• 24.09.2021
      21:30 Uhr
      Das Insekten-Mysterium Zwischen Plage und Artensterben | phoenix
       

      Wie hängen das Artensterben und die plageartige Verbreitung einzelner Insekten zusammen? Warum sterben unzählige Insektenarten, während sich zugleich Borkenkäfer durch die Wälder fressen und die Brennhaare Tausender Eichenprozessionsspinner für Gefahr sorgen? Die Dokumentation geht diesen Fragen nach.

      Freitag, 24.09.21
      21:30 - 22:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Wie hängen das Artensterben und die plageartige Verbreitung einzelner Insekten zusammen? Warum sterben unzählige Insektenarten, während sich zugleich Borkenkäfer durch die Wälder fressen und die Brennhaare Tausender Eichenprozessionsspinner für Gefahr sorgen? Die Dokumentation geht diesen Fragen nach.

       

      Borkenkäfer fressen sich durch unsere Wälder. Die Brennhaare Tausender Eichenprozessionsspinner verbreiten Schrecken. Gleichzeitig sterben unzählige Insekten. Wie passt das zusammen?

      Massive Eingriffe des Menschen in die Natur führen zu einem dramatischen Artensterben, auch bei den Insekten. Verschwunden sind viele natürliche Feinde von Borkenkäfern oder Eichenprozessionsspinnern, sodass sich diese immer weiter ausbreiten können. Das Problem ist bekannt, die Lösung schwierig: Seit Monaten ringt die Bundesregierung um ein sogenanntes Insektenschutzgesetz. Die Verabschiedung im Bundestag wurde trotz Kabinettsbeschlusses im Februar 2021 vertagt. Ziele wie die Ausweitung von Biotopen und eine lange diskutierte Eindämmung von Insektengiften scheitern womöglich. Insekten haben keine Lobby, kritisiert Prof. Lars Krogmann, Entomologe an der Uni Hohenheim und Direktor des Naturkundemuseums Stuttgart. Es sei höchste Zeit, dem dramatischen Artensterben etwas entgegenzusetzen. Ohne Insekten kann auch der Mensch langfristig nicht überleben, prognostiziert er. Viele Tausend Arten seien nützlich, nicht nur die allseits bekannte Honigbiene.

      Insekten ernähren sich von anderen Insekten. Fehlen die natürlichen Feinde, breiten sich einige Arten explosionsartig aus. So zum Beispiel der Eichenprozessionsspinner. Dessen Brennhaare können gefährliche, allergische Reaktionen auslösen. Seinetwegen werden Spielplätze und Schulhöfe gesperrt, mancherorts werden Bacillus-thuringiensis-Präparate gegen die Plage eingesetzt. Das Mittel gilt als biologisch gut verträglich. Professor Wolfgang Rohe von der Hochschule in Göttingen aber warnt: Auch dieses Mittel führt zu Kollateralschäden. Viele Nützlinge in den Eichen werden mit abgetötet. Der Wissenschaftler erforscht, welche Insektenarten genau von dem Biozid mit dem Bacillus thuringiensis getroffen werden, und kommt zu dem Schluss: Besser wäre es, die natürlichen Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners anzusiedeln. "planet e." zeigt, wie das Artensterben und die plageartige Verbreitung einzelner Insekten zusammenhängen.

      Film von Michael Nieberg

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