• 22.09.2021
      18:30 Uhr
      Drogen: Eine Weltgeschichte Zwischen Rausch und Nahrung | phoenix
       

      Opium, Heroin und Kokain - vor nur etwa einhundert Jahren gab es noch in jeder guten deutschen Apotheke diese heute verbotenen Drogen zu kaufen. Der Konsum von Rauschmitteln lässt sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen und war ein wichtiger Faktor im Prozess der Zivilisation. Professor Harald Lesch zeigt in der zweiteiligen Dokumentation, wie Drogen den Lauf der Geschichte beeinflusst haben. Heute brechen wir mal ein Tabu, sagt Lesch. Denn es sei nicht gerechtfertigt, Drogen zu tabuisieren: Sie waren Motor der Menschheitsgeschichte - im Schlechten wie im Guten.

      Mittwoch, 22.09.21
      18:30 - 19:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Opium, Heroin und Kokain - vor nur etwa einhundert Jahren gab es noch in jeder guten deutschen Apotheke diese heute verbotenen Drogen zu kaufen. Der Konsum von Rauschmitteln lässt sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen und war ein wichtiger Faktor im Prozess der Zivilisation. Professor Harald Lesch zeigt in der zweiteiligen Dokumentation, wie Drogen den Lauf der Geschichte beeinflusst haben. Heute brechen wir mal ein Tabu, sagt Lesch. Denn es sei nicht gerechtfertigt, Drogen zu tabuisieren: Sie waren Motor der Menschheitsgeschichte - im Schlechten wie im Guten.

       

      Drogen haben seit Anbeginn der Zivilisation die Menschen begleitet. Drogen halfen den Menschen, sesshaft zu werden, Städte und Pyramiden zu bauen. Und sie wurden bei religiösen Kulthandlungen verwendet und förderten den Zusammenhalt bevor ihre Massenproduktion zu Missbrauch führte. Der erste "Terra X"-Film erzählt von Drogen in Antike und Frühgeschichte.

      "Terra X" spürt Drogen und ihrem Gebrauch an den Fundorten nach: in Europa, Nordafrika, Asien und Mittelamerika. Der Fliegenpilz hat wahrscheinlich die älteste Drogenkarriere eindrucksvolle Felszeichnungen im Tassili-Gebirge der Sahara zeigen ihn auf dem Kopf von Menschen. In vielen Kulturkreisen tauchen vor 15.000 Jahren diese Pilze auf und vor 10.000 Jahren folgt ein weiteres Aufputschmittel: der Alkohol, zufällig entstanden durch die Gärung von Getreidebrei.

      "Terra X" diskutiert die Frage: Wurden die Menschen sesshaft, um Bier herstellen zu können? Denn in Göbekli Tepe, jener frühesten Siedlung im Südosten der heutigen Türkei, gab es alles, was das Herz eines "Partygängers" vor 10.000 Jahren begehrte: ein Festareal und große Steingefäße in denen jetzt erstmals Bierrückstände isoliert werden konnten. Kein Wunder, denn Bier schaffte nicht nur Geselligkeit, sondern es machte vor allem satt, war vitaminreich und keimfrei. "Bier war im Prozess der Zivilisation ein ganz wichtiger Faktor", sagt Experte Professor Gunther Hirschfelder von der Universität Regensburg.

      Bald trat eine weitere Droge ins Leben der Menschen: Die Kulturpflanze Mohn breitete sich entlang des Mitteleers aus. Das aus ihr gewonnene Opium wurde zur Alltagsdroge der antiken Hochkulturen.

      Moderator Professor Harald Lesch erklärt die fatale Doppelfunktion dieser Drogen der Antike: Einerseits schufen sie ein Gemeinschaftsgefühl, andererseits konnten sie schnell missbraucht werden. Sie machten stark für Krieg und Eroberungen und machten Gewalt, Schmerz und Verlust erträglich. Die fatale Allianz von Krieg und Droge besteht bis heute.

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      18:30 - 19:15 Uhr (45 Min.)
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