• 10.02.2010
      00:45 Uhr
      Leben auf dem Fluss (1/3) Ticket nach Timbuktu - THEMA: Flusslandschaften | phoenix
       

      Über Jahrhunderte hinweg hatte der Name der Stadt in der Sahara einen magischen Klang: Als eine der heiligen Stätten des Islam war Timbuktu für Nicht-Muslime verboten, Kaufleute beschrieben sie als sagenhaft reich.

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 10.02.10
      00:45 - 01:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Über Jahrhunderte hinweg hatte der Name der Stadt in der Sahara einen magischen Klang: Als eine der heiligen Stätten des Islam war Timbuktu für Nicht-Muslime verboten, Kaufleute beschrieben sie als sagenhaft reich.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Holger Preuße
      Valérie Theobaldt

      Einer Legende nach waren die Straßen mit Gold gepflastert. Doch der Zugang nach Timbuktu war zu keiner Zeit einfach. Bis heute führen wenige Pisten durch die Wüste dorthin. Deshalb werden Personen und Waren nach wie vor überwiegend auf dem Fluss Niger transportiert.

      Die Reise beginnt in Mopti in der Republik Mali. Hier treffen sich die Handelsrouten aus dem Norden mit denen des Südens. Mopti ist Hafen und Umschlagplatz für Waren aller Art. Die beiden Flüsse Bani und Niger verwandeln nach der Regenzeit im Sommer das trockene Land in eine grüne Insel am Rand der Sahelzone. "Venedig Afrikas" haben es die ehemaligen französischen Kolonialherren genannt.

      Die "Air Bouctou" ist eine von drei Pinassen, die regelmäßig zwischen Mopti und Timbuktu verkehren. Pinassen sind einfache flache Holzboote, auf denen alles transportiert wird. Zumeist sind die Pinassen hoffnungslos überladen, mit Reisenden und Waren aller Art - vom Federvieh bis zum Fahrrad. Das Geschäft ist hart umkämpft. Basekou Tikambo ist der Pinassier der "Air Bouctou". Er ist Reeder und Kapitän zugleich. Gemeinsam mit seiner Familie fährt er seit zehn Jahren die Strecke. Den Beruf und das Boot hat er von seinem Vater übernommen. "Man kann kein Pinassier sein, wenn man es nicht von seinem Vater geerbt hat. Mein Vater hat es von seinem Vater und der wiederum von seinem Vater gelernt. Nur so wird man ein guter Pinassier." Basekou Tikambo navigiert ohne Hilfsmittel - er verlässt sich allein auf seine Erfahrung, seinen Instinkt und seinen Glauben. Als Bozo ist er ein Mann des Wassers, der mit den Flussgeistern sprechen kann.

      Dörfer ziehen vorbei. Die Pinasse hält dort, wo Menschen aus- oder einsteigen wollen. Oft sind die Orte nur eine Ansammlung von Lehmhütten mit flachen Dächern und winzigen Fenstern. Am Ufer im Hafen von Timbuktu, der ein paar Kilometer außerhalb der Stadt liegt, warten schon die Händler auf ihre Fracht. Andere wollen, dass ihre Waren zurück nach Mopti transportiert werden. Meist sind es Salzplatten aus den Minen im Norden von Mali, die durch die Wüste hierher gebracht wurden. Eine Nacht lang liegt die Pinasse in Timbuktu vor Anker, dann geht die Fahrt zurück nach Mopti, den langen Niger herunter.

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      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 10.02.10
      00:45 - 01:30 Uhr (45 Min.)
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      Stereo

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