• 31.01.2021
      07:30 Uhr
      Der Traum von der neuen Welt Grenzen werden geschlossen | phoenix
       

      Der Erste Weltkrieg hat den Aufstieg der USA zur Weltmacht besiegelt. Das Land will keine Millionen Einwanderer mehr: Der Kongress beschließt, die Zahl der Zuwanderer durch Quoten zu begrenzen. Die Weltwirtschaftskrise verstärkt diesen Willen der Abgrenzung weiter: Die Zeit der Massenauswanderung nach Amerika ist vorbei. Gerade zu dem Zeitpunkt, als Hunderttausende Menschen dem Terror der nationalsozialistischen Diktatur entkommen wollen.

      Sonntag, 31.01.21
      07:30 - 08:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Der Erste Weltkrieg hat den Aufstieg der USA zur Weltmacht besiegelt. Das Land will keine Millionen Einwanderer mehr: Der Kongress beschließt, die Zahl der Zuwanderer durch Quoten zu begrenzen. Die Weltwirtschaftskrise verstärkt diesen Willen der Abgrenzung weiter: Die Zeit der Massenauswanderung nach Amerika ist vorbei. Gerade zu dem Zeitpunkt, als Hunderttausende Menschen dem Terror der nationalsozialistischen Diktatur entkommen wollen.

       

      Der Erste Weltkrieg hat den Aufstieg der USA zur Weltmacht besiegelt. Das Land will keine Millionen Einwanderer mehr: Der Kongress beschließt im Jahr 1921, die Zahl der Zuwanderer auf 70.000 pro Jahr zu begrenzen. In der Vergangenheit waren von Jahr zu Jahr mehr Einwanderer gekommen. Die Spitze wurde im Jahr 1907 mit mehr als 1,2 Millionen Menschen erreicht. Für die US-Regierung war es an der Zeit, dieser Entwicklung einen Riegel vorzuschieben.

      Die Weltwirtschaftskrise verstärkte diesen Willen zur Abgrenzung weiter: Die Zeit der Massenauswanderung nach Amerika ist ab diesem Beschluss ein für alle Mal vorbei - zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Gerade als Hunderttausende dem Terror der nationalsozialistischen Diktatur entkommen wollen, verschließen die USA die Eingangstore. Für die Beamten der Einwanderungsbehörde auf der zentralen Kontrollstation auf Ellis Island bedeutet dies verschärfte Einreisekontrollen und damit einhergehend ein kompliziertes Testverfahren: Intelligenz, körperliche Unversehrtheit, ein gültiger Pass und das nötige Kleingeld, um die Einreisegebühr zahlen zu können - das sind von nun an nicht mehr die einzigen Kriterien: Arbeitssuchende, die in Europa von amerikanischen Firmen mit Dumpinglöhnen nach Amerika gelockt werden, dürfen nicht mehr durchgelassen werden.

      Zwischen 1840 und 1939 verlassen 55 Millionen Menschen Europa. Doch spätestens mit der Weltwirtschaftskrise ist der Traum von der Neuen Welt ausgeträumt. Der Politiker Fiorello La Guardia kämpfte gegen die Einführung von Quoten, die die Einwanderung beschränken sollen. Audrey Miller musste wie viele britische Unterschichtskinder unfreiwillig nach Kanada auswandern. Der Kapitän Gustav Schröder hat durch zähe Verhandlungen das Leben vieler jüdischer Flüchtlinge gerettet. Und gegen harte Widerstände und unter größten Opfern gelang es der jüdischen Kinderärztin Hertha Nathorff, in der Neuen Welt ein bescheidenes Auskommen zu finden.

      Von 1840 bis 1939 verlassen 55 Millionen Europäer ihre Heimat und machen sich auf Richtung Westen, um in Nord- und Südamerika zu siedeln. Sie alle eint der Traum von der Neuen Welt. Die Auswanderer erleben Abenteuer und Verzweiflung, sie brechen Rekorde oder verlieren alles, was ihnen lieb und teuer ist. Viele haben später davon berichtet.

      20 Frauen und Männer erzählen in der vierteiligen Dokumentation ihren Traum von der Neuen Welt. Es gibt Anfang des 19. Jahrhunderts viele Gründe, Europa den Rücken zu kehren. Viele Menschen leben in Armut. Religiöse Verfolgung erleiden vor allem Juden und Mitglieder freikirchlicher Gemeinschaften. Bürokratische Vorschriften behindern die freie Entfaltung.

      Film von Kai Christiansen

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Sonntag, 31.01.21
      07:30 - 08:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 20.04.2021