• 22.09.2021
      19:15 Uhr
      Drogen: Eine Weltgeschichte Zwischen Medizin und Missbrauch | phoenix
       

      Der zweite Teil spannt den Bogen von den Heildrogen der mittelalterlichen Klostermedizin zu den synthetischen Drogen der Neuzeit. Wieder machen Drogen Geschichte: Die Jagd nach Tabak und exotischen Rauschmitteln treibt die Kolonialreiche zu neuen Eroberungen. Die Suche nach Absatzmärkten für Opium und Alkohol entzündet Kriege. Und Modedrogen wie Cannabis erobern die Salons. Lesch widmet sich auch der Frage: War William Shakespeare ein Kiffer? Terra X bringt neue Erkenntnisse zu den Cannabis-Pfeifen, die im ehemaligen Londoner Garten des Dichters gefunden wurden.

      Mittwoch, 22.09.21
      19:15 - 20:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Der zweite Teil spannt den Bogen von den Heildrogen der mittelalterlichen Klostermedizin zu den synthetischen Drogen der Neuzeit. Wieder machen Drogen Geschichte: Die Jagd nach Tabak und exotischen Rauschmitteln treibt die Kolonialreiche zu neuen Eroberungen. Die Suche nach Absatzmärkten für Opium und Alkohol entzündet Kriege. Und Modedrogen wie Cannabis erobern die Salons. Lesch widmet sich auch der Frage: War William Shakespeare ein Kiffer? Terra X bringt neue Erkenntnisse zu den Cannabis-Pfeifen, die im ehemaligen Londoner Garten des Dichters gefunden wurden.

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Harald Lesch

      Der Weg führt nach London, wo die Frage geklärt werden soll, ob Shakespeare ein Junkie war. Anlass dazu liefern Tonpfeifen aus dem Garten des Dichters, die Cannabis-Spuren tragen. "Terra X" diskutiert mit Ärzten über die Frage, ob Cannabis wirklich kreativ macht. Fließen die Sätze im Rausch einfach leichter? Die Antwort heißt nein, aber sicher ist, dass der schöne Rausch abhängig macht.

      Moderator Professor Harald Lesch bringt Ordnung in populäre Vorstellungen von Drogen und widerlegt Irrtümer. Wichtig ist die historische Kraft, die Drogen entfaltet haben: Tabak und seine Spielformen begleiteten nicht nur die Kultur, sondern vor allem die globale Politik der Neuzeit. Der Handel mit Tabak war ein Motor des Kolonialismus, in der Neuen Welt entstanden riesige Anbauflächen, um den Nachschub nach Europa sicherzustellen.

      Aus Asien kamen neue berauschende Entdeckungen, wie zum Beispiel die Muskatnuss, und eröffneten wichtige Handelswege. Damals war die Muskatnuss als medizinische Droge gefragt. Heute weiß man, dass sie den psychotropen Wirkstoff Myristicin enthält, einen halluzinogenen Stimmungsaufheller. Und die Kartoffel, einst von Kolumbus aus Amerika mitgebracht, wurde in Nordeuropa zu einem wichtigen Grundstoff der Drogenherstellung.

      "Terra X" besucht in Brandenburg einen historischen Bauernhof, auf dem einst in einer riesigen, mehrstöckigen Brennanlage aus Kartoffelmaische hochprozentiger Alkohol hergestellt wurde. Das war der Treibstoff des industriellen Zeitalters, aber eben auch der billige Kummertrunk von Millionen von Industriearbeitern.

      Drogen und Medizin bilden auch in der Neuzeit eine wichtige Allianz. Das 19. Jahrhundert wurde zum Zeitalter der Pharmazie: Morphium wurde aus Opium entwickelt, Kokain aus dem Kokablatt. "Terra X" zeigt, wie hochwirksame, wichtige Medikamente entstanden, wie aber erst viel zu spät die verhängnisvolle Suchtgefahr erkannt wurde.

      Film von Isabelle Lange und Jan Karitzky

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