• 30.05.2020
      04:30 Uhr
      Deutschlands Krieger - Die Bundeswehr und ihre Minister Rudolf Scharping | phoenix
       

      Rudolf Scharping wollte nie Verteidigungsminister werden. Unter seiner Führung wird die Bundeswehr zu einer Armee der Auslandseinsätze. Das Ende schließlich ist bitter und erniedrigend. Am 27. Oktober 1998 übernimmt Rudolf Scharping die Führung der Bundeswehr. Er ist der erste sozialdemokratische Verteidigungsminister, der die Bundeswehr in einen Krieg führen wird. Scharpings Karriere ist im Sinkflug, das Amt könnte für ihn zum Abstellgleis werden.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 30.05.20
      04:30 - 05:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Rudolf Scharping wollte nie Verteidigungsminister werden. Unter seiner Führung wird die Bundeswehr zu einer Armee der Auslandseinsätze. Das Ende schließlich ist bitter und erniedrigend. Am 27. Oktober 1998 übernimmt Rudolf Scharping die Führung der Bundeswehr. Er ist der erste sozialdemokratische Verteidigungsminister, der die Bundeswehr in einen Krieg führen wird. Scharpings Karriere ist im Sinkflug, das Amt könnte für ihn zum Abstellgleis werden.

       

      Rudolf Scharping wollte nie Verteidigungsminister werden. Unter seiner Führung wird die Bundeswehr zu einer Armee der Auslandseinsätze. Das Ende schließlich ist bitter und erniedrigend. Am 27. Oktober 1998 übernimmt Rudolf Scharping die Führung der Bundeswehr. Er ist der erste sozialdemokratische Verteidigungsminister, der die Bundeswehr in einen Krieg führen wird. Scharpings Karriere ist im Sinkflug, das Amt könnte für ihn zum Abstellgleis werden.

      1998 braut sich auf dem Balkan ein militärischer Konflikt zusammen. Er birgt das Potential, die ganze Region in einen Krieg zu ziehen. Und Deutschland steht plötzlich als Nato-Mitglied vor seinem ersten Kriegseinsatz seit 1945. Mitten in dieser brenzligen Situation wechselt das politische Personal in Berlin. Im September 1998 gewinnen SPD und Grüne mit deutlichem Vorsprung die Bundestagswahl.

      Die Ära Kohl ist zu Ende. Verteidigungsminister wird der Genosse Rudolf Scharping. Die Feierstimmung überdeckt, dass Scharping politisch stark angeschlagen ist. Das Amt ist seine letzte Chance, in der Partei wieder an Bedeutung zu gewinnen. Denn ihm haftet ein Makel an. Er hat 1994 als SPD-Chef und Spitzenkandidat krachend gegen Helmut Kohl verloren und wurde dafür innerhalb der eigenen Partei von Schröder und Lafontaine entmachtet.

      Nun soll Scharping die Bundeswehr in den ersten Kriegseinsatz seit dem Zweiten Weltkrieg führen. Die Deutschen beteiligen sich mit Tornados an den Luftschlägen gegen Milosevic und später auch mit Bodentruppen an der Kosovo-Schutztruppe KFOR. Scharping arbeitet sich schnell ein und wird von den Soldaten als sensibler Zuhörer geschätzt und geachtet. Doch dann passiert etwas, das sein Leben aus dem Tritt bringt: Er verliebt sich neu.

      Die Frau an seiner Seite heißt nun Kristina Gräfin Pilati. Eine Illustrierte zeigt die beiden plantschend im Pool. Es ist das Bild des turtelnden Verteidigungsministers, das sich ins kollektive Gedächtnis der Soldaten einbrennt. Der Zeitpunkt ist unglücklich, denn parallel dazu berät der Bundestag über einen weiteren Einsatz der Bundeswehr in Mazedonien. Die Soldaten setzen sich tödlichen Gefahren aus und ihr Minister zeigt sich derweil sorglos mit der Geliebten im Pool – das ist die Kritik, die nun vielfach geäußert wird.

      In der Folge werden Scharpings Flüge mit der Flugbereitschaft genauer untersucht. Hinzu kommen seine geschäftlichen Beziehungen zu dem umstrittenen PR-Berater Moritz Hunzinger. Vier Wochen vor der Bundestagswahl 2002 feuert Kanzler Schröder seinen Verteidigungsminister. Es ist das politische Ende Rudolf Scharpings. Der Film zeigt die Bundeswehr im Kriegseinsatz und ihren Minister in turbulenten Zeiten.

      Film von Björn Platz

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 30.05.20
      04:30 - 05:15 Uhr (45 Min.)
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      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 15.07.2020