• 18.11.2020
      11:30 Uhr
      corona nachgehakt Ist dieser Lockdown richtig? Mit Dr. Andreas Gassen | phoenix
       

      Aufgrund rasant steigender Infektionszahlen ist in Deutschland mittlerweile ein Großteil der 375 Gesundheitsämter überlastet. Die Folge ist, dass Infektionsketten nicht mehr schnell genug verfolgt werden können. Als Maßnahme sollen weitere Helfer von Bund und Polizei hinzugezogen werden. Gleichzeitig versucht die Bundesregierung durch den derzeit stattfindenden Lockdown die Infektionszahlen zu senken – und somit auch die Kontaktverfolgung wieder mehr gewährleisten zu können.

      Moderation: Alfred Schier

      Mittwoch, 18.11.20
      11:30 - 11:45 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Neu im Programm
      Stereo HD-TV

      Aufgrund rasant steigender Infektionszahlen ist in Deutschland mittlerweile ein Großteil der 375 Gesundheitsämter überlastet. Die Folge ist, dass Infektionsketten nicht mehr schnell genug verfolgt werden können. Als Maßnahme sollen weitere Helfer von Bund und Polizei hinzugezogen werden. Gleichzeitig versucht die Bundesregierung durch den derzeit stattfindenden Lockdown die Infektionszahlen zu senken – und somit auch die Kontaktverfolgung wieder mehr gewährleisten zu können.

      Moderation: Alfred Schier

       

      Für November einigten sich Bund und Länder auf eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen kritisiert diese Maßnahmen. Im neuen Corona nachgehakt mit Moderator Alfred Schier gibt er seine Einschätzung zum zweiten "Lockdown".

      Welche weiteren Maßnahmen wurden getroffen?
      Auch wenn das öffentliche Leben künftig wieder stark eingeschränkt wird, so sollen dieses Mal nicht alle Bereiche davon betroffen sein. Um Kontakte zu reduzieren, müssen ab Montag, den 02.11.20, die Gastronomie sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen schließen. Zudem sollen Supermärkte wieder die Anzahl der sich im Laden befindenden Kunden eingrenzen. Schulen und Kitas sollen hingegen, anders als im Frühjahr, weiterhin offen bleiben. Zudem sollen Inlandsreisen gestoppt werden, indem Hotels und Pensionen künftig keine Touristen mehr aufnehmen dürfen und nur notwendige Übernachtungen für nicht-touristische Zwecke angeboten werden. Allgemein gilt, die Kontakte so weit es geht zu verringern, sodass sich im öffentlichen Raum nur noch höchstens zehn Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen.

      Wer ist besonders betroffen?
      Genauer gesagt müssen ab Montag alle Restaurants, Kneipen, Bars, Clubs und Diskotheken schließen. Auch Fitnessstudios, Schwimmbäder, Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Saunen, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und Bordelle sind von der Regelung betroffen. Gottesdienste wird es unter Hygienemaßnahmen weiterhin geben. Während Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoostudios die Öffnung untersagt ist, dürfen Friseure weiterhin geöffnet bleiben.

      Was geschieht mit Risikogruppen?
      Um Risikogruppen nicht vollständig zu isolieren, möchte der Bund die Kosten der Schnelltests für Bewohner und Besucher von Pflegeheimen und Krankenhäusern übernehmen.

      Welche finanziellen Hilfen soll es geben?
      Um kleinen und mittelständischen Unternehmen während der Einschränkungen zu helfen, sollen die derzeitigen Überbrückungshilfen überarbeitet werden, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag in Berlin. Fest steht, dass diese bis ins Jahr 2021 verlängert werden sollen. Genaueres müsse jedoch noch festgelegt werden, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Insgesamt stünden dabei bis zu zehn Milliarden Euro für die Unterstützung von Betrieben zur Verfügung. Damit sollen nun erstmals auch entfallene Umsätze ausgeglichen werden.

      Wie stehen die Virologen zum "Lockdown"?
      Von vielen Virologen, Epidemiologen und Fachgesellschaften werden die neuen Maßnahmen als sinnvoll erachtet. Auch der Berliner Virologe Christian Drosten sprach sich für diese aus. "Wenn die Belastung zu groß wird, dann muss man 'ne Pause einlegen", äußerte er. Die führenden Virologen Jonas Schmidt-Chanasit und Hendrik Streeck sehen den sogenannten "Lockdown light" eher kritisch. Ihrer Meinung nach seien die Schließung der Gastronomie, Freizeit- und Kultureinrichtungen wenig zielführend. Wichtiger sei es, die Risikogruppen zu schützen, sagte Streeck und forderte systematischere Testung in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

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      Mittwoch, 18.11.20
      11:30 - 11:45 Uhr (15 Min.)
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