Goldgräberdorf, in dem er geboren wurde und das er nie verlassen hat. Jack Reakoff liebt Alaska und seine Natur - so
      wie sie früher war. Er hat Angst, dass der Dalton Highway asphaltiert
      wird, mehr Autos, mehr Menschen kommen und eines der letzten intakten
      Reservate für Flora und Fauna zerstören. "Die Pipeline ist nicht wirklich schlimm, der Highway ist gefährlich für die Natur", sagt Jack Reakoff. Und doch bestreitet auch er einen Teil seines Lebensunterhalts, indem er Touristen durch sein Haus und seinen prächtig blühenden Garten führt. Den Dalton Highway kann man von Wiseman aus nicht sehen, aber er ist da. Unüberhörbar.

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      Donnerstag, 26.08.10
      13:00 - 14:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
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      Stereo

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