• 13.03.2010
      21:00 Uhr
      Als der Osten Westen wurde (1/2) Der Osten geht - Der Geschichtsabend | phoenix
       

      Nach dem Fall der Mauer im November 1989 befand sich die DDR in Auflösung. Erst mit dem 3. Oktober 1990, dem Tag der Wiedervereinigung, endete das Machtvakuum. Ein Jahr Übergangszeit.

      Samstag, 13.03.10
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Nach dem Fall der Mauer im November 1989 befand sich die DDR in Auflösung. Erst mit dem 3. Oktober 1990, dem Tag der Wiedervereinigung, endete das Machtvakuum. Ein Jahr Übergangszeit.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Gunther Scholz
      Anette Metzger

      Ein Jahr Übergangszeit: ein ganzes Land, seine Menschen und seine Institutionen in rasantem Umbruch. Das eine ist nicht mehr, das andere noch nicht da. Ein historisch kurzer Zeitraum, der ungeahnte Freiräume bot. Die Dokumentation widmet sich dieser Zeitspanne, die vor allem von Chaos und großen Hoffnungen geprägt war.

      Nach dem Fall der Mauer bieten dicht umlagerte Händler im Osten die ersten Westzeitungen an, Antiquitätenjäger begeben sich auf Schnäppchenjagd und die erste westdeutsche Bank lässt sich in Rostock nieder. In den Archiven finden sich viele Berichte über den Wandel des Alltags und die besondere Stimmung jener Zeit. In diesem Film kommen Menschen zu Wort, die plötzlich vorhandene Freiräume mit ihren Wünschen, Hoffnungen und Träumen füllten. Gerade in diesem historisch kurzen Zeitabschnitt des Umbruchs war Raum wie noch nie für die persönliche Initiative, für Neues, nicht durch Obrigkeit Sanktioniertes.

      Rüterberg z.B. war eigentlich ein unbekanntes Dorf an der Elbe, seit 1961 eingeschlossen zwischen Grenzanlagen und Stacheldraht. Besuch durfte nicht empfangen werden, jahrelang wurde das Dorf um 23 Uhr "abgeschlossen". Auf einer Gemeindeversammlung am 8. November 1989 macht der heute 81jährige Hans Rasenberger den Bewohnern den Vorschlag, eine Dorfrepublik nach Schweizer Vorbild zu gründen: "Wenn wir schon in so einer Enklave leben, dann können wir doch auch etwas Eigenes, Positives daraus machen." Er will Selbständigkeit und Freiheit für das Dorf innerhalb der DDR. Alle Dorfbewohner und die anwesenden Vertreter der Macht stimmen ab. Die Dorfrepublik wird ohne eine Gegenstimme beschlossen. Was aber, wenn nicht am nächsten Tag in Berlin die Mauer gefallen wäre...?

      Eine von vielen Geschichten, die einen neuen Blickwinkel wirft auf den schon oft behandelten Prozess der Wiedervereinigung. Jenseits der Ereignisse, die sich auf den politischen Machtebenen zugetragen haben, geht es in diesem Film um die nicht minder spannenden Veränderungen und Herausforderungen des ostdeutschen Alltags während der Übergangszeit.

      Ein Film von Anette Metzger und Gunther Scholz

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      Samstag, 13.03.10
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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