• 13.03.2010
      21:45 Uhr
      ZDF-History: Das Schiff der Verdammten Die Irrfahrt der St. Loius - Der Geschichtsabend | phoenix
       

      Sie hofften, der Verfolgung und den Todeslagern der Nazis zu entkommen. 930 jüdische Männer, Frauen und Kinder gingen am 13. Mai 1939 in Hamburg an Bord des deutschen Passagierdampfers St. Louis, um in die Freiheit zu fahren.

      Samstag, 13.03.10
      21:45 - 22:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Neu im Programm
      Stereo

      Sie hofften, der Verfolgung und den Todeslagern der Nazis zu entkommen. 930 jüdische Männer, Frauen und Kinder gingen am 13. Mai 1939 in Hamburg an Bord des deutschen Passagierdampfers St. Louis, um in die Freiheit zu fahren.

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Guido Knopp

      Sie irrten. In diesem Film schildern Zeitzeugen das dramatische Geschehen an Bord sowie ihren Kampf ums Überleben nach der erzwungenen Rückkehr nach Europa.

      Das erste Ziel sollte die Karibik-Insel Kuba sein. Von dort wollten die jüdischen Flüchtlinge weiter nach Amerika. Die kubanische Regierung jedoch erklärte ihre Visa für ungültig und ließ sie nicht an Land. Auch Amerika verweigerte die Einwanderung. Nach Tagen voller Ungewissheit im Hafen von Havanna mussten die Flüchtlinge an Bord der St. Louis nach Europa zurück fahren.

      Mehrere drohten mit Selbstmord, falls das Schiff, wie von der Reederei verlangt, nach Hamburg fahren würde. Sie hatten Angst, bei der Ankunft festgenommen und in Konzentrationslager deportiert zu werden. "Wir fürchteten das KZ mehr als den Tod", sagte einer der Flüchtlinge dem deutschen Kapitän Gustav Schröder. Um seinen jüdischen Passagieren zu helfen, verzögerte der Kapitän die Rückfahrt um mehrere Tage. Dadurch gewann eine jüdische Hilfsorganisation Zeit, um Asyl für die Heimatlosen zu suchen.

      Nach fast fünfwöchiger Irrfahrt durften die Flüchtlinge in Antwerpen an Land gehen. Die Regierungen in Brüssel, Den Haag, Paris und London gewährten ihnen Asyl. Doch nach der deutschen Besetzung Belgiens, Hollands und Frankreichs wurden die meisten von ihnen doch noch von den Nazis deportiert und ermordet. Die in England aufgenommenen Flüchtlinge blieben von Hitlers Terror verschont.

      Im Film schildern Zeitzeugen das dramatische Geschehen. Monate lange Recherchen haben zu bisher unbekannten Filmaufnahmen, Fotos und anderen Dokumenten geführt: Einer der Emigranten machte während der Überfahrt nach Kuba und im Hafen von Havanna mehr als 50 Fotos. Sie sind erstmals zu sehen.

      Die Nazi-Behörden hatten die Fahrt der St. Louis angeordnet, um damit eine groß angelegte Propagandakampagne zu starten. Sie sollte der Welt weismachen, dass Juden Deutschland problemlos verlassen könnten. Und es gab, so besagen amerikanische Quellen, noch einen anderen Grund für diese "Sonderfahrt" nach Kuba: Spionage! An Bord war ein vom Geheimdienst angeworbener Gestapo-Mann, der auf Kuba von deutschen Agenten gesammeltes Material über Amerikas Marine abholte. Der Deckname dieser Mission: "Aktion Sonnenschein".

      Ein Film von Dietmar Schulz

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      Samstag, 13.03.10
      21:45 - 22:30 Uhr (45 Min.)
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