• 30.05.2020
      02:15 Uhr
      Deutschlands Krieger - Die Bundeswehr und ihre Minister Karl-Theodor zu Guttenberg - Aufstieg und Fall eines Politistars | phoenix
       

      Die Dokumentation präsentiert exklusive Interviews mit Karl-Theodor zu Guttenberg, seinem Nachfolger Thomas de Maizière, dem ehemaligen Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und vielen anderen Entscheidungsträgern und Soldaten. Der Film analysiert damit ein wichtiges Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte: die Bundeswehr unter Karl-Theodor zu Guttenberg.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 30.05.20
      02:15 - 03:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Die Dokumentation präsentiert exklusive Interviews mit Karl-Theodor zu Guttenberg, seinem Nachfolger Thomas de Maizière, dem ehemaligen Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und vielen anderen Entscheidungsträgern und Soldaten. Der Film analysiert damit ein wichtiges Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte: die Bundeswehr unter Karl-Theodor zu Guttenberg.

       

      Karl-Theodor zu Guttenberg bekommt mit dem Verteidigungsministerium die "Zeitbombe" zugespielt: den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan. Er katapultiert das graue Amt ins Medienzeitalter. Zu Guttenberg ist der erste Politiker, der gleich zu Beginn seiner Amtszeit klarstellte: "Es herrschen kriegsähnliche Zustände in Teilen Afghanistans." Als er mit 38 Jahren 2009 zum jüngsten Verteidigungsminister Deutschlands berufen wurde, war die Bundeswehr schon seit fast acht Jahren im Norden Afghanistans im Kampf gegen die Taliban stationiert. "Krieg" durfte das völkerrechtlich nicht heißen, sondern "Stabilisierungseinsatz", obwohl sich die Bedrohungslage für die Truppen vor Ort seit 2006 dramatisch verschärft hatte.

      So holte den Minister bei Amtsantritt das schwere Erbe seines Vorgängers Franz Josef Jung ein: die Kundus-Affäre. Als im September 2009 auf Befehl des deutschen Oberst Klein US-Kampfbomber zwei Tanklastzüge bombardierten, starben nach NATO-Schätzungen über 119 Menschen – darunter viele Zivilisten. Guttenberg stärkte Oberst Klein den Rücken, musste allerdings selbst Fehler in seiner Informationspolitik einräumen. Verantwortlich machte er dafür jedoch Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und suspendierte ihn. Schaden tat ihm das kaum, längst war er ein Polit-Star. Seine Popularität wollte er dafür einsetzen, das angeschlagene Image seiner Truppe und ihres Afghanistan-Einsatzes aufzupolieren. Das machte ihn vor allem bei seinen Soldaten zum Sympathieträger.

      Öfter als jeder seiner Amtsvorgänger reiste zu Guttenberg nach Afghanistan, nannte seine Soldaten "Helden" und scheute sich nicht, Verwundete zu besuchen und bei Trauerfeiern für die Gefallenen das Wort zu ergreifen. Eine traurige Zäsur markierte dabei das Karfreitagsgefecht am 2. April 2010, bei dem drei Soldaten des Fallschirmjägerbataillons 373 aus Seedorf starben. Mit Maik Mutschke, der selbst bei dem Gefecht schwer verwundet wurde, taucht diese Dokumentation auch in die persönliche Situation der Soldaten vor Ort ein.

      Die mediale Omnipräsenz Guttenbergs bot viel Angriffsfläche. Im Interview mit dem TV-Moderator Johannes B. Kerner beleuchtet der Film insbesondere die Kontroverse um die Talk-Sendung "Kerner Spezial" (SAT.1) aus Masar-i-Scharif.

      Dennoch: Guttenberg hatte politische Durchschlagskraft, vor allem bei der Bundeswehrreform. Er besiegelte das Ende der Wehrpflicht und den Übergang zu einer Freiwilligenarmee. Die Durchführung musste er allerdings seinen Nachfolgern überlassen. Denn mit seinem Krisenmanagement in einem mysteriösen Todesfall auf der Gorch-Fock und zuletzt in der Plagiatsaffäre rund um seine Doktorarbeit verstrickte sich der Minister in immer neue Widersprüche, die ihn schließlich zum Rücktritt zwangen.

      Die Dokumentation präsentiert exklusive Interviews mit Karl-Theodor zu Guttenberg, seinem Nachfolger Thomas de Maizière, dem ehemaligen Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und vielen anderen Entscheidungsträgern und Soldaten. Der Film analysiert damit ein wichtiges Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte: die Bundeswehr unter Karl-Theodor zu Guttenberg.

      Film von Cordula Stadter

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 30.05.20
      02:15 - 03:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 11.07.2020