• 21.05.2022
      20:15 Uhr
      Faszination Afrika (1/5) Tiere im Okawango Delta | phoenix
       

      Noch vor 150 Jahren war das Herz Afrikas auf der Weltkarte ein großer weißer Fleck. Das Innere des Kontinents, von dem sich die Kolonialmächte Zugang zu wertvollen Bodenschätzen erhofften, war völlig unbekannt. Expeditionen wurden auf verschiedenen Wegen durch Dschungel und Sümpfe geschickt, um den Kontinent zu erforschen und die Quellen des Nils zu erkunden. Abenteurer und Entdecker lieferten sich erbitterte Wettstreite um Ruhm und Ehre. Mit der Entdeckung des Viktoriasees, des zweitgrößten Süßwassersees der Erde, erreichten sie schließlich das Herz Afrikas.

      Samstag, 21.05.22
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Noch vor 150 Jahren war das Herz Afrikas auf der Weltkarte ein großer weißer Fleck. Das Innere des Kontinents, von dem sich die Kolonialmächte Zugang zu wertvollen Bodenschätzen erhofften, war völlig unbekannt. Expeditionen wurden auf verschiedenen Wegen durch Dschungel und Sümpfe geschickt, um den Kontinent zu erforschen und die Quellen des Nils zu erkunden. Abenteurer und Entdecker lieferten sich erbitterte Wettstreite um Ruhm und Ehre. Mit der Entdeckung des Viktoriasees, des zweitgrößten Süßwassersees der Erde, erreichten sie schließlich das Herz Afrikas.

       

      Berggorillas, die regelmäßig den Gipfel eines Vulkans in bis zu 4000 Metern Höhe erklimmen, Elefanten, die sich nachts in einer geheimnisvollen Höhle sammeln, mysteriöse Wolken, die allmonatlich wie aus dem Nichts aus dem Viktoriasee aufsteigen: Das Herz Afrikas ist voller Rätsel. Dirk Steffens ist diesen Rätseln bei einer neuen Entdeckungsreise für "Faszination Erde" auf der Spur.

      Noch vor 150 Jahren war das Herz Afrikas auf der Weltkarte ein großer weißer Fleck. Das Innere des Kontinents, von dem sich die Kolonialmächte Zugang zu wertvollen Bodenschätzen erhofften, war völlig unbekannt. Expeditionen wurden auf verschiedenen Wegen durch Dschungel und Sümpfe geschickt, um den Kontinent zu erforschen und die Quellen des Nils zu erkunden. Abenteurer und Entdecker lieferten sich erbitterte Wettstreite um Ruhm und Ehre. Mit der Entdeckung des Viktoriasees, des zweitgrößten Süßwassersees der Erde, erreichten sie schließlich das Herz Afrikas.

      Der Viktoriasee ist der Lebensquell im Inneren des Kontinents. Über 30 Millionen Menschen der Region leben von seinem Wasser. Der See ist etwa so groß wie Bayern, er bestimmt den Wasserhaushalt des Nils und beeinflusst maßgeblich das Klima der gesamten Region. Einmal im Monat steigen dunkle Wolken aus seiner Tiefe auf. Es sind Schwärme aus Milliarden von Büschelmücken, die sich in einem einzigen großen Paarungstanz versammeln. Für die Einheimischen bietet das Schauspiel eine willkommene Abwechslung für ihre Speisekarte: Sie sammeln die Mücken und bereiten aus ihnen ein traditionelles Backwerk zu.

      Nachts schwimmen auf dem Viktoriasee Hunderte Lichter. Es sind Flöße mit Kerosinlampen - ein Trick, mit dem die Fischer eine bestimmte Art kleiner silberner Fische anlocken. Doch was auf den ersten Blick romantisch wirkt, wurde aus einer Not heraus geboren. Zu Beginn der 60er-Jahre setzten britische Industrielle den Nilbarsch im Viktoriasee aus. Dort fand der Raubfisch reichlich Beute und kaum Feinde. Die Bestände der einheimischen Buntbarscharten im See gingen drastisch zurück. Die kleinen silbernen Fische, die nun noch in die Netze gehen, sind eine der ganz wenigen Arten, die den Fischern geblieben sind.

