• 10.04.2010
      02:15 Uhr
      Die großen Schlachten (3/4) 1631 - Das Massaker von Magdeburg | phoenix
       

      Im Herzen Europas tobt schon seit 13 Jahren ein Krieg, den sie später den 30Jährigen nennen werden. Gekämpft wird um das richtige Bekenntnis - um Protestantismus oder um Katholizismus.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 10.04.10
      02:15 - 03:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Im Herzen Europas tobt schon seit 13 Jahren ein Krieg, den sie später den 30Jährigen nennen werden. Gekämpft wird um das richtige Bekenntnis - um Protestantismus oder um Katholizismus.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Jan N. Lorenzen; Hannes Schuler

      Aber auch, weil allerlei Staaten ihre Macht und ihren Einfluss ausweiten wollten. 10. Mai 1631 - eine Katastrophe bahnt sich in Magdeburg an, die sich in das Gedächtnis Europas einbrennen wird.

      Magdeburg wird nun schon seit Monaten von einem katholischen Söldnerheer belagert. Die Handelsmetropole an der Elbe gilt als Hochburg des Protestantismus. Etwa 30.000 Menschen sind in der Stadt eingeschlossen und hoffen auf Unterstützung durch die schwedischen Truppen. Vor den Stadttoren lagern 30.000 Soldaten aus aller Herren Länder, außerdem ihre Frauen und Kinder, Händler, Handwerker - der Tross. Die Umgebung wird kahl gefressen - der Krieg ernährt den Krieg. Die besetzten Gebiete müssen Kontribution zahlen oder werden geplündert. Zurück bleiben zerstörte Landschaften, abgebrannte Höfe und Dörfer.

      Das katholische Heer vor den Toren Magdeburgs wartet schon lange darauf, dass die Stadt endlich aufgibt, sich freikauft. Die Söldner sind nicht aus Frömmigkeit in diesen Glaubenskrieg gezogen, sondern um "Beute zu machen". Ihr Lohn ist das, was beim Plündern und Brandschatzen für sie abfällt. Und Magdeburg ist reich, sehr reich.

      Am Abend des 9. Mai verstummen plötzlich die Kanonen. Für Magdeburg bahnt sich eine Katastrophe an, denn in den frühen Morgenstunden wird das Signal zum Angriff gegeben. Ein Massaker, eine erbarmungslose Metzelei beginnt, die bis zum Ersten Weltkrieg als Symbol für die Schrecken des Krieges gelten wird. In nur vier Tagen wird die stolze Hansestadt restlos vernichtet. 20.000 Einwohner werden niedergemetzelt, die Stadt in Brand gesetzt. Die Vernichtung ist nahezu vollständig. Wer nicht erschlagen, erstochen, ersoffen wurde, stirbt qualvoll in den Flammen der sich ausbreitenden Feuersbrunst.
      Die Menschen in ganz Europa sind geschockt. Der Untergang Magdeburgs markiert das Überschreiten einer moralischen Grenze. Für Generationen wird das Massaker von Magdeburg zum Inbegriff für das Leiden der Zivilbevölkerung und die Verrohung der Soldaten.

      Wird geladen...
      Nacht von Freitag auf Samstag, 10.04.10
      02:15 - 03:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 24.09.2022