• 25.08.2010
      22:15 Uhr
      Todesboten aus Alamut Geheimbünde: Der Geheimbund der Assassinen | phoenix
       

      Die Assassinen gelten als erste, straff organisierte Terrorgruppe der Weltgeschichte: eine extremistische Sekte innerhalb der schiitischen Bewegung des Islam. Der Name des Geheimbundes wurde zum Inbegriff für Meuchelmord.

      Mittwoch, 25.08.10
      22:15 - 23:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Die Assassinen gelten als erste, straff organisierte Terrorgruppe der Weltgeschichte: eine extremistische Sekte innerhalb der schiitischen Bewegung des Islam. Der Name des Geheimbundes wurde zum Inbegriff für Meuchelmord.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Helga Lippert
      Klaus Kastenholz

      Er bezeichnet noch heute in westlichen Sprachen eine heimtückische Bluttat. Mit eindrucksvollen Inszenierungen und brillanten Dokumentaraufnahmen entschleiert der Film den Mythos um die Assassinen und zeichnet die historischen Fakten nach.

      Statt Heere in Marsch zu setzen, sandte der Anführer der Assassinen einen einzigen Mann mit dem Auftrag aus, eine Schlüsselfigur der Gegenseite auszulöschen. Seit dem Mittelalter prägen Legenden und Schauermärchen das Bild, das die Europäer von der gefürchteten Truppe haben. Allen voran verbreiteten Marco Polo sowie Chronisten der Kreuzritter wahre Horrorgeschichten über die Assassinen. Schon ihren Namen verdanken sie einem Gerücht: Die gedungenen Mörder seien für ihren gefährlichen Auftrag mit Drogen gefügig gemacht worden, heißt es. "Haschaschin" - die Haschischesser - nannten Zeitgenossen die Mitglieder der Gemeinschaft.

      Ihrem religiös motiviertem Oberhaupt gehorchten die jungen Männer bedingungslos. Sie wollten nicht nur ihre Feinde umbringen, sondern auch den eigenen Tod. Denn ihr Meister habe ihnen das Paradies vorgegaukelt, wohin sie nach vollbrachter Tat zurückkehren würden. Daher galt es als schändlich, eine Mission zu überleben. Historisch korrekt ist jedoch, dass der Perser Hasan-e Sabbah Ende des elften Jahrhunderts in seiner Heimat einen "Staat im Staate" gründete.

      Von seiner Residenz Alamut, einer uneinnehmbaren Trutzburg im persischen Bergland, verbreiteten er und seine Nachfolger mehr als 160 Jahre lang Angst und Schrecken im moslemischen Herrschaftsgebiet. Da der Gründer der Nizariten - wie sich die Gruppe eigentlich nannte - keine Chance gegen die übermächtigen Herrscher hatte, praktizierte er mit seiner berühmten "einarmigen Armee" eine spezielle Art der Kriegsführung.

      Die gezielten Anschläge Hasan-e Sabbahs richteten sich einerseits gegen die Seldschuken, die damals als Besatzungsmacht die politische Gewalt ausübten. Andererseits kämpfte er auch gegen die sunnitischen Kalifen in Bagdad, denen er Dekadenz und Abweichen vom rechten Islam vorwarf. Immer wieder marschierten große Heere gegen die kleine Sekte - vergeblich. Erst die Mongolen konnten Alamut 1256 zerstören.

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      Mittwoch, 25.08.10
      22:15 - 23:00 Uhr (45 Min.)
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