• 27.08.2010
      04:05 Uhr
      Luxusmeile und Armengasse Die längste Straße in Teheran | phoenix
       

      Für die Fotografin Fataneh Nasoki ist sie die Fundgrube schlechthin: die Vali Asr in Teheran, die längste innerstädtische Straße im Nahen Osten. Sie ist knapp 20 Kilometer lang und verläuft vom armen Süden bis hinauf in den reichen Norden.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 27.08.10
      04:05 - 04:35 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Für die Fotografin Fataneh Nasoki ist sie die Fundgrube schlechthin: die Vali Asr in Teheran, die längste innerstädtische Straße im Nahen Osten. Sie ist knapp 20 Kilometer lang und verläuft vom armen Süden bis hinauf in den reichen Norden.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Karin Theis-Sina

      Für die Fotografin Fataneh Nasoki ist sie die Fundgrube schlechthin: die Vali Asr in Teheran, die längste innerstädtische Straße im Nahen Osten. Sie ist knapp 20 Kilometer lang und verläuft vom armen Süden bis hinauf in den reichen Norden. Sie beginnt am Hauptbahnhof, der in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts von deutschen Architekten gebaut wurde, und endet an den schneebedeckten Gipfeln des Elburs - Gebirges.

      Hier findet Fataneh die Sujets für ihre preisgekrönten Fotographien: Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft: Mullahs, Taxifahrer, Straßenkinder, Mütter mit ihren Kindern, Schuhputzer, Prostituierte und Dealer. Die Straße ist neben dem Großen Basar von Teheran das umtriebige Geschäftszentrum der Stadt.

      Die Straße wurde vom beliebten Teheraner Bürgermeister Ghalibaf, dem Nachfolger des heutigen Präsidenten Ahmadinejad in diesem Amt, in den vergangenen drei Jahren frisch herausgeputzt. Aber den Menschen unten an der Vali Asr geht es nicht gut 30 Jahre nach der islamischen Revolution. Unter der momentanen wirtschaftlichen Rezession leiden die Armen besonders. Ahmadinejad hat seinen Landsleuten vor drei Jahren das Wahlversprechen gegeben: "Unsere Öldollars werden auf euren Tischen landen." Doch die Schere zwischen Arm und Reich hat sich in den vergangenen zwei Jahren extrem geöffnet. Vor den Tankstellen stehen lange Schlangen, weil Benzin rationiert wird. Nur oben bei den Reichen ist alles anders, da gehören Partys und Alkohol zum ganz normalen Leben, genau so wie glitzernde Shoppingcenter.
      Die Gespaltenheit zwischen Innen und Außen, dem Privatleben und dem öffentlichen Auftreten, ist unter dem islamischen Regime für alle Menschen zwingend. Das führt zu Doppelmoral, Zerrissenheit, Lüge, und jeder leidet darunter. Ein enormer Drogenkonsum, eine hohe Selbstmordrate, eine nicht nachlassende Auswanderungswelle vor allem der akademischen Schichten, sind die Folge. Die immer stärkere Ablehnung des staatlich verordneten Islam führt zu einer Rückbesinnung auf die vorislamischen, persischen Werte oder aber zu einer Orientierung an westlichen Werten.

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      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 27.08.10
      04:05 - 04:35 Uhr (30 Min.)
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