• 25.02.2021
      18:00 Uhr
      Von Covid bis Klima Können Afrikas Wälder der Welt helfen? | phoenix
       

      Während viele Länder in Afrika Wälder abholzen, haben sich andere zu massiven Aufforstungen verpflichtet. Eines der Vorbilder ist Kenia. Aber der Schutz von Wäldern und Tieren ist in Zeiten von Covid-19 nicht leichter geworden.

      Donnerstag, 25.02.21
      18:00 - 18:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Während viele Länder in Afrika Wälder abholzen, haben sich andere zu massiven Aufforstungen verpflichtet. Eines der Vorbilder ist Kenia. Aber der Schutz von Wäldern und Tieren ist in Zeiten von Covid-19 nicht leichter geworden.

       

      Uganda, Bwindi Nationalpark: Wir sind unterwegs zu den Berggorillas der Region, mit Dr. Gladys Kalema-Zikusoka, der ersten Wildtierärztin Ugandas. Für sie ist der Schutz der majestätischen Tiere in Zeiten von Covid-19 nicht leichter geworden.

      Die Jagd auf viele Arten von geschützten Wildtieren habe zugenommen, erzählt sie - auch, weil viele Menschen ihre Arbeit verloren hätten und ihnen Geld und Nahrung fehlten. Es gäbe aber noch ein anderes Problem: Es bestehe die Gefahr, dass sich Gorillas bei einem mit Covid-19 infizierten Menschen anstecken könnten. Der Kreis könnte sich so schließen: das Virus, das womöglich aus der Wildnis kommt, mehr als einer Million Menschen weltweit den Tod bringt und dann zurückkehrt, um weiteres Unheil in der Tierwelt anzurichten.

      Bei Covid-19 sind viele Ursachen noch nicht klar. Unbestritten aber ist, dass viele neue Viren ihren Ausgang im Tierreich nahmen beziehungsweise Übertragungswege über die Wildnis führen - vor allem Fledermäuse stehen im Verdacht, aber auch Pangoline. Und noch etwas wird immer klarer: Durch das Fällen vieler Wälder rücken die Tiere dichter an den Menschen heran und mit ihnen auch die Gefahr neuer Krankheiten.

      Augustine Baraza Obuyele kennt dieses Muster. Wir begleiten den kenianischen Wissenschaftler zu den Fledermaushöhlen am Mount Elgon an der kenianisch-ugandischen Grenze. "Fledermäuse tragen viele Krankheiten mit sich", sagt er uns. Seine Aufgabe ist es, neue Viren aufzuspüren. Viren, die einmal ihren zweifelhaften Siegeszug über den Kontinent oder gar die Welt antreten könnten, wie bereits Ebola oder das Gelbfieber. Wir sind aber auch mit denen unterwegs, die anscheinend keine Angst haben: "Fledermaus-Jäger", auf der Suche nach Fleisch für den Grill.

      Die Weltgemeinschaft wird unruhig vor dem Hintergrund dieser Bedrohung. Das UN-Umweltprogramm UNEP in Nairobi will ein weltweites "Jahrzehnt der Wiederbelebung von Ökosystemen" ausrufen: Kann Baumpflanzen die Welt retten? Covid-19 und die Gefahr neuer Viren sind ja nur die jüngsten Gründe, in Wiederaufforstung zu investieren. Der Schutz des Klimas oder der Wasserressourcen sind andere: Ohne intakte Wälder läuft nichts.

      Während viele Länder in Afrika Wälder abholzen, um dringend benötigte Einnahmen zu generieren, haben sich andere zu massiven Aufforstungen verpflichtet. Eines dieser Vorbilder ist Kenia, das mit seinem Mau-Forest ein wichtiges Ökosystem wiederherstellen will. Das Problem: Siedler haben sich einen Teil des Waldes genommen.

      Nun wird mit Gewalt geräumt, die Siedler müssen mit dem wenigen, was sie haben, fliehen. "Es ist ein lohnenswertes Opfer, das gebracht wird", beschwichtigt Kenias Umweltminister Keriako Tobiko. Doch die Menschenrechtskommission der Afrikanischen Union hat einen Stopp der Vertreibungen gefordert.

      Wir begegnen dem Minister und den Siedlern und zeigen anhand kleiner Beispiele: Die Wiederherstellung unseres Lebensraumes könnte wichtiger, aber auch schwieriger sein, als wir es je für möglich gehalten haben.

      Ein Film von Norbert Hahn

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