• 06.09.2010
      21:00 Uhr
      THEMA UNTER DEN LINDEN Spezial - "Quo vadis, Europa?" (1/4) Der Kontinent - Die Geburt Europas | phoenix
       

      350 Millionen Jahre vor unserer Zeit war das Zentrum Europas von üppigen Wäldern bedeckt: Berlin inmitten eines dampfenden Dschungels. Edinburgh sitzt auf einem Vulkan, der vor 500 Millionen Jahren die Erde erschütterte.

      Montag, 06.09.10
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      350 Millionen Jahre vor unserer Zeit war das Zentrum Europas von üppigen Wäldern bedeckt: Berlin inmitten eines dampfenden Dschungels. Edinburgh sitzt auf einem Vulkan, der vor 500 Millionen Jahren die Erde erschütterte.

       

      In solch wechselvollen Epochen entsteht Europa, der Kontinent, auf dem wir heute leben.

      Das Karbon ist eine tektonisch unruhige Epoche. Das Land hebt und senkt sich, wird immer wieder vom Meer überflutet. Ganze Landstriche werden verwüstet, weite Waldgebiete versinken unter Schlammlawinen. Ein Superkontinent entsteht.

      Über Jahrmillionen pressen wachsende Sedimentschichten die Baumleichen zusammen bis aus ihnen wertvolle Kohle entsteht. Aus einer Schicht von zehn Metern Pflanzenresten bildet sich ein Kohlelager von einem Meter Dicke.

      Die Steinkohlereviere Europas, von England bis Nordfrankreich, von der Ruhr bis nach Polen und Russland lassen die immense Ausdehnung der urzeitlichen Karbonwälder erahnen. Kohle wird zur Grundlage eines der größten Umbrüche in der Geschichte Europas werden. Der Abbau dieser unermesslichen fossilen Energiequellen in vielen Teilen des Kontinents ist die Voraussetzung für Europas industriellen und wirtschaftlichen Aufstieg.

      Alle diese Vorgänge hängen von den Zufällen der Kontinentaldrift ab. Kohlelagerstätten entstehen im Karbon vor allem dort, wo Kontinente im günstigen Klima des Äquators liegen. Aber noch während diese dampfenden Tropenwälder üppig gedeihen, kündigen sich neue Ereignisse an: Die Kontinente treiben weiter. Europa wird eingekeilt von anderen Platten. Es wird Teil des Riesenkontinents Pangäa, der fast alle Landmassen der Erde umfasst.

      Vor rund 220 Millionen Jahren liegt Europa fern von jeglicher Küste des damals einzigen Ozeans. Kaum eine Wolke dringt bis ins Zentrum vor. Unter der glühenden Sonne verdorren die Regenwälder. Europa wird zur Wüste. Weltweit sterben 90 Prozent aller Arten aus. Auch der Osten Europas steht auf versteinerten Sanddünen. Sie sind Zeugen dieser Wüste in der Epoche des Perm. Es fällt schwer sich vorzustellen, dass die heutigen Gebiete des harten russischen Winters einst trocken heiße Ödnis waren.

      Am Rand dieser Wüste entsteht eine neue Tiergruppe, die den Kontinent viele Jahrmillionen beherrschen sollte. Die Dinosaurier. Das Zeitalter der Amphibien ist vorbei. Die Reptilien bewältigen die Herausforderung des Superkontinents Pangäa. Sie haben eine wasserundurchlässige Haut und ihre Eier können sich auch im trockenen Sand entwickeln.

      Wird geladen...
      Montag, 06.09.10
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 28.07.2021