• 10.08.2020
      00:30 Uhr
      corona nachgehakt Wie geht Schule in Corona-Zeiten? | phoenix
       

      Aufgrund der Corona-Pandemie ist Schule wie wir sie kennen – in Klassenzimmern mit immer wechselnden Lehrkräften, Pausen auf dem Schulhof mit hunderten Kindern und Jugendlichen und den Begegnungen auf dem Schulflur – unmöglich geworden.
      Zu Gast bei corona nachgehakt zum Thema "Wie geht Schule in Coronazeiten?" ist Dr. Folke Brinkmann, Oberärztin und kommissarische Leiterin der Abteilung Pädiatrische Pneumologie der Bochumer Universitätskinderklinik. Brinkmann ist zudem Koordinatorin der Bochumer Antikörper-Studie "CorKID".

      Nacht von Sonntag auf Montag, 10.08.20
      00:30 - 00:45 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

      Aufgrund der Corona-Pandemie ist Schule wie wir sie kennen – in Klassenzimmern mit immer wechselnden Lehrkräften, Pausen auf dem Schulhof mit hunderten Kindern und Jugendlichen und den Begegnungen auf dem Schulflur – unmöglich geworden.
      Zu Gast bei corona nachgehakt zum Thema "Wie geht Schule in Coronazeiten?" ist Dr. Folke Brinkmann, Oberärztin und kommissarische Leiterin der Abteilung Pädiatrische Pneumologie der Bochumer Universitätskinderklinik. Brinkmann ist zudem Koordinatorin der Bochumer Antikörper-Studie "CorKID".

       

      Aufgrund der Corona-Pandemie ist Schule wie wir sie kennen – in Klassenzimmern mit immer wechselnden Lehrkräften, Pausen auf dem Schulhof mit hunderten Kindern und Jugendlichen und den Begegnungen auf dem Schulflur – unmöglich geworden. Im Frühjahr diesen Jahres waren die Schulen zeitweise geschlossen, das Schuljahr 2019/20 konnte nur unter erschwerten Bedingungen zu Ende gebracht werden und auch die Schulabschlussprüfungen fanden nicht wie gewohnt statt. Nun, wo das Ende der Sommerferien in vielen Bundesländern kurz bevorsteht oder diese bereits zu Ende sind, stellt sich die Frage, wie Schule in Corona-Zeiten überhaupt funktionieren kann.

      Zu Gast bei corona nachgehakt zum Thema "Wie geht Schule in Coronazeiten?" ist Dr. Folke Brinkmann, Oberärztin und kommissarische Leiterin der Abteilung Pädiatrische Pneumologie der Bochumer Universitätskinderklinik. Brinkmann ist zudem Koordinatorin der Bochumer Antikörper-Studie "CorKID".
      Wie kann Schule in Corona-Zeiten stattfinden?

      Fest steht, für den Schulbeginn nach den Sommerferien sind Flexibilität und Kreativität gefragt. Wichtig sei es, dass in festen Gruppen unterrichtet werde und sich diese nicht auf dem Schulhof oder den Fluren vermischen. Hier sind Planung und Organisation gefragt. Denn gerade bei jungen Menschen ist der Anteil milder Verläufe oder Infektionen ohne Symptome zwar hoch – doch entsprechend groß ist auch das Risiko einer unbemerkten Ansteckung.
      Maskenpflicht und Abstandsgebot

      In Nordrhein-Westfalen und Hamburg wurde aufgrund der Coronakrise eine Maskenpflicht für Lehrer, Schüler und Schulmitarbeiter eingeführt. Allerdings ist die Gestaltung eine andere: In Hamburg dürfen die Schüler die Maske während des Unterrichts abnehmen, während man diese in NRW – zumindest in weiterführenden Schulen – auch während des gesamten Unterrichts tragen muss. In Hamburg gilt zusätzlich ein Abstandgebot.

      Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben angekündigt, eine Maskenpflicht in Schulgebäuden, nicht jedoch während des Unterrichts, einzuführen. In Mecklenburg-Vorpommern, wo der Unterricht bereits angefangen hat, soll ebenfalls eine Maskenpflicht eingeführt werden, allerdings nicht in Grundschulen und nicht in Klassenräumen, wenn Unterricht stattfindet. In den restlichen Bundesländern gibt es unterschiedliche Regelungen. Im Saarland soll beispielsweise keine Maskenpflicht eingeführt werden.

      Fast allen Ländern ist aber gemein, dass sich Lehrer oder Schulmitarbeiter regelmäßig freiwillig testen lassen können.
      Kritik von Kinder- und Jugendärzten, SPD und Lehrergewerkschaften

      Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland hält die Pläne für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes während des Unterrichts für "nicht sinnvoll". Ein "längeres Maskentragen beeinträchtigt bei Schülern die Leistungsfähigkeit", sagte der Verbandspräsident Thomas Fischbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zudem würden Blickkontakt und Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern gestört.

      SPD und Lehrergewerkschaften warnen, dass es bei einer Rückkehr zum Präsenzunterricht nach den Sommerferien zu gesundheitlichen Risiken kommen werde. Ein weiteres Problem liegt nach Einschätzung von Udo Beckmann, Bundesvorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband und Bildung, in der Personalsituation. Schulen litten schon vor der Corona-Krise unter Personalmangel, nun komme hinzu, dass Lehrerinnen und Lehrer, die zur Risikogruppe zählen, nicht unterrichten dürfen. "Die personellen Ressourcen reichen trotz Einstellung von Seiteneinsteigenden und der Reaktivierung älterer Lehrkräfte aus Pension und Rente nicht aus", so Beckmann.
      Wie weit ist das Virus unter Kindern verbreitet?

      Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) gehen Experten auf Basis von Tierversuchen an Rhesusaffen, früheren Erkenntnissen zu dem SARS-Virus sowie Plausibilitätsannahmen davon aus, dass genesene Patienten ein nur sehr geringes Risiko haben, sich noch einmal mit Covid-19 zu infizieren.

      In der CorKID-Studie der Bochumer Universitäts-Kinderklinik wird untersucht, wie viele Kinder und andere Familienangehörige bereits eine Infektion mit Covid-19 durchgemacht haben. Damit möchte man mehr über die Verbreitung des Corona-Virus unter Kindern und in ihren Familien, den Verlauf der Erkrankung und eventuelle Spätfolgen lernen. Zudem erhoffen sich die Verantwortlichen der Studie, besser beurteilen zu können, wie groß das Risiko der Wiederöffnung von Schulen und Kindergärten für alle ist.
      Was wird bei Antikörper-Studie "CorKID" in Bochum untersucht?

      Die Bochumer Universitätskinderklinik untersucht das Blut der Kinder auf Antikörper gegen das Virus. Es geht darum, herauszufinden, wie stark Kinder vom Corona-Virus betroffen sind und inwieweit sich die Infektion unter den Kindern verbreitet. Insgesamt werden 3.000 Kinder aus dem Ruhrgebiet untersucht. Die Bochumer Klinik arbeitet hierbei mit niedergelassenen Kinderärzten im Ruhrgebiet, dem Institut für Humangenetik, dem Institut für Virologie, der Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der Ruhruniversität Bochum. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit einer Summe von 566.000 Euro gefördert. In dieser Art soll es bundesweit die größte Untersuchung sein.

      Weiterführende Links und Quellen:

      https://medecon.ruhr/2020/06/covid-antikoerper-studie-unter-3000-kindern-und-jugendlichen-im-ruhrgebiet/
      https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-schulen-infektionsrate-studie-sachsen-100.html
      https://www.mdr.de/wissen/corona-studie-kinder-kaum-ansteckend-100.html
      https://www.tagesschau.de/inland/schulen-corona-105.html
      https://www.quarks.de/gesellschaft/bildung/gefaehrdet-die-schuloeffnung-die-eindaemmung-des-virus/

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 01.12.2020