      Doch woher kommt das Wasser des Viktoriasees? Die Antwort liegt in den sogenannten "Mondbergen", dem Ruwenzorigebirge, das meist von Nebel umhüllt ist. Wie das Gebirge entstehen konnte, war lange Zeit ein Rätsel. Es liegt am ostafrikanischen Grabenbruch, einer geologisch aktiven Zone, die für die Entstehung zahlreicher Vulkane verantwortlich ist. Die Ruwenzoris hingegen sind ein Gebirge vom Typ der Alpen, ein Faltengebirge. Erst kürzlich gelang es Wissen-schaftlern, eine Erklärung für diese geologische Besonderheit zu finden: Die Lösung des Rätsels liegt tief unter der Erdkruste.

      Der Mount Elgon ist ein erloschener Vulkan an der Grenze zwischen Kenia und Uganda - und legendärer Versammlungsort vieler Tiere. In ungewohnter Eintracht treffen sich hier nachts Raubkatzen, Elefanten und andere Tiere der Region. Der wundersame Vulkan liegt auf über 4000 Metern Höhe. Er entstand gleichzeitig mit dem ostafrikanischen Grabenbruch. Der Mount Elgon ist von Hunderten Lavaschlothöhlen durchzogen - ein unwegsames Gebiet. Was zieht die Tiere hierher? So betreten etwa Gruppen von Elefanten alle paar Wochen eine bestimmte Höhle, die Kitum-Höhle. Sie tasten sich in vollkommener Dunkelheit fast 160 Meter tief in das Innere vor. Das Wissen um diesen besonderen Ort wird in der Herde von Generation zu Generation weitergegeben. Was die Tiere unwiderstehlich anzieht, sind konzentrierte Salzvorkommen, die den Elefanten in der salzarmen, kalkhalti-gen Erde der Umgebung fehlen. Doch auch Wilderer kennen die Kitum-Höhle und nutzten sie in der Vergangenheit als tückische Falle. So wurde die Elefanten-population von ursprünglich 1200 Tieren auf 100 reduziert. Ranger versuchen nun, die Wilderer fernzuhalten und die Tiere zu schützen.

      Die Höhle ist Fluch und Segen für die Tiere zugleich. Zwar liefert sie wertvolles Salz,

      sie ist aber auch Brutstätte für Krankheitserreger, die es dort leicht haben, unterschiedliche Arten zu infizieren. Immer wieder wird davon berichtet, dass Krankheitserreger zwischen Wild- und Nutztieren wechseln und so auch zur Gefahr für die Menschen werden. Dirk Steffens trifft Forscher, die dort, wo Hirten traditionell ihr Vieh weiden lassen, die Ausbreitung gefährlicher Krankheitserreger studieren. Sie untersuchen regelmäßig Wildtiere, um rechtzeitig zu erkennen, wenn Gefahren von eingeschleppten Krankheiten drohen. Die Betäubung einer Giraffe ist ein gefährliches Unterfangen. Nur wenige Minuten Zeit bleibt den Wissenschaftlern, um Proben zu nehmen, dann wird das Tier wieder munter ...

      Auch menschliche Keime können zur Gefahr für Tiere werden. Mensch und Berggorilla teilen etwa 98 Prozent des Erbguts. Das Risiko, dass Krankheitskeime "überspringen", ist bei der verwandtschaftlichen Nähe besonders groß. Dirk Steffens begleitet eine Forscherin zu den Berggorillas in Ruanda. Es sind die letzten ihrer Art, weltweit gibt es nur noch rund 700 Tiere in drei Gebieten. Zu deren Schutz ist ein Sicherheitsabstand einzuhalten, worauf die Forscherin streng achtet. Die faszinierenden Menschenaffen wandern auf der Suche nach bestimm-ten Pflanzen auf die bis zu 4000 Meter hohen Vulkankrater der Virungaberge. Wissenschaftler wollen herausfinden, weshalb die Tiere solche Strapazen auf sich nehmen und wie der Bestand der Population langfristig zu sichern ist.

      Afrikas gigantische Landschaften sind atemberaubend in ihrer einmaligen Schönheit und faszinieren mit ihrer Vielfalt an Tieren, die nicht selten einen Kampf um Leben und Tod führen. Zu den faszinierendsten Landschaften zählt das Okavango-Delta in Botswana. Im Laufe eines Jahres verwandelt es sich von einer grünen Oase in eine staubtrockene Wüstenlandschaft und bringt all seine Bewohner an ihre Grenzen. Das Okavango-Delta in Botswana ist das größte Binnendelta der Welt.

      Dirk Steffens nimmt die Zuschauer mit auf eine Entdeckungsreise ins Herz des faszinierenden Kontinents. Er berichtet von abenteuerlichen Erlebnissen, von anrührenden Begegnungen und aufregender Forschung, die immer noch neue Facetten in einem Winkel der Welt enthüllt, der lange Zeit unbekannt war.

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