• 20.02.2010
      04:35 Uhr
      Karthago Supermacht am Mittelmeer - THEMA: Seefahrer und Entdecker | phoenix
       

      Die Phönizier - eintausend Jahre lang beeinflussten sie die Geschicke der antiken Welt rund um das Mittelmeer. "Phoinikes", die Purpurfärber, - so nannten die Griechen die geheimnisvollen Fremden.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 20.02.10
      04:35 - 05:20 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      VPS 04:30
      Neu im Programm
      Stereo

      Die Phönizier - eintausend Jahre lang beeinflussten sie die Geschicke der antiken Welt rund um das Mittelmeer. "Phoinikes", die Purpurfärber, - so nannten die Griechen die geheimnisvollen Fremden.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Michael Gregor

      Als Nomaden zogen sie einst durch die Wüsten Arabiens bis in den Libanon. Dort gründeten die Phönizier ihre ersten Städte: Tyros, Sidon und Byblos. Als geniale Schiffbauer, wagemutige Seefahrer und begnadete Händler gingen die Phönizier in die Geschichte ein. Sie vertrauten auf ihr navigatorisches Geschick und die Kauflust der Menschen. Aus aller Herren Länder schafften die Phönizier Luxuswaren herbei: Gold, Straußeneier, Elfenbein. Auch mit Rohstoffen wie Kupfer, Zinn und Eisenerz zur Herstellung von Werkzeugen und Waffen machten sie blendende Geschäfte.

      Obwohl ihre Waren hoch geschätzt wurden, waren die Seehändler nicht gern gesehen. Der Dichter Homer beschimpft sie als verlogene Halunken und betrügerische Orientalen. Den Neid seiner Landsleute auf die weltgewandten Kaufherren formuliert Homer mit Hilfe des neuen phönizischen Alphabets, das die Griechen übernommen hatten und von dem auch unsere Buchstaben abstammen. Immer weiter dehnen die Phönizier ihren Herrschaftsbereich aus.

      Vermutlich um 814 vor Christus gründen sie an der nordafrikanischen Küste - im heutigen Tunesien - eine neue Niederlassung: Karthago. Die Stadt wird zur blühenden Metropole der neuen Supermacht am Mittelmeer. Die Karthager - so nennen sie sich jetzt - fühlen sich stark. Sie erobern auf Sizilien römische Städte und errichten in den Tempeln ihrer Feinde eigene Kultstätten. Eine ungeheure Provokation, denn Rom ist inzwischen zum gefährlichsten Rivalen geworden. Gerüchte über blutige Rituale und Kinderopfer für den grausamen Gott Baal dringen in die Hauptstadt am Tiber. Die Römer greifen die phönizischen Kolonien auf der Insel an. Nach einer grausamen Schlacht muss Karthago Sizilien räumen und verliert seine gesamte Flotte.

      Aber die Phönizier geben nicht auf. 33 Jahre später zieht Feldherr Hannibal Barkas mit Elefanten über die Alpen und steht vor den Toren Roms. Da verweigert ihm Karthago den Nachschub. Der Kampf geht verloren. Doch noch sind die Phönizier nicht am Ende. Erst in einem dritten Krieg gelingt den Herren vom Tiber der endgültige Triumph über die verhassten Barbaren: Im Jahr 146 vor Christus wird Karthago völlig zerstört, das Land dem römischen Reich einverleibt. Eine hoch entwickelte Zivilisation versinkt allmählich im Sand der Wüste.

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 20.02.10
      04:35 - 05:20 Uhr (45 Min.)
